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Ich seh die Phrasen oben oft synonym benutzt in der Umgangssprache. Wenn man zwei Faktoren hat, die sich gegenseitig/wechselseitig bedingen/implizieren wird es scheinbar so verstanden, dass das Auftreten des einen Faktors das des anderen notwendigerweise nach sich zieht (z.B. Arbeitslosigkeit - Rezession (Arbeitslosigkeit kann ja auch durch falsche Bildungspolitik/Fachkräftemangel entstehen und dann Rezession implizieren). Der Faktor wird imo als logisch hinreichend (Unterschied zu notwendig !) betrachet.

Ich will jetzt garnicht andeuten, wo Unterschiede liegen könnten und somit die Antworten beinflussen, denn das täte mich gerade interessieren ob ihr hier Bedeutungsunterschiede bei

wechselseitig bedingen/implizieren und gegenseitig bedingen/implizieren

seht. V.a. wenn es dann um 3 oder 4 Faktoren geht (Netzwerk), die sich beeinflussen. Heisst es z.B., wenn 3 Faktoren sich gegenseitig/wechselseitig implizieren/bedingen, dass das Auftreten bereits eines Faktors, beide anderen hervorruft, weil alle wie in einem Netzwerk direkt miteinander verbunden sind oder aber nur alle indirekt miteinander verbunden sind und sich somit triggern können (kein Dreieck)?

Die prof. Programmierer, die wir hier haben, müssen sich afaik ja auch mit Netzwerk- und Graphentheorie beschäftigen, ich denke da werden evtl. semantische Nuancen auftreten zwischen obigen Phrasen? In der Philosophie/Logiktheorie werden afaik meist nur 2 Faktoren betrachtet, da hab ich nicht viel Erhellendes gefunden.


on comments:

Also ganz einfach: können die obigen Phrasenkombinationen oben beliebig benutzt werden, ohne dass sich feine Bedeutungsunterschiede, v.a. für den Fall von 3 oder mehr Faktoren, ergeben? Alles andere sind Hinweise die ich gegeben hab für den Nicht-Fall.

Bei 3 oder mehr Faktoren muss aber nicht jeder Knoten mit nem anderen verbunden sein, ohne dass man nicht mehr von einem Knoten über Umwege zu irgendeinen anderen gelangen könnte und nicht direkt. Des weiteren könnte man bedingen in der Netzwerkperspektive so verstehen, dass alle Faktoren, nur unter Bedingung des Auftretens aller einzelner Faktoren für sich, sich dann gegenseitig beinflussen, während implizieren (hervorrufen) bedeutet, dass egal, welcher Faktor zuerst auftritt (z.B. Rezession), dieser unweigerlich die anderen nach sich zieht.

user unknown Kommentar geht schon in die richtige Richtung imo. Der Duden gibt die einz. Begriffe als synonym aus und ist keine grosse Hilfe für Fachsprache was den Kontext angeht. Auf linguee sieht man auch nochmal wie unterschiedlich das ins Englische übersetzt wird, ob da dependent, interdependent, relating logisch alle völlig synonym sind, wag ich zu bezweifeln. Wahrscheinlich tritt dieser semantische Unterschied nur in Fachwissenschaften wie evtl. Netzwerk-/Systemtheorie auf.

Die Tatsache, dass egal welche Phrasenkombination man oben googelt, alle viele Hits aufweisen ist vielleicht Indiz für Synonymität, genau so könnte man aber auch fragen, warum hat sich eine dann nicht deutlich durchgesetzt? Evtl. gibts doch feine Nuancen. Interessiert hier vielleicht wenige, mich aber :)

PS: Das close Vote versteh ich übrigens nicht, da die Frage ziemlich klar ist (Bedeutungsunterschiede) und eine Antwort "Nein, keine Unterschiede" wahrscheinlich upgevotet würde, weil es umgangssprachlich kein grosser Unterschied gemacht wird. Ein downvote würd ich verstehen (die sind übrigens kostenlos bei Fragen ;)), wenn jemand die Frage nicht versteht oder mag. Die Frage ist vielleicht nicht einfach, aber Fragen werden nunmal schwerer, nicht einfacher und der Trend wäre mir lieber als zig single-word-request wie auf ELU, wo user nach Adjektiven für willkürliche Umschreibungen fragen, die ohne Kontext dann aber auch wieder keiner versteht, weil sie vieles bedeuten können. Aber evtl. meine Missinterpretation, dass Stackexchange für nicht einfache formulierbare Fragen das falsche Format ist.Jetzt ist das so lang geworden, dass es schon keiner mehr liest lol. Wenn keinem mehr was einfällt, kanns von mir aus gelöscht/geclosed werden. Ist vielleicht wirklich besser für ein Diskussionsforum.

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In der Logik verwendet man

A bedingt B

gleichbedeutend mit

B impliziert A

also B setzt A vorraus, was etwas untergeht, wenn es eine gegenseitige Beziehung sein soll, weil dann auch A B vorraussetzt.

Wenn A B vorraussetzt und vice versa, dann können A und B nur gemeinsam auftreten, und dann sind sie das gleiche.

A > B impliziert B < A und umgekehrt, sowie A != B

wäre eine solche Kosntruktion mit 3 Aussagen, die letztlich das gleiche sagen.

Wenn aber eines ein anderes hervorruft, dann kann es keine wechelseitige Beziehung sein. Wenn ich ein hartes Ei in den Salat schneiden will, dann muss ich das Ei vorher kochen, aber nicht umgekehrt: Ich kann das Ei auch kochen, ohne es anschließend in den Salat zu schneiden. Hier liegt einmal eine Kausalität vor, eine Ursache-Wirkung-Beziehung, aber es ist keine Identität.

Aus A > B und B > C folgt A > C.

Aber aus A > B und A > C folgt nichts über die Beziehung zwischen B und C.

In Wirtschaftskreisläufen finden sich häufig Beziehungen, bei denen die die Folgen eines Effektes diesen verstärken, z.B. befördert die Rezession die Arbeitslosigkeit, und jene senkt die Kaufkraft, die Nachfrage, und verstärkt die Rezession, aber wie man leicht sieht muss die Rezession doch irgendwann angefangen haben, und kann die Nachfrage nur begrenzt zurückgehen. Es muss also weitere Effekte und Gegenkräfte geben - zum Beispiel sinkende Preise, die den Export beflügeln, und damit der Rezession entgegenwirken. Die Begriffe können hier also nicht so streng verwendet werden, wie in der Logik oder der Mathematik.

Es ist aber sehr hilfreich sich dieser Betrachtung bewußt zu sein, wenn man vermeiden will, von anderen auf's rhetorische Glatteis geführt zu werden, oder derartige Ausflüge selbst zu veranstalten beabsichtigt.

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Der letzte Satz gefällt mir besonders, da man als Laie auf einem speziellen Gebiet dann oft leichtgläubig erst garnicht weiter nachdenkt, ob besagte Faktoren wirklich unzertrennlich zusammenhängen(weil intuitiv stimmig) und was eigentlich was bedingt/begrenzt/vorraussetzt. In diesem Mischmasch scheinen obige Phrasen aber gerade oft genutzt zu werden als Totschlagargument bzw. um eine starke Verflechtung von Faktoren anzudeuten,ohne sie aber exakt benennen zu wollen/können oder eben fälschlich so darzustellen. Vielleicht sollte man in diesen Fällen eher voneinander abhängige Faktoren benutzen –  Hauser Oct 8 '11 at 16:15
    
Ich würde die Antwort dahingehend verbessern, dass die Aussage "A bedingt B" durch ein "ausschließlich A bedingt B" ersetzt wird, denn andernfalls ist die Schlußfolgerung "B impliziert A" nicht gültig. Mit Deiner Abstraktion wären falsche Implikationen konstruierbar. Beispiel: Wenn die Glühbirne kaputt ist, leuchtet die Tischlampe nicht. Aber wenn die Tischlampe nicht leuchtet, impliziert das eben nicht automatisch eine defekte Glühbirne. Es könnte auch ein Stromausfall sein. –  Ray Oct 12 '11 at 12:04
    
Das ist richtig. Auch sehe ich, dass A != B nicht gleichbedeutend ist mit A > B. Muss ich irgendwie noch rausarbeiten. Allerdings scheint mir 'ausschließlich' nicht der richtige Weg. –  user unknown Oct 12 '11 at 13:53

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