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Im Grammatikbuch Hammer's German Grammar and Usage habe ich eben gelesen , dass Flüsse im Ausland männlich sind:

der Ganges
der Nil

Im Gegenteil sind die Flüsse innerhalb Deutschlands feminin

die Maas
die Donau

Könnte mir ein Benutzer etwas über die Herkunft und Logik dieser amüsanten Regel erklären? Und wie steht es mit Flüssen in der Schweiz, Österreich,... ?

Edit Weiter im Buch wird die Ausnahme erwähnt, dass ausländische Flüsse mit Endung -a oder -e feminin sind: die Seine, die Wolga

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Es gibt keine solche Regel: der Rhein, die Wolga. Außerdem fließt die Maas nach heutigen Grenzen nicht durch Deutschland. –  Stefan Walter Jul 23 '11 at 8:48
    
@Stefan: Erst nach meinem Editieren habe ich Dein Kommentar gelesen: was die Wolga betrifft sind wir also völlig einverstanden. Und der Rhein ist unbestreitbar männlich! Ist er die einzige Ausnahme? Oder sind vielleicht die meisten deutschen Flüsse doch männlich? Das wäre trotzdem interessant. Selbst eine statistische Faustregel hilft, finde ich, wenn man Deutsch spricht, verglichen mit blindem Raten. Ich bin an Deine eventuellen weiteren Kommentare oder Antwort sehr interessiert. –  Georges Elencwajg Jul 23 '11 at 9:13
    
@Georges: Der Lech und der Regen sind Nebenflüsse der Donau, die aber nicht vollständig in Deutschland liegen. –  Hendrik Vogt Jul 23 '11 at 9:43
    
Viele Flüsse fließen durch mehrere Länder, zumal, wenn man den Grenzverlauf verschiedener Jahrhunderte ansieht. Die Mosel fließt ein Stück durch Frankreich, der Rhein durch Schweiz und Holland, die ganzen Grenzflüsse nicht zu vergessen. Der Main allerdings kommt mir sehr kerndeutsch vor, und ist männlich. Eine Faustregel, die ständig falsch liegt, hilft m.e. nichts. Die Themse, die Seine, die Spree=> Flüsse, die durch Hauptstädte fließen? –  user unknown Jul 23 '11 at 16:57
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Den Neckar nicht vergessen! Nirgends fließt dieser auch nur ansatzweise außerhalb Deutschlands. –  Ingo Jan 16 at 12:32
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2 Answers

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Wie Stefan Walter in seiner Antwort bereits erläutert hat, existiert die Regel nicht.

Allerdings stimmt es, dass viele deutsche Flussnamen weiblich sind. Es gibt einige wenige männliche Flussnamen. Sie sind meist vorgermanischen Ursprungs: "der Rhein", "der Main", "der Inn", "der Neckar", "der Eisack", "der Lech", "der Regen". Diese Namen haben ein maskulines Geschlecht, da in vorgermanischer Zeit die Flüsse als verkörperte (männliche) Götter betrachtet wurden.

Der Namensforscher Konrad Kunze, Professor am Deutschen Seminar der Universität Freiburg, schreibt Folgendes zu diesem Thema:

Die Flussnamen in unserem Raum ("Deutschland") waren und sind in der Regel weiblich, wie das alte Wort "die Ach" = 'der Fluss', weswegen Namen mit -ach weiblich sind (die Wutach, die Brigach, die Schwarzach usw.). auch 'der Bach' war früher und ist heute noch in vielen Dialekten weiblich, die Bach, niederdeutsch die Beeke. Daher heißt es in alten Formulierungen noch heute z.B. "die Schlacht an der Katzbach". Auch andere Flussnamen unseres Raumes sind weiblich, vgl. die Fulda, die Elbe, die Weser, die Havel, die Saale usw. usw. Das kann mit dem grammatischen Geschlecht der Wörter zusammenhängen, die in den Flussnamen stecken.

Früher meinte man, es käme davon, dass die Menschen in den Flüssen weibliche Gottheiten gesehen hätten, Nixen usw.- Namen, die sehr alt sind und aus vordeutschen Sprachen stammen, sind oft männlich, und die entsprechenden Gottheiten auch männlich dargestellt: der Vater Nil, der Flussgott Tiber, und so auch der Rhein, aus lateinisch/keltisch Rhenus, der Inn aus lateinisch und älter Aenus, der Main aus lat. und älter Moenus, der Lech aus lat. und älter Licus usw.

Einige von ihnen haben nach dem Vorbild der meisten hier befindlichen Flussnamen später das weibliche Geschlecht angenommen, so ist aus männlichem Saravus heute die weibliche Saar geworden, aus dem männlichen Danubius heute die weibliche Donau (wohl in Angleichung an das Wort die Au(e)), aus dem männlichen Rhodanus heute die weibliche Rhone.Bei anderen sehr alten Namen ist das männliche Geschlecht erhalten geblieben, der Inn, der Lech usw.

Das Geschlecht von Flussnamen wurde vor sehr langer Zeit festgelegt – teilweise in der indoeuropäischen Grundsprache bereits um 1000 v. Chr., also vor der Entwicklung der germanischen Sprache.

Gewässernamen entstanden aus dem ursprünglichen Wortstamm, kombiniert mit einer Endung für das Geschlecht. Die schlichteste Form der Gewässernamen ist die, dass an ein wurzelhaftes Element ein einfaches, den Flexionsnamen abgebendes -a antritt, so dass feminine Gebilde entstehen wie Aisa und Isa, Nida und Neida. (Quelle: (H. Krahe, Unsere ältesten Flußnamen, Wiesbaden 1964))

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Dieser Reichtum an Information ist ein Genuss: vielen Dank, splattne! Jetzt verstehe ich, im Licht der Mythologie, warum es einen Unterschied gibt zwischen den deutschen und den anderen Flüssen. –  Georges Elencwajg Jul 23 '11 at 11:43
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Es gibt keine solche Regel.

Männliche Flüsse in Deutschland: Der Rhein, der Inn, der Lech, der Main, der Neckar.

Weibliche Flüsse in Deutschland: Die Elbe, die Donau, die Weser, die Isar, die Ruhr, die Spree, die Havel, die Oder.

Vom Gefühl her würde ich sagen, dass es mehr weibliche als männliche gibt, vielleicht 75-25 oder noch mehr, denn im Moment fallen mir keine männlichen deutschen Flüsse mehr ein, aber zahlreiche weibliche.

Ich denke, dass Flüsse, die auf a oder e enden, fast immer weiblich sind. Ansonsten fürchte ich, dass es keine tauglichen Regeln gibt. Bei ausländischen Flüssen orientiert man sich natürlich an der jeweiligen Landessprache. Eine Ausnahme ist aber zum Beispiel die Rhône oder auch die Themse ("Old Father Thames").

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In Frankreich ist es gemischt, wobei die meisten großen Flüsse weiblich sind. de.wikipedia.org/wiki/… –  starblue Jul 23 '11 at 10:24
    
Gut, dass Du Dein Kommentar in eine Antwort geändert hast, Stefan. –  Georges Elencwajg Jul 23 '11 at 11:40
    
Es gibt definitv mehr weibliche als männliche Flüsse. An männlichen (über 100 km Länge) nämlich außer den genannten Rhein, Main, Inn, Lech und Neckar noch der Koch, der Regen und der Rhin. Das wars, alle anderen sind weiblich. –  Ingmar Jan 16 at 13:47
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