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Auf Deutsch werden ganze Zahlen, die ohne Rest durch 2 teilbar sind – also die Reihe

... -4, -2, 0, 2, 4, 6, 8, 10 ...

– als gerade und die Zahlen

... -3, -1, 1, 3, 5, 7, 9, 11 ... 

als ungerade bezeichnet.

Warum?

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Irgendwie bezweifele ich, dass man -4 und 0 als gerade Zahlen bezeichnet hat, oder zumindest ist das gerade sein bei diesen nicht der Rede wert. Im ursprünglichen Sinne dürfte sich das auf natürliche, also positive, ganze Zahlen bezogen haben. –  bernd_k Oct 9 '11 at 15:30
    
Was hat das mit deutsch zu tun? Ist doch in anderen Sprachen auch so – z.B. im englischen (even/odd). Wäre m.M. nach schon wieder eine gute Frage für linguistics.stackexchange.com. –  feeela Oct 10 '11 at 14:50
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@feela heißt "even" wörtlich "gerade"? Ja, aber nur bei Zahlen - und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Außerdem: in anderen Sprachen, z. B. Italienisch: "numeri pari e dispari". –  splattne Oct 10 '11 at 15:07
    
Mir ist dabei aufgefallen, dass viele Sprachen ungerade durch Negation von gerade bilden, nur im Englischen kennen ich den eigenen Begriff odd. Die Frage dazu wollte ich eigentlich schon länger stellen, jetzt hab ich sie auf linguistics.stackexchange.com/questions/764/… gestellt. –  bernd_k Oct 10 '11 at 18:35
    
"Gerade" und "krumm" sind Gegensätze. Eine "krumme" Zahl ist eine Zahl, die schlecht teilbar ist, oft eine Zahl mit Nachkommastellen (obwohl ich schon gelesen habe, dass 42 nicht nur eine relevante Antwort sei, sondern auch eine krumme Zahl). Ich kann mir daher gut vorstellen, dass die Beschreibung einer Zahl, die sich ohne Rest durch 2 teilen lässt, als "gerade" einen ähnlichen Ursprung hat wie die Beschreibung einer schlecht teilbaren Zahl als "krumm". Auch wenn man in der Mathematik das Adjektiv "gerade" mittlerweile(?!) als Gegensatz zu "ungerade" versteht. –  Ray Oct 11 '11 at 13:12
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4 Answers

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Eine mögliche Erklärung findet sich auf dieser Seite des SWR:

Die „geraden“ Zahlen lassen sich zurückführen auf das gotische Wort „rathjo“, was einfach „Zahl“ bedeutete, und daraus wurde dann ein Verb (ge-)rathjan – zählen. Daraus hat sich im Althochdeutschen „girat“ gebildet, was erst mal so viel hieß wie zählbar, gleichzählig.

Warum sich die Wortbedeutung dann später reduziert hat auf „gerade“ im Sinne von „in zwei gleiche Hälften teilbar“, das weiß offenbar niemand so richtig. Eine Möglichkeit könnte sein: Die Vorsilbe ge- in den germanischen Sprachen bedeutet (ähnlich wie co- oder com- im Lateinischen) immer, dass etwas miteinander verbunden wird (bestes Beispiel: gem-einsam). Rathjan war „zählen“, ge-rathjan könnte dann die sinngemäße Bedeutung bekommen haben „paarweise zählen“, woraus sich dann girat „paarweise zählbar“ entwickelt hat.

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So als Mathematiker habe ich auch noch eine Erklärung.

Wenn man ein Torte in eine gerade Anzahl von Stücken schneiden will, dann kann man in gerader Linie durch die Mitte schneiden, während das bei einer ungeraden Anzahl nicht geht.

Ist doch plausible, ob historisch zutreffend kann ich genauso wie bei den anderen Spekulationen nicht sagen.

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+1 Halte ich zwar nicht für eine wahrscheinliche Erklärung, aber sie gefällt mir trotzdem außerordentlich gut. Demnächst nenne ich die ungeraden Zahlen "winklig" mit Hinweis darauf, dass man nur mit derartigen Schnitten einen Kuchen in eine ungerade Anzahl Stücke aufteilen kann :) –  Ray Oct 11 '11 at 12:02
    
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Begriff gerade Zahl in der Vergangenheit zum Teil in dieser Form in der Schule gelehrt wurde, aber dass sagt nur wenig über die Herkunft des Begriffes aus. –  bernd_k Oct 11 '11 at 12:21
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Meine Vermutung ist recht simpel:

Gerade ist/war ein anderer Ausdruck für gleich (siehe die Wortherkunft). Ähnlich verhält es sich mit der englischen Übersetzung even (die auch gleich, glatt, gerade, ... bedeutet).

Diese Zahlen lassen sich also in zwei gleiche Teile teilen. "Zwei gerade Teile" sagt heute niemand mehr, aber durchaus möglich, daß es früher üblich war. Irgendwann wurde dann gerade nicht mehr für gleich verwendet, außer eben bei Zahlen.

Ergänzung:
Vielleicht liegt der Ursprung für die Verwendung von gerade und gleich als Synonyme in der Balkenwaage. Wenn auf beiden Seiten das Gewicht gleich groß ist, ist der Balken gerade (horizontal).

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Ich rate nur: Eine gerade Zahl von Dingen, zum Beispiel Bücher, lässt sich auf zwei gleich hohe Stapel aufteilen, das heißt die obere Kante der Stapel ist gerade. Wenn man 7 Bücher aufteilt in 3 Bücher und 4 Bücher, und die Stapel nebeneinander stellt, ist die obere Kante ungerade.

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Klingt eher nach Volksethymologie, ist aber durchaus plausibel. –  0xC0000022L Oct 10 '11 at 8:29
    
Wäre nur plausibel, wenn man etwas nimmt, was häufiger gleichdick/-hoch/-breit ist als Bücher. –  user unknown Oct 12 '11 at 3:02
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