Dies ist ein gutes Beispiel dafür wie kommerzialisierte (sic) Sprache (hier initiiert von Facebook) versucht, sich in die deutsche Umgangssprache einzunisten. Bislang existiert dieser Neologismus allerdings nur in der Szenesprache und dort hauptsächlich im Netzjargon. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass es keine grammatikalischen Regeln zur Verwendung dieses Anglizismus gibt. Im Netz herrscht schließlich eine gewisse grammatikalische Anarchie.
In einer ausführlichen Arbeit des IDS Mannheim wird versucht darzustellen, welche grammatikalische Formen ein solches Wort annehmen kann. Zu Verben, deren Stamm auf -t oder -d auslautet (dazu gehört auch "liken") wird häufiger eine Endung "-t" gefunden als "-ed", letztere wird als "pseudoenglisch" bezeichnet:
Die skurrilen, pseudoenglischen Formen auf -ed sind im Internet seltener als die Formen auf -et, aber trotzdem sehr häufig. Sie sind sporadisch auch in den eher bildungssprachlich geprägten Textkorpora des IDS anzutreffen.
Welche der Endung sich bei "liken" durchsetzen wird kann man heute noch nicht sicher abschätzen; nach der wesentlich häufigeren Verwendung von "geliked" gegenüber "geliket" könnnte es durchaus die Endung "-ed" sein.
Beide Formen sind also "richtig", wenn man so will.
Note in addition:
Weitaus "richtiger" im Sinn der deutschen Sprache wäre es allerdings, wenn man ein deutsches Wort fände. Man könnte z.B. das in der ursprünglichen Bedeutung identische deutsche Wort "mögen" nehmen. Dann hätte man auch keine Schwierigkeiten mit der Grammatik sondern würde einfach sagen:
"Ich habe Deinen Link von gestern gemocht."
Das ist aber natürlich uncool, nicht im Sinne der Marketingstrategen, und es hat nicht die gleiche Bedeutung wie "liken". Aber es entspricht der englischen Bedeutung von "to like", die ja dort keinesfalls nur im Facebook-Kontext besteht.
Für die deutsche Lokalisierung sieht Facebook übrigens "Gefällt mir" vor:
