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Es gibt einige Wörter im Deutschen, die am Wortende gegebenenfalls mit einem -s geschrieben werden können oder es kann aber auch weggelassen werden. Historisch gibt es viele Wörter, die einst ohne -s verwendet wurden, wovon die meisten aber "ausgestorben" sind.

Es gibt eine handvoll Wörter, wo heutzutage beide Varianten regelmäßig verwendet werden. In aller Regel ist eines der Wörter im Gebrauch "landschaftlich", wie es der Duden nennt, was aber nicht zwingend so ist. Dazu gehören die Wörter nochmal/nochmals, weiter/weiters und öfter/öfters.

Ersteres fällt in gewisser Hinsicht in eine besondere Gruppe, da es viele Wörter mit -mal bzw. -mals gibt. Aus dieser Gruppe ist es zumindest das Wort, das die meisten Verwendungen beider Varianten hat.

Q1: Bezüglich der drei genannten Beispiele: Es wird aus Duden und Co. nicht klar, wo genau der Gebrauch mit oder ohne -s ist. Kann man hier eine einheitliche Nord-Süd-Trennung ziehen und behaupten, dass im einen Teil Deutschlands ausschließlich die Variante mit -s verwendet wird, während auf der anderen Seite der imaginären Grenze kein -s angehängt wird. Oder sind es nur vereinzelte Regionen, verstreut in Deutschland, wo man vereinzelt zur einen oder anderen Variante greift.
Und wie sieht es mit der Schweiz und Österreich aus?
Und kann man überhaupt davon ausgehen, dass jemand, der an beispielsweise nochmals das -s anhängt, dies auch für alle anderen Wörter so handhabt, sprich weiters, öfters etc.

Q2: Bezüglich Wörter die auf -mal bzw. mals: Kann man davon ausgehen, dass eine allgemeine Verschiebung von "ohne -s" hin zu "mit -s" besteht? Wie gesagt, scheinen viele Worte es mal ohne -s gegeben zu haben und bei den Wörter zumals, diesmals, manchmals und wiedermals findet man bei einer Google-Suche eine hohe Trefferquote.
Oder ist es so, dass bei den Wörter, wo es früher einmal auch die Variante ohne -s gab, schon immer beide Variante möglich waren und sich dann einfach das -s durchgesetzt hat und demzufolge keine Verschiebung zum -s hin stattfindet.

Frage am Rande (bitte Kommentare benutzen): Gibt es noch weitere Beispiele, die mir entgangen sind? Insbesondere solche, die nicht auf -mal bzw. -mals enden.

Zum Abschluss alle Wörter, die ich gefunden habe, auf die die Frage zutrifft:

Mit Duden-Einträgen für beiden Formen:

  • weiter (in der Bedeutung weiterhin) / weiters

  • öfter / öfters (Fälschlicherweise auch oft als Komparativ von oft.)

  • nochmal (noch mal) / nochmals

  • vielmal / vielmals

Nur Duden-Einträge für die Variante ohne -s, aber hoher Hitquote auf Google mit -s:

  • zumal / zumals

  • diesmal / diesmals

  • manchmal / manchmals

  • wiedermal / wiedermals

Das Grimm'sche Wörterbuch beinhaltet zu den folgenden Wörter auch noch Einträge ohne -s, auch wenn hier die Verwendung wohl eindeutig veraltet ist:
damals, jemals, ehemals, niemals, oftmals, vormals, mehrmals, nachmals, hernachmals


Die folgenden Wortpaare bedeuten etwas unterschiedliches:

  • Erstmal / erstmals
  • bereit / bereits
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1 Answer

Q1: Ja es gibt so eine Grenze: In Österreich werden häufig Wörter mit -s am Ende verwendet, was in Deutschland als ungrammatikalisch gelten würde. Zum Beispiel heißt es in Österreich "weiters", in Deutschland aber "weiterhin", wobei das eine andere Bedeutung hat als "weiter". Ähnliche Unterschiede gibt es auch bei -s- als Fugenlaut. In Deutschland sagt man "Zugführer", in Österreich "Zugsführer". Eine generelle Regel ist mir aber nicht bekannt.

Q2: Obwohl es viele Google-Treffer zu den Wörtern mit -s gibt, gibt es diese Wörter nicht. Also

zumals, diesmals, manchmals, wiedermals

gibt es alle nicht. Ich habe diese Wörter auch noch nie gehört und wenn jemand sie benutzt, würde er mir eher ungebildet erscheinen. Bei den Wörtern, die auf -mals enden, wird dadurch ein Plural eingedrückt. Zum Beispiel

Ich danke Ihnen vielmals. = Ich danke Ihnen viele Male.

Dementsprechend gibt es -mals auch nur bei Wörtern, bei denen eine Pluralbedeutung Sinn ergibt. Zum Beispiel dein Beispiel "manchmals" gibt es nicht.

Einige der Formen, die du genannt hast, sind außerdem eher veraltet. Zum Beispiel sagt niemand mehr "vielmal", sondern "vielmals". Oder als Adjektiv "vielmalig".

Ich hoffe, meine Antwort hilft dir etwas.

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Anmerkung zum Fugen-s in Österreich: Als Faustregel gilt, dass in Österreich häufig ein s eingeschoben wird, wo in Deutschland keines ist (Einkommen-s-steuer, Schwein-s-braten). Manchmal ist es aber auch umgekehrt (Advent-kalender, Schaden-ersatz) – Hubert Schölnast Dec 25 '12 at 11:22
Ich glaube, in Süddeutschland ist das s auch ähnlich üblich wie in Österreich, denn den Schweinsbraten (oder vielmehr die Schweinshaxe, in dem Fall) habe ich auch in Bayern gesehen. Adventkalender hingegen finde ich interessant, tatsächlich ist mir vor kurzem ein Teeadventkalender begegnet, und verwundert über das fehlende Fugen-S fand ich heraus, dass er aus Österreich kommt :) – OregonGhost Jan 10 at 9:56

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