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Welches Genus haben Nomen aus einer anderen Fremdsprache? Zum Beispiel das Wort application aus dem Englischen wird im Deutschen oft abgekürzt als App verwendet.

Welches Genus hat dieser Begriff?

die App (f.)

Man verwendet also das Genus der Übersetzung die Anwendung oder

das App (n.)

Hier wird das Genus aus der Fremdsprache übernommen.

Interessanterweise verwende ich hier oft den Begriff Genus (lat.) und dort übernehme ich das Geschlecht der Fremdsprache. Das ist mir bei vielen lateinischen Begriffen aufgefallen. Liege ich hier richtig, wenn ich bei lateinischen Begriffen immer das Genus aus dem Lateinischen übernehme?

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marked as duplicate by Emanuel, Carsten Schultz, user unknown, elena, Ansgar Esztermann Mar 27 at 8:30

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Vielleicht hängt dieser Beitrag auch damit zusammen. Und willkommen! –  c.p. Mar 26 at 20:39
    
Ok, das ist schon mal interessant. Ich lese also mehr heraus, dass es eher Unregelmäßigkeiten gibt als Regeln. Jedoch fallen mir meine o.g. Vermutung keine Gegenbeispiele ein. –  m00lti Mar 26 at 20:43
    
Ich schlage vor: german.stackexchange.com/questions/928/… - steht bei 'related' auch ganz oben. –  user unknown Mar 27 at 6:10
    
Und habe ich mit meiner zweiten Vermutung recht? –  m00lti Mar 27 at 10:50

2 Answers 2

Es gibt hier mW keine fixen Regeln. Wenn es in der Fremdsprache Geschlechter gibt (Französisch, zB) werden diese manchmal übernommen; es kann aber auch leicht übertrieben wirken, konsequent "der Front National" oder "die Place de la Concorde" zu sagen.

Beim Englischen ist die Sache schwieriger, weil es hier keinen Genus im eigentlichen Sinn gibt. Wenn das Wort einem bestimmten Schema ähnelt, wird gerne dessen Geschlecht genommen, ebenso, wenn man dafür ein bestimmtes deutsches Wort substituieren kann. Aber, wie gesagt, fixe Regeln gibt es nicht, und es entscheidet letzlich nur der Sprachgebrauch.

Im österr. Deutsch scheint der sächliche Artikel vielfach bevorzugt zu werden, auch wenn man in D zB weibliches oder männliches Geschlecht verwendet (das/die Cola, das/die Email, das/der Keks.) Warum? Keiner weiß es :)

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Moment, in Ö sagt man "Das Cola"? O_O –  nixda Mar 26 at 21:21
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@nixda: Ja. Beispiel: Das österreichische Unternehmen Red Bull hat auch Cola im Sortiment. Und so sieht die Werbung dafür aus: basg.gv.at/uploads/media/Cola_Red_Bull.JPG –  Hubert Schölnast Mar 27 at 2:19
    
Ja. Das Cola, das Fanta, usw. (aber der Almdudler :-) –  Ingmar Mar 27 at 4:15

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass häufig (aber nicht immer) der Begriff ins Deutsche übersetzt wird, und dann der Artikel des deutschen Wortes für das Wort aus der Fremdsprache verwendet wird.

Daher:

Die Firewall - Die Feuermauer
Die E-Mail - Die elektronische Post
Der Star - Der Stern
Der Place de la Concorde - Der Platz der Einigkeit
Die Front National - Die nationale Front
Das Event - Das Ereignis
Die Playstation - Die Spielstation

Der Nachteil dieser Methode: Sie funktioniert nur wenn es auch ein deutsches Wort dafür gibt. Das ist nicht immer der Fall. Bei Wörtern wie Yoga, Ayurveda, Dim Sum, Mahjong, Tacheles oder Zen wird's schwierig.

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Das funktioniert aber nicht immer, und auch nicht immer für den ganzen deutschen Sprachraum. Heißt es zB der oder das Weblog? Warum die Email, wenn es doch "der" Brief heißt? In andere Fällen gibt es das Wort schon im Deutschen, wenn auch vielleicht mit anderer Bedeutung, wie zB die Station, da tut man sich leicht. Manchmal hilft auch das natürliche Geschlecht, wie zB bei der Star. –  Ingmar Mar 27 at 4:20
    
@Ingmar: Die Station - der Bahnhof. :) Pizza quattro stationi: Pizza 4 Bahnhöfe (siehe Monopoly). Viele sagen auch "der Event". Und Tacheles ist ja wohl ein deutsches Wort. Das Tacheles, übrigens. Wir gingen oft in das Tacheles. –  user unknown Mar 27 at 6:08
    
@userunknown: Tacheles ist Hebräisch, es gibt kein gleichbedeutendes deutsches Wort. In hebräischer Schrift: »תכלס«. Das sind (von rechts nach links) die Buchstaben ת-Taw (steht für den Konsonanten t), כ-Kaph (Steht für einen Laut, der klanglich eine Mischung aus 1/3 »k« und 2/3 »ch« ist, ähnlich der in Tirol verbreiteten Variante des »ch«), ל-Lamed (l) und ס-Samech (s). Also: »tchls«. Die Hebräische Schrift hat keine Zeichen für Vokale, die muss man sich dazudenken. In Hebräisch ist sowohl die Aussprache "Tachles" als auch "Tacheles" zu finden (beides mit einem aus der Kehle kommenden »ch«). –  Hubert Schölnast Mar 27 at 8:22
    
Mein ÖWB sagt Tacheles sei ein Pluralwort, daher die T. –  Ingmar Mar 27 at 12:58
    
@HubertSchölnast; Tacheles mag aus dem Hebräischen kommen oder dem Jiddischen - es steht jedenfalls im Duden, ist also jetzt auch ein Deutsches Wort. Ein anderes, gleichbedeutendes Wort wäre Klartext. Abgeleitet von dem Ausdruck gab es in den letzten 2 Jahrzehnten (und womöglich davor) in der Berliner Oranienburger Straße das Tacheles, ein Kunst- und Kulturzentrum. –  user unknown Mar 28 at 10:49

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