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In alten deutschen Texten liest man häufig Wörter mit th geschrieben, die heutzutage ohne ein Solches geschrieben werden. Beispiele sind Theil, Thor. Wann wurden diese Schreibungen abgeschafft? Nach welchem Kriterium wurden sie in anderen Wörtern wie Thron behalten?

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Willkürlich habe ich nach einigen dieser Begriffe in NGrams gesucht. Einige sind dabei unauffällig (Thor/Tor, möglicherweise in diesem Fall, weil es den Namen Thor ja auch noch gibt). Andere, zum Beispiel Theil/Teil, Werth/Wert, Wirth/Wirt, zeigen einen typischen Verlauf:

Kurvenverlauf für Werth/Wert

Hier ist auffällig, dass der Wechsel kurz vor der Jahrhundertwende um 1900 erfolgte. 1876 fand die Erste Orthographische Konferenz statt, die eine Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung erzielen sollte:

Ferner sollte das th, das in deutschen Wörtern wie Zierat, Armut längst wankend geworden war, jetzt im Auslaut und in den Endungen -tum, tüm ganz wegfallen und nur im Anlaut vor einfachen Vokalen stehen bleiben, also Glut, Not, Atem, Altertum, Ungetüm, auch Teil, verteidigen; aber That, Thor, Unterthan wie bisher.

1901 fand die Zweite Orthographische Konferenz statt:

In heimischen Wörtern sollte das h nach t grundsätzlich fallen (Tal, Tür statt Thal, Thür). In Fremdwörtern wie Thron und Theater wurde die th-Schreibung beibehalten.

(Beide Zitate aus Wikipedia)

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Beibehalten wurde auch "Thüringen". –  Ingo Sep 12 '11 at 14:35

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