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(Obwohl ich aufgrund dieser Frage gehasst werden könnte, ...los geht's!)

Im Deutschen gibt es französische Toponyme, Familiennamen usw., deren Französiche Aussprache unverändert blieb. Das heisst Endungen sind stumm geblieben.

Frage 1. Wie bildet man den Genitiv für solche französiche Nomen?

Um die Frage ein bisschen zu beschränken, betrachte man das Toponym Cannes und den Namen Villeret, die stumme Endungen haben:

Genitiv von Villeret Witz war nie auf Genitiv von Cannes rotem Teppich.

Meine Vermutung lautet

Villerets Witz war nie auf Cannes rotem Teppich.

Frage 2. Wie soll das ausgesprochen werden?

Für kurze Sätze weiss ich schon, dass der Genitiv einfach vermieden werden könnte. Eben das will ich nicht. Denn für längeren Texte kann man sich nicht so einfach vom Genitiv fernhalten.

(Als Randnotiz frage ich mich, ob das Dilemma genau im Namen "Internationale Filmfestspiele von Cannes" vermieden wurde.)


Bemerkung 1. Ich muss einen kurzen Text schreiben, in dem ständig ein französisches Nomen mit Endung -es erscheinen soll. Daher die Frage.

Bemerkung 2. Wenn der Satz im Beispiel sinnwidrig klingt, berarbeite ich die Frage.

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Die Frage ist super - weil es vielen wohl ähnlich geht. Ich fand auch die beiden Zusätze, die Du inzwischen gelöscht hast, ganz gut. Vielleicht fügst Du die doch wieder ein? :) –  Mac Feb 5 at 12:01

2 Answers 2

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Direkt aus den offiziellen Rechtschreibregeln (§ 96(1)):

Eigennamen, deren Grundform (Nominativform) auf einen s-Laut (geschrieben: -s, -ss, -ß, -tz, -z, -x, -ce) endet, bekommen im Genitiv den Apostroph, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben:
[…]
E2: Der Apostroph steht auch, wenn -s, -z, -x usw. in der Grundform stumm sind: Cannes’ Filmfestspiele, Boulez’ bedeutender Beitrag, Giraudoux’ Werke

Villeret bekommt ein ganz normales Genitiv-s angehängt. Also:

Villerets Witz war nie auf dem roten Teppich Cannes’.

In beiden Fällen wird das s am Ende ausgesprochen und die Aussprache des Namens sonst unverändert gelassen.


PS: Um Missverständnisse auszuschließen, würde ich (in gesprochener Sprache eher als in geschriebener) in den meisten Fällen vermeiden, derartige Namen in den Genitiv zu setzen – aber eben nur in den meisten. Zum Beispiel im folgenden Satz ist der Genitiv m. E. das geringste Übel:

Ich hole Francois’ Paket von der Post ab.

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Wunderbar. Darf ich fragen, wo findet man die sog. offiziellen Rechtschreibregeln? Und spricht man s aus, aber das t denn bleib stumm, oder? –  c.p. Feb 5 at 10:28
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@c.p.: 1) Hier (und die sind werden nicht nur offiziell genannt. Die sind so offiziell, wie irgend möglich). 2) Ja, ich würde das t stumm lassen (sofern es denn in der Originalaussprache des Namens stumm ist). –  Wrzlprmft Feb 5 at 10:32
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Ich frage mich, was ist gegen "von Cannes" einzuwenden. Da verbiegt man sich, um einen Genitiv von Cannes zu bilden. Warum diese Umstände? "von Cannes" ist genauso gut und viel einfacher. Da spürt man schon eine seit langem vorherrschende Meinung, die Umschreibung mit "von" sei etwas Schlechtes. Unser Deutschlehrer sprach vom "schlechten Genitiv". Ich halte das für eine völlig irrige Meinung. Im Englischen gibt es den s-Genitiv und den of-Genitiv. Aber niemand würde sagen, der of-Genitiv sei schlecht. –  rogermue Feb 5 at 10:42
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@rogermue + Mac: Wenn Ihr in die Frage schaut, solltet ihr sehen, dass es hier gerade nicht darum geht, was schöner ist, sondern wie man den »normalen Genitiv« bilden würde. –  Wrzlprmft Feb 5 at 10:49
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@rogermue: Annormal im Sinne von selten: ja. Annormal im Sinne von unmöglich: Meines Erachtens nicht. Ich füge dennoch mal eine Bemerkung ein, die Dir aber nicht gefallen wird. In jedem Fall ist es nicht üblich, den Genitiv bei allen fremden Namen zu unterlassen – man braucht sich z. B. nur irgendwas über Obama anzuschauen. Mal ganz abgesehen davon, dass die viele vermeintlich deutsche Eigennamen anderen Sprachen entstammen. –  Wrzlprmft Feb 5 at 16:41

Ich habe noch nie gesehen: Die Museen Paris' oder Paris' Museen.

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Ich glaube ihre Kommentaren unter der anderen Antwort waren echt gut. Vielleicht wünschen Sie ihre Antwort damit vervollständigen? –  c.p. Feb 5 at 17:02
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Eine etwas ausführlichere Erläuterung, weshalb der "von Genitiv" hier gebräuchlicher ist, wäre schön. So wie es jetzt steht, ist es nämlich eher ein Kommentar denn eine Antwort. –  Takkat Feb 5 at 19:47

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