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Bei der Lektüre eines Buchs überraschte mich, dass der bekannte ethische Grundsatz aus der Lutherbibel "Was du nicht willst dass man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu" mit einem Dass mit Doppel-S geschrieben ist. Tatsächlich funktioniert er ebenso - so hatte ich ihn auch immer verstanden - mit einem Das mit einfachem S.

Die - recht ähnlichen - Bedeutungen wären

Doppel-S: Was du nicht willst, dass man es dir antut ("dass" als Konjunktion)

vs.

Einfach-S: Was du nicht willst, "welches" man dir antut ("das" bezieht sich auf "was")

Was ist nun "richtig"?

Oft hilft es, die "Masse zu fragen", z. B. nach beiden Varianten zu googeln und die Anzahl der Treffer zu vergleichen. Das Ergebnis im vorliegenden Fall ist recht überraschend und bezeichnend: 572.000 Treffer für Doppel-S, 579.000 für das einfache. Auch die Kombination mit Lutherbibel liefert unklare Resultate.

Weiß jemand mehr?

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Ich halte die Variante mit doppel-s für einen Fehler. Ich lehne mich weit aus dem Fenster und wage zu behaupten, dass nur die allerwenigsten der "dass"-Schreiber an die von Dir vorgebrachte Begründung dachten. Die meisten dachten wohl: "Da ist ein Komma, da kommt dass mit doppel-s". – fzwo Nov 15 '11 at 22:26
@fzwo: ...da kommt ''das'' dass mit ... - soviel Zeit muss sein! – user unknown Nov 16 '11 at 4:32
Oft hilft es, die "Masse zu fragen" - ist wohl nicht richtig. Da, wo die Masse richtig liegt, liegt man selbst auch eher richtig, und wenn die Masse irrt, dann hilft es einem also nicht. Qualität != Quantität. – user unknown Nov 16 '11 at 4:34
Zwingender Kommentar: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das willst Du doch, was willst denn Du? (Otto Walkes, 70er Jahre) – user unknown Nov 16 '11 at 4:37
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Zwingende Korrektur: Was du nicht willst, dass man dir will, das willst du kei'm, was willst denn du?! -- Otto Waalkes (Hervorhebungen von mir) – Jürgen A. Erhard Dec 27 '11 at 18:18

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Ursprünglich hatte Luther in seiner Bibelübersetzung von 1545 im Buch Tobit 4 folgenden Satz geschrieben:

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Quelle: Google Books

Erst später ist durch die doppelte Verneinung ein gereimtes Sprichwort entstanden:

Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andern zu.

Hier steht "das" in Relation zu "was" (wie im Satz "Was in der Bibel steht, das glaube ich") als Relativpronomen und wird somit mit nur einem 's' geschrieben.

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