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Der Werbeslogan "Das König der Biere" (zum Glück erinnere ich mich nicht an die Marke, sonst hätte die Werbung gegriffen) "funktioniert" bei den meisten Menschen - er wird i. d. R. zwar als merkwürdig und ungewöhnlich - ggf. auch scheußlich - wahrgenommen, aber "verstanden".

Nur worum handelt es sich hierbei? Angenommen, derartige Konstruktionen würden in den alltäglichen Sprachgebrauch übergehen, bräuchten wir dann einen neuen Begriff in der Grammatik dafür?

Vielleicht ist unser Gehirn ganz gut in der Lage, das "Das" auf "Bier" zu beziehen. Wie wäre es dann aber mit der Konstruktion "Der Königin der Weine" (das "Der" auf "Wein" beziehend)? "Das König der Biere" funktioniert irgendwie deutlich besser als die neu erfundene Variante (oder?).

Eine Überlegung ist, "König der Biere" als "irgendwie unbekanntes, kompaktes" Objekt zu verstehen und daher mit einem sächlichen Artikel zu versehen, der in solchen Fällen am ehesten verwendet wird ("Das Blablublo"). Dagegen spricht allerdings, dass "Das König der Weine" nicht funktioniert (oder?).

Wie also "funktioniert" "Das König der Biere"?

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"Der Königin der Weine" funktioniert meiner Meinung nach aus 2 Gründen nicht: Erstens wegen der Wiederholung des Artikels und zweitens weil es wie der Dativ (z.B. "Es gehört der Königin der Weine") klingt und damit ein Teil des Satzes zu fehlen scheint. –  eWolf Oct 7 '11 at 4:03

4 Answers 4

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Es handelt sich beim Slogan

Das König der Biere

um ein Wortspiel.

König ist nämlich sowohl ein Wort, das "Regent" bedeutet, als auch der Name einer Biermarke (König Pilsener). Die Marke "König Pilsener" ist sächlich; somit ist der Artikel "das" durchaus korrekt.

Der Spruch ist vielleicht auch eine Anspielung auf

(Der Löwe ist) der König der Tiere.

was wegen des ähnlichen Klangs Tiere/Biere auch dazu beiträgt, dass der Slogan "funktioniert".

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Es ist auch eine Anspielung auf Warsteiners Werbespruch, "Eine Königin unter den Bieren". –  Cass Oct 5 '11 at 18:21
    
@Cass: Ist die Reihenfolge der Werbeslogans irgendwie belegbar. –  user unknown Mar 30 '12 at 21:46

Ich glaube nicht, dass "Das König der Biere" grammatikalisch funktioniert, oder funktionieren soll - der Satz ist absichtlich und provokant falsch, damit man hinhört, zusammenzuckt, ihn sich merkt, und sich dann darüber unterhält. Werbung versucht ja immer gerne, zu provozieren, und in dieser Hinsicht funktioniert der Satz ganz ausgezeichnet: Wir verbreiten gerade freiwllig ihren Werbespruch weiter.

Ich würde vermuten, dass "Der Königin der Weine" für Dich hauptsächlich deshalb noch falscher klingt, weil Du Dich durch Wiederholung inzwischen an den Werbespruch gewöhnt hast. Wenn man etwas oft genug hört, merkt man irgendwann nicht mehr, dass es seltsam oder falsch ist. Verständlich sind beide Sätze - ein Satz wird nicht underverständlich, bloß weil der falsche Artikel verwendet wird.

Wenn solche Konstruktionen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergehen würden, bräuchte man tatsächlich einen neuen Begriff dafür, aber ich sehe keinen Hinweis darauf, dass sie das tun - abgesehen von Menschen, die die Sprache gerade erst lernen, diesem einen Werbespruch, und gelegentlicher Verwirrung, ob es "der Nutella", "die Nutella", oder "das Nutella" heißt, ist es eigentlich nicht üblich, den bestimmten Artikel des falschen Geschlechts zu verwenden.

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Ich glaube nicht, dass die Analogie "Königin der Weine" funktioniert. "König" ist in diesem Zusammenhang der Eigenname eines bestimmten Biers, "Königin" hingegen nicht der Eigenname eines bestimmten Weins. Ich denke, dass "König" als Bier schon vor Aufkommen des Werbespruchs als sächlich etabliert war. Wenn mich der Kellner fragt, was ich trinken möchte, dann antworte ich doch auch "ein König" und nicht etwa "einen König" -- im letzteren Fall dürfte mich der Kellner doch etwas verwirrt anschauen... –  Martin B Oct 13 '11 at 9:34
    
Deinem ersten Absatz stimme ich zu, aber Splattnes Löwe hat doch zuviel für sich, sonst würde ich Dir Deine Antwort mit Deutschlands meister Kreditkarte :) abkaufen. –  user unknown Mar 30 '12 at 21:49

Hat es nicht etwas damit zu tun, dass sich das "Das" auf das Bier bezieht. Es ist "Das König Bier der Biere." Bier is sächlich, und damit hat es den Artikel "Das". Oder versteh' ich das komplett falsch?

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So hatte ich das auch verstanden (s. Frage: "Vielleicht ist unser Gehirn ganz gut in der Lage, das "Das" auf "Bier" zu beziehen.") Die Frage bezieht sich eher darauf, wieso es so eingängig ist, etwa im Ggs. zu vergleichbaren Konstruktionen. –  Olaf Oct 26 at 15:31

Die Werbefritzen wissen, dass man mit falschen Strukturen in Werbesprüchen Aufmerksamkeit erzielen kann, wie Cass schon richtig bemerkt hat. Das bekannteste Beispiel ist "... da werden Sie geholfen", den eine junge Dame mit charmantem Lächeln uns eingehämmert hat, mit Erfolg, der Satz blieb in Erinnerung.Solche Tricks sind aber schnell ein alter Hut, deshalb greifen Werbefritzen nicht allzu oft in diese Trickkiste.

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Sollte das nicht eher ein Kommentar als eine Antwort sein? –  Takkat Oct 26 at 18:58
    
Bin einverstanden. –  rogermue Oct 26 at 19:27

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