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Google Books hat jede Menge Zitate für „ich erinnere daß“ und „ich erinnere wie“, z. B.:
Hans Ernst Kinck, Machiavelli: seine Geschichte und seine Zeit, 1938:
Ich erinnere, wie wir am ersten Fastensonntag, das war der 12. Februar, heimkamen.
Akademie für Deutsches Recht 1933–1945, Protokolle der Ausschüsse: Ausschuß für Aktienrecht, Band 1; Sitzungen vom 14.–20.10.1937:
Das wäre eine Gelegenheit, in bezug auf das Institut der Vor- und Nacherbschaft,
das ja mancher wenig freundlich ansieht – ich erinnere, daß wir bei der ersten
Erörterung der Vor- und Nacherbschaft erwogen haben, ob man sie nicht abschaffen soll –, der Öffentlichkeit darzulegen, daß Fälle vorkommen können, in denen im Interesse der Erhaltung des Vermögens in der Familie die Festsetzung der Vor- und Nacherbschaft durch Testament geboten erscheint.
Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstages; Datum unklar, aber vor 1903:
Ich erinnere, daß in der Kommission von Regierungsseite ausdrücklich zugegeben wurde,
daß dieses Zollsystem eine große Sachkenntniß und außerordentliche Gewissenhaftigkeit der Beamten voraussetze.

Constanze Esmarch an Theodor Storm, Brief vom 15.12.1845:
Du hast ja doch früher nichts gegen die Stiefeln gehabt, und ich errinere,
daß ich Dich vorigen Winter ganz verliebt machen konnte, wenn ich Dir ein
kleines Stück von meinem weißen Strumpf zeigte[.]
Und so weiter, und so fort (eigentlicher Urheber nicht immer klar, Quellenangaben nach bestem Wissen und Gewissen):
- [I]ch lege eine Sammlung mit meinen Spezialgerichten an, eine Geschenkidee: zehn persönliche Gerichte für manche bzw. für meine Fälle, in Oktavheftchen wär schön, ich erinnere wie eine ältere Dame ein Oktavheftchen sucht, genau wie ich es am selben Orte suchte[.] (Fuszspuren: Füsze: Texte und Zeichen von Wien nach Berlin, Janus-Press, 1994)
- Ich erinnere, wie ich in den 60er Jahren meinen Eltern persönlich vorhielt, nicht im Widerstand während des Nationalsozialismus tätig gewesen zu sein[.] (Deutsche Gesellschaft für Psychologie, 1994)
- Ich erinnere, wie schnell ich damals bereit war, die Stimme hinter der Zeitung zum festen Bestand meiner Umgebung zu zählen. (Erzählungen seit 1945, dtv)
- Ich erinnere wie er am Frühstückstisch ass, wie ein hungeriger Mensch isst, und sie sass nur und sah ihn an; doch wenn sie von Vogelsang sprach, sprach er von Kalbssteak! (Die Insel, 1902)
- Ich weiß nicht mehr, wann oder wo, aber ich erinnere, wie sie mit den Händen abwinkte[.] (Hanna Lévy-Hass, Tagebuch aus Bergen-Belsen: 1944-1945)
- Ich werde in meiner Vermuthung bestärkt, wenn ich erinnere, wie Plato einst in seinem späteren Lebensalter zu der nähmlichen Ueberzeugung gelangte, daß... (Nietzsche, Briefwechsel, Kritische Gesamtausgabe)
Die Form ist also weder neu, noch auf Norddeutschland oder Umgangsprache begrenzt. Ob das Englische hier abfärbt, ist folglich Spekulation.
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answered Jun 10 '11 at 11:38
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