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Wenn eine Welle reflektiert wird, spricht man von Reflexion.

Ich finde die Schreibweise "Reflektion" hier intuitiver und empfinde die Schreibweise mit "x" als falsch (obwohl ich weiß, dass sie korrekt ist).

Aber, ist es falsch "Reflektion" anstatt "Reflexion" zu schreiben oder sind beide Schreibweisen erlaubt?


Edit: NGram scheint nicht auf meiner Seite zu sein, allerdings zeigt sich ein winziger Anstieg seit der Jahrtausendwende.

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Die Verwirrung kommt wahrscheinlich daher, da wir gebräuchliche Wörter mit ähnlicher Bedeutung und augenscheinlich gleicher Herkunft mit 'k' schreiben:

Reflektor, reflektieren.

Da käme es sehr gelegen, wenn man auch die Reflexion mit 'k' schriebe. Aber es gibt schließlich noch den

Reflex

Dieser wäre mit 'k' geschrieben eindeutig falsch: Refleks. Und das führt uns zur Etymologie dieser Wörter:

reflektieren: entlehnt (Anfang 17. Jh.) aus lat. reflectere (reflexum) ‘rückwärtsbiegen, zurückbeugen, drehen, wenden, umkehren’; vgl. lat. flectere ‘beugen, biegen, wenden, lenken’.DWDS

und

Reflexion: aus spätlat. reflexio (Gen. reflexiōnis) ‘das Zurückbeugen’ bzw. aus darauf beruhendem mfrz. frz. réflexion. Im Dt. auch (im Anschluß an den Infinitiv des Verbs) Reflection (17. Jh.) bzw. (vereinzelt bis ins 20. Jh.) Reflektion.DWDS

Das 'x' stammt also ursprünglich aus dem Spätlateinischen, dem unsere "Reflexion" entlehnt ist. Somit wäre es nach heutiger Auffassung auch die "richtige" Schreibweise.

Interessant ist aber an obigem Zitat, dass das nicht immer so war, und dass wir noch heute in seriösen und redigierten Publikationen die Schreibweise mit 'k' finden:

  • Musik um der Musik willen hat mich nie interessiert", sagt Glatzel. "Kunst ist immer eine Reflektion über die ganze Gesellschaft."Die Zeit 2009
  • Die Untersuchung ergab, dass der Satellit Kosmos 1382 eine starke Reflektion von Sonnenstrahlen auf einer Wolkenschicht als Startblitz von Interkontinentalraketen interpretiert hatte.Die Zeit 2008
  • Opel-Logo (mit Reflektion des Reichstags in Berlin): Trotz des relativ niedrigen Marktanteils musste Opel im Untersuchungszeitraum die meisten Fahrzeuge zurückrufen.Spiegel 2009

Nun mag das ja der Aufmerksamkeit des Lektors entgangen sein; aber vielleicht erschien es diesem auch so, dass Reflektion nicht wirklich falsch wirkt. Dein Google ngram zeigt schließlich auch, dass das Wort zunehmend vorkommt.

Richtig richtig wird es aber erst, wenn es "offiziell" Eingang in die Wörterbücher gefunden hat und das ist heute noch nicht der Fall.

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Sehr interessante Antwort, Danke. Mir scheint, dass das spätlat. reflexio (wo das "x" ja anscheinend herkommt) stark mit dem reflectere verwandt zu sein scheint, was für mich so aussieht, als sei es bereits von den Römern zu irgend einem Zeitpunkt "falsch" mit "x" statt mit "ct" geschrieben worden zu sein. Ist "Reflexion" also ein jahrtausendealter Rechtschreib-Folgefehler (Abschreibfehler)? –  bitmask Feb 5 '12 at 18:05
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Jein: Im Lateinischen war es üblich, statt "cs" "x" zu schreiben. Dort war die Entwicklung also *reflecsio --> reflexio. So etwas erkennt man auch bei lateinischen Substantiven, die im Nominativ Singular auf -x enden, aber in flektierten Formen dieses x verlieren: Singular "Index", Plural "Indices" (lat.), "Indizes" (dt.). –  elena Feb 6 '12 at 8:13
    
Es ist (schon im antiken Latein) völlig regelmäßig, daß Verben mit Präsensstamm auf -t oder -d den Supinstamm bilden, indem dieser Dental durch s ersetzt wird: mittere/missus, cadere/casus und eben auch flectere/flexus (statt flecsus, wie @elena schon erläutert hat). Vom Supinstamm können dann Substantive mit -or und -io abgeleitet werden, z.B missio, actio, doctor. Es müßte also eigentlich auch Reflexor heißen; wer das Wort Reflektor gebildet hat, kannte die lat. Wortbildungsregeln offenkundig nicht mehr. –  chirlu Jul 20 '13 at 9:33
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