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Im täglichen Sprachgebrauch kenne ich das Wort "Nutznießer", mit dem eine Person umschrieben wird, die einen Nutzen oder einen Vorteil aus einem Vorgang zieht.

Ich fasse einen Entschluss: Im kommenden Jahr will ich endlich ethisch korrekt leben, kein Klimakiller mehr sein und kein Nutznießer billiger Arbeitskräfte. Die Zeit

Nun gibt es aber eine ganze Reihe von ähnlichen Wörtern, bei welchen mir Verwendung und damit womöglich unterschiedliche Bedeutung nicht so klar sind:

  • "Nießnutzer" und "Nießnutz"
  • "Nutznießer" und "Nutznießung" bzw. "das Nutznießen"
  • "in den Genuss kommen"

Je mehr ich über diese Wörter nachdenke, desto mehr bin ich verwirrt. Gibt es überhaupt einen Unterschied in der Bedeutung? Wann kann ich welchen Begriff (nicht) verwenden?

Nachdem die Verwendung von "Nießbraucher/Nießnutzer" (juristisch) und "Nutznießer" (allgemein) beantwortet sind, stellt sich mir immer noch die Frage, inwieweit "in den Genuss kommen" oder "Nutznießer sein" synonym sind oder doch mit einer etwas unterschiedlichen Bedeutung verwendet werden. Stimmt mein subjektiver Eindruck, dass mit Nutznießer eine negative Bedeutung im Sinne von "Schmarotzer" mitschwingt? Ist das bei "Genuss" auch so?

Auch die Frage, wie die Substantive "der Nießnutz", "die Nutznießung" und "das Nutznießen" eingesetzt werden, bleibt noch unbeantwortet.

Beispiel:

  • Mit der neuen Kindertagesstätte kommen berufstätige Eltern in den Genuss einer umfassenden Betreuung ihrer Kinder.
  • Kinder berufstätiger Eltern sind Nutznießer der umfassenden Betreuung in der neuen Kindertagesstätte.
  • Nießnutzer der umfassenden Betreuung ihrer Kinder in der neuen Kindertagesstätte sind berufstätige Eltern.

Anmerkung: Wie aus den Kommentaren zu entnehmen, ist der Begriff "Nießbrauch" wohl ausschließlich dem juristischen Fachgebrauch vorbehalten. Allerdings wäre es schon auch interessant, ob es irgendwann früher eine Verwendung außerhalb der Fachsprache gab.

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I vote for close. Takkat, you could easily have answered all your questions yourself by the simple expedient of a web search. This would have shown that Nießbrauch is a legal term with a clearly defined scope and that Nießnutzer is a seldom-used synonym (and best avoided) for either Nießbraucher or Nutznießer. Relax, Takkat. Questions will come or they won't. Pump-priming won't make a difference ;) –  Eugene Seidel Jan 28 '13 at 9:07
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@EugeneSeidel: in case you know the answer it is not constructive to not give it to us. If you feel my question was not answerable: suggest an edit. In case you have better ressources than me: quote them. –  Takkat Jan 28 '13 at 10:01
    
lmgtfy.com/?q=Nie%C3%9Fbrauch :D –  Eugene Seidel Jan 28 '13 at 10:37
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@EugeneSeidel: meta.stackexchange.com/questions/15650/… –  Takkat Jan 28 '13 at 11:06

2 Answers 2

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Ich persönlich habe den Begriff "Nießbrauch" auch nur in dem Zusammenhang mit einer bestimmten rechtlichen Konstruktion gehört.

Den Begriff "Nießnutzer" dagegen kenne ich gar nicht aus dem Alltag, Duden.de gibt als Bedeutung "jemand, der das Nießbrauchsrecht von etwas genießt".

Dagegen lese (und höre) ich "Nutznießer" relativ häufig, wobei die Synonyme, die Duden.de in diesem Fall angibt, für mein Sprachempfinden zu negativ geprägt sind ("Schmarotzer"). Ich halte den Begriff für relativ neutral (hier bin ich aber gespannt, ob das nur subjektiv ist).

Wann kann ich welchen Begriff (nicht) verwenden?

Ich persönlich würde den Begriff "Nießnutzer" zugunsten von "Nießbraucher" meiden, wenn es um die entsprechende juristische Konstruktion geht. Davon abgesehen würde ich derzeit "Nutznießer" ohne Bedenken verwenden, wenn es ein neutrales Synonym zu "Profiteur" sein soll.

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"Schmarotzer" würde ich als zu hart empfinden. Oft handelt es sich auch um "unbeabsichtígte/mittelbare Gewinner". So sind möglicherweise weniger die Kinder berufstätiger Eltern die Nutznießer der umfassenden Betreuung in der Kindertagesstätte, sondern z.B. ortsansässige Unternehmen, deren Arbeitnehmer spontaner Überstunden machen können, weil sie nicht unbedingt pünktlich ihr Kind abholen müssen; oder die Gesellschaft als ganzes, weil ein kinderfreundlicheres Klima entsteht. Beides sind wohl kaum Fälle des Schmarotzens. –  Hagen von Eitzen Jan 28 '13 at 22:05
    
Den etwas negativen Beigeschmack Richtung 'Schmarotzer' fühle ich auch, aber da bin ich mir sehr unsicher, da dies nicht in jedem Zusammenhang offensichtlich ist. Kann man synonym die Alternative "in den Genuß kommen" nehmen, oder wandelt sich die Bedutung dann zu sehr? –  Takkat Jan 29 '13 at 7:19

Der Begriff Nutznießer bezeichnet, in Abgrenzung zur Formulierung in den Genuss kommen, jemanden, der von einer Sache profitiert, ohne eine Gegenleistung dafür zu erbringen. Daher kann die Bedeutung auch in Richtung Schmarotzer gehen, muss sie aber nicht.

Die Formulierung in den Genuss kommen sagt lediglich neutral aus, dass jemand eine Sache genießt bzw. Freude daraus zieht. Hier gibt es keinen Hinweis darauf, ob der Genuss selbst erarbeitet wurde oder nicht. Bspw. kann man die Früchte seiner Arbeit genießen bzw. in den Genuss der Früchte seiner Arbeit kommen, womit eine gegensätzliche Bedeutung zum Nutznießer vorhanden wäre.
Außerdem wird in den Genuss kommen auch verwendet, um z.B. den Verzehr einer Speise oder generell den Konsum einer Sache zu bezeichnen.

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