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Man liest und hört heute häufig den folgenden Satz:

Er ist mir wohlgesonnen

Nun ist "wohlgesonnen" aber grammatikalisch nicht richtig, denn es muss "wohlgesinnt" heißen. Der Duden listet "wohlgesonnen" demnach auch als umgangsprachlich auf, in vielen Wörterbüchern gibt es "wohlgesonnen" gar nicht.

"Wohlgesinnt" wird aber in der deutschen Sprache zunehmend von "wohlgesonnen" verdrängt:

enter image description here Quelle: Google Ngrams

Wie ist es dazu gekommen, dass sich diese Redensart so durchsetzt und ist es wirklich noch falsch, von "wohlgesonnen" zu reden, wenn es mittlerweile die Mehrheit der Deutschen tut?

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+1 für diese interessante Frage. Ich muss ja zugeben, dass wohlgesinnt schon falsch für mich klingt, obwohl es wohl richtig wäre. – Deve Jun 17 '11 at 7:05
@Deve: genauso geht es mir auch! – Takkat Jun 17 '11 at 7:06
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Ist das nicht ein valider Grund für Veränderungen in einer Sprache? – musiKk Jun 17 '11 at 8:43
@musiKk: die ausländischen Deutschlerner werden uns dafür hassen ;) – Deve Jun 17 '11 at 8:53
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Der Graph deutet daraufhin, dass das Wort von den Nazis belastet ist, bei "übel gesinnt" sieht man das besser: ngrams.googlelabs.com/… – Phira Jun 17 '11 at 10:11
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1 Answer

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In diesem Blogeintrag von Belles Lettres steht genau zu diesem Thema Folgendes, dem ich mich anschließen möchte:

Nur die Variante wohlgesinnt ist histo­risch rich­tig, wohlgesonnen dagegen un­histo­risch erst vor kur­zem durch eine fal­sche Ver­knüp­fung zum Ver­bum sinnen ent­stan­den.

Tatsächlich sind das mittelhochdeutsche gesinnet und das neu­zeit­liche wohlgesinnt direkt als perfek­tives Adjektiv vom Sub­stan­tiv Sinn ab­gelei­tet, so wie auch das Ad­jek­tiv gesittet nicht das Par­ti­zip zu einem nicht­exi­stie­ren­den Ver­bum sit­ten ist, sondern vom Sub­stan­tiv Sitte ab­gelei­tet ist.

Auch wenn wohlgesonnen unhistorisch und durch falsche Ana­logie ent­stan­den ist, ist es gegen­warts­sprach­lich kor­rekt.

Stilistisch kann man heute ruhigen Gewissens sowohl wohlgesinnt als auch wohl­geson­nen verwenden. Beide Formen sind korrekt und werden von Deutschsprechern ver­wen­det und ver­stan­den, ohne Jar­gon einer Spre­cher­gruppe zu sein.

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