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Ich habe zwar einige Jahre in Niederbayern gewohnt, bin bezüglich dieser Präpositionen nie richtig sattelfest geworden.

Außerdem wissen die Einheimischen in diesen Fällen sehr wohl, dass sie die Zugereisten hier köstlich verwirren können.

Hier ein Beispiel aus Östereich

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Nein, weiß ich nicht, für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie man die Bedeutung "aufi" als Präposition nicht richtig erraten kann. Die Unterstellung weise ich mit aller Deutlichkeit zurück. –  Phira Oct 17 '11 at 11:38

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Das Suffix -i im Bairischen entspricht dem Präfix "hin-" im Hochdeutschen. Es handelt sich dabei um eine Bewegung vom Standpunkt des Sprechers weg:

  • Ich gehe hinauf = I geh auffi
  • Ich gehe hinaus = I geh aussi
  • Ich gehe hinunter = I geh obi
  • Ich gehe hinein = I geh eini
  • Ich gehe nach vorne (Sprecher steht hinter dem Angesprochenen) = I geh firi

Das Suffix -a im Bairischen entspricht dem Präfix "her-" im Hochdeutschen. Es handelt sich dabei um eine Bewegung zum Standpunkt des Sprechers hin:

  • Ich gehe herauf = I geh auffa
  • Ich gehe heraus = I geh aussa
  • Ich gehe herunter = I geh oba
  • Ich gehe herein = I geh eina
  • Ich gehe nach vorne (Sprecher steht vor dem Angesprochenen) = I geh fira

Im Bairischen werden üblicherweise die Suffixe verwendet. Die Präfixe können verwendet werden, um Richtung der Bewegung zu betonen: I geh hínaus könnte etwa nach einem Streit verwendet werden, um zu betonen, dass der Sprecher nicht mehr im Haus ist.

Im Oberbairischen wird teilweise das Präfix allgemein verwendet, allerdings verkürzt auf n- für "hin-" und r- für "her-": I geh naus anstellte von I geh aussi; I geh raus anstelle von I geh heraus. Möglicherweise kann dies allerdings durch eine Beeinflussung durch das Hochdeutsche erklärt werden.

Ich habe ausserdem beobachtet, dass bei vielen Sprechern von anderen Dialekten das "r-" als generisches Präfix für alle lokativischen Angaben verwendet wird - d.h. sowohl "heraus" als auch "hinaus" fallen in "raus" zusammen. Dies könnte erklären, dass Zugereiste Probleme mit dem Präpositionen haben. Sofern die Sprecher aber die Präfixe "hin-" und "her-" unterscheiden können, sollten die Suffixe eigentlich zu meistern sein.

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Gerade die "-i"/"-a" unterscheidung gefällt mir persönlich sehr: sehr kompakt aber verwirrend, wenn man den genauen Unterschied nicht kennt ;-) –  Joachim Sauer Oct 17 '11 at 12:00
    
Jetzt wird's echt kompliziert: Ich (Oberbayer in der Oberpfalz) kenne "-i" für die Bewegung vom Sprecher weg und "-a" für die Bewegung zum Sprecher hin - aber vielleicht liegt da in der Beschreibung nur eine Verwechslung vor? (vielleicht andere Beispiele? "I geh auffa" etc. funktioniert bei uns zumindest nicht, weil der Satz impliziert, dass der Sprecher bereits oben ist auff*a*, und jetzt nochmal rauf geht). Oder? –  Mac Oct 17 '11 at 12:21
    
@Mac Stimmt - eigentlich wollte ich "Ziel des Sprechakts" sagen, weil ja nicht immer der Sprecher gemeint ist. Warum ich dann "Zuhörer" draus gemacht habe, ist mir jetzt echt ein Rätsel. –  nd01 Oct 17 '11 at 12:26
    
"hin-" und "her-" scheinen mir auch vertauscht. –  starblue Oct 17 '11 at 12:28
    
@Mac - Ich wollte eigentlich berücksichtigen, dass man über dritte reden kann: "Er soll zu ihr auffi" - das Ziel des Sprechakts befindet sich dann mit der angesprochenen auf einer Ebene, "er" dagegen darunter. –  nd01 Oct 17 '11 at 12:28

Inzwischen habe ich noch folgende ziemlich umfangreiche Quelle gefunden:

www.bayrisch-lernen.de.

Dort unter Grammatik findet man das auch ziemlich ausführlich.

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Vielleicht noch einige Ergänzungen zu splattnes und Joachims Antworten:

Das "i" ist 'breiter als im Hochdeutschen, es geht eher in Richtung "e".
Das "b" ist (typisch bayrisch/österreichisch) eine Mischung aus "b" und "w".

Die Ableitungen sind tatsächlich sehr regelmäßig. Für Auswärtige vielleicht nicht sofort ersichtlich ist, dass obi von hinab kommt :)

Die hochdeutschen Präfixe werden im Bayrischen zu Suffixen:

aufi - hinauf

"geh aufi" - "geh hinauf"

aufa - herauf

"geh aufa" - "komm herauf"

obi - hinab

"geh obi" - "geh hinunter"

oba - herauf

"geh oba" - "komm herunter"

Also tatsächlich sehr logisch:
Endung "-i" = "hin-": von hier nach dort
Endung "-a" = "her-": von dort nach hier

Analog:

"umi" = hinüber, "uma" = herüber "zuawi" = zu etwas hin, "zuawa" = zu mir/uns her
"fieri" = nach vorne (Sprecher ist nicht vorne), "fiera" = nach vorne (Sprecher ist vorne)

(sorry, "dauni" ist mir nicht geläufig, scheint aber aus dem Muster "aussa" (heraus) zu fallen :))

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"dauni" = "dort hin" –  nd01 Oct 17 '11 at 11:59

Die dialektale Präposition aufi, die in bayerischen und österreichischen Dialekten verwendet wird, bedeutet auf Hochdeutsch "hinauf" - oder kurz: "rauf".

Mia miassn aufn Berg aufi kraxln.
Wir müssen auf den Berg hinauf klettern.

obi bedeutet "hinunter" / "runter":

Zum Glück bin i ned obi gfalln.
Zum Glück bin ich nicht hinunter gefallen.

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