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Vor kurzem bin ich in einem Bericht über Lance Armstrong über das Wort "exorbitant" gestolpert, das man u. a. mit "außergewöhnlich" gleichsetzen kann. Ich habe dieses Wort nur früher gehört, heute nicht mehr.

Wird dieses Wort im deutschsprachigen Raum noch verwendet und wenn ja, wo?

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Mein Gefühl sagt: ja, es wird noch verwendet. Google Ngram scheint das zu stützen, ebenso wie eine News Suche. –  cgnieder Oct 22 '12 at 21:45
    
Man muss sowas immer in Relation sehen. Google Ngram. Daher erachte ich die Verwendung als äußerst gering. - In der gesprochenen Sprache ist der Begriff unter Garantie nochmals exorbitant seltener, als in der geschriebenen... –  Em1 Oct 23 '12 at 7:29
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@Em1 Eigentor? Die Relation zeigt doch, dass exorbitant vor 200 Jahren viel ungebräuchlicher war als gewaltig und übertrieben und heute regelrecht boomt. (Ausgegangen davon, dass Ngram repräsentativ über alle Epochen ist.) –  musiKk Oct 23 '12 at 8:01
    
@musiKk Versteh ich nicht. Exorbitant ist bei mir die blaue Linie, die kontinuierlich an der 0%-Marke vorbeischrabbt. Da gibt es keinen "Boom". Außergewöhnlich hat sich vor 100 Jahren abgesetzt, übertrieben ist konstant geblieben und gewaltig ist nach zwei zwischenzeitlichen Hochs (1. und 2. Weltkrieg) auf dem absteigenden Ast. –  Em1 Oct 23 '12 at 8:13
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Der Vergleich ist nicht ganz fair, da die Vergleichsworte als Adjektive oft verwendet werden. Exorbitant ist zwar technisch auch eins, aber wird hauptsächlich als Adverb gebraucht... daher hier eine 2-Wort-Phrase: books.google.com/ngrams/… außergewöhnlich hoch liegt zwar vorne, aber exorbitant hoch ist definitiv nicht auf dem absteigenden Ast. Insofern, selten vielleicht, zeitgemäß sicherlich –  Emanuel Oct 23 '12 at 12:55
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3 Answers

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Zum Beispiel

exorbitant hohe Preise

Zumindest in Österreich mehr oder weniger gebräuchlich. Würde aber eher übertrieben, übermäßig, etc. als Synonyme anführen.

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Ich kann dem nur zustimmen. "Exorbitant" ist zwar ein seltenes Wort, wird aber zumindest in Österreich gerne mal verwendet, und zwar am liebsten im Zusammenhang mit hohen Preisen (wie im Beispiel genannt). Laut Ngram hat sich die Popularität dieses Wortes vor allem zwischen 1985 und 1995 exorbitant gesteigert: books.google.com/ngrams/… –  Hubert Schölnast Oct 23 '12 at 6:57
    
Ich höre und verwende exorbitant regelmäßig, allerdings eben vor allem in der Kollokation mit teuer, hoch oder Gewinne. Es ist sicherlich kein so vielseitiges Wort wie sehr oder viel (welches Wort ist das schon), aber es hat seinen festen Platz in der Sprache – und zwar unabhängig vom Register. Der Bäcker nebenan benutzt es genauso wie der Professor an der Uni oder der Philosoph im Fernsehen. (Ich lebe genau an der Grenze zwischen Rheinfränkisch und Moselfränkisch, also nochmal eine ganz andere Ecke als Österreich. Und der besagte Philosoph wird ohnehin bundesweit gesendet.) –  RegDwight Oct 27 '12 at 20:57
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Ob "man" es heute noch verwendet, kann ich schwer sagen - es ist schwer, hier über die komplette deutschsprachige Allgemeinheit zu sprechen. Ich wohne in Hessen und sowohl einige Menschen aus meinem Bekanntenkreis als auch ich selbst verwenden das Wort durchaus. Gebürtig komme ich aus Nürnberg - auch dort habe ich es bereits gehört.

Ich glaube, dass man hier auch ein bisschen auf den Kontext schauen muss. Im "normalen" Sprachgebrauch wird man sicherlich nicht sagen Die Pizza war exorbitant gut, außer man möchte augenzwinkernd übertrieben darauf hinweisen, wie lecker sie war. Aber ich habe schon öfter Leute sagen hören Das Essen dort ist exorbitant teuer.

Vermutlich wird exorbitant jedoch häufiger im Kontext von schriftlichen oder gesprochenen Nachrichten (z. B. Tagesschau) oder Fachtexten Verwendung finden.

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+1 für eine gute Zusammenfassung. –  Em1 Oct 23 '12 at 9:48
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Ich kenne exorbitant nur im Sinne von "übertrieben", sprich mit eindeutig negativer Beimengung. In diesem Zusammenhang höre ich es jedoch regelmäßig. –  Ray Oct 23 '12 at 18:33
    
Ich sehe keinen Grund weswegen man 'exorbitant' eher schreiben würde als sprechen, und die eher um Nüchternheit bemühte Tagesschau wie auch Fachtexte sollten sparsam mit Übertreibungen umgehen. Ich stimme zu, dass es eher in einen leicht affektierten Sprachgebrauch passt, und widerspreche @Ray heftig, insofern als eine Wertung mit dem Wort selbst nicht verbunden ist – auch der Restaurantbesitzer kann seinem Koch zuraunen, dass die Kartoffelsuppe an Petersiliensalz exorbitante Gewinne in die Kasse spült. –  user unknown Oct 24 '12 at 0:42
    
@userunknown Ich kenne das Wort gar nicht aus der gesprochenen (deutschen) Sprache. Hab's vllt hier und da mal aufgeschnappt, kann mich aber nicht mehr an einen konkreten Kontext erinnern. –  Em1 Oct 24 '12 at 9:34
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Ich bleibe dabei, dass "exorbitant" und "angemessen" in meinem Umfeld nie synonym verwendet werden, sondern ersteres eher mit "unangemessen" oder "übertrieben" harmonisiert. Auch userunknown spricht im Zusammenhang mit "exorbitant" von einer "Übertreibung", mit der man sparsam umgehen solle. Letzteres Wort halte ich ebenfalls für wertend. Insofern verstehe ich seinen heftigen Widerspruch nicht. Aber da mag das subjektive Empfinden unterschiedlich ausfallen - und ich habe in meiner Anmerkung explizit auf das meinige Bezug genommen. –  Ray Nov 14 '12 at 19:37
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Ich lebe in Hessen und habe lange in Baden-Württemberg gearbeitet. In beiden Bundesländern habe ich es vor allem im geschäftlichen Umfeld gehört und selbst verwendet. Reflektierend würde ich sagen, dass es meist dann verwendet wurde, wenn der Sprecher bei einer Steigerungsform seine gehobene Stellung mit zum Ausdruck bringen möchte. Das funktioniert m.E., weil "exorbitant" nicht so alltäglich und häufig verwendet wird wie andere Steigerungen, die dann eher formal (z.B. "außergewöhnlich") oder proletarisch (z.B. "super") klingen.

Ob positiv oder negativ spielt dabei keine Rolle - ein Mitarbeiter kann "exorbitant gute Arbeit" geleistet haben, und Geschäftszahlen können "exorbitant schlecht" sein.

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