Aus aktuellem Anlass: "Das Konklave" hat einen sehr ungewöhnlichen Artikel. Die meisten leute würden wohl sagen, dass es ihrem Sprachempfinden widerspricht. Mir fällt kein anderer Fall ein, wo ein eigentliches Nomen, das auf "e" endet, neutrum ist. Alle anderen solchen Wörter sind aus Adjektiven abgeleitet:
- das Runde, rund, etwas Rundes
- das Alte, alt, etwas Altes
Ich bin mir der Herkunft des Wortes, als neutrum aus dem Lateinischen, natürlich bewusst. Trotzdem möchte man es ja in Einklang mit dem restlichen Wortschatz bringen. Lässt sich in Analogie zu den obigen Beispielen ein Adjektiv "konklav" ableiten?
- das Konklave, konklav, etwas Konklaves, die konklave Versammlung, ...
Das Konklave wäre also einfach das Ding, das konklav ist. Diese Herleitung entspricht zwar nicht der historischen Entstehung des Wortes, aber Volksetymologien und nachträgliche Umdeutungen von Wortherkünften um dem Sprachempfinden zu entsprechen sind ja nicht ganz unbekannt.
Wo wir dabei sind, gibt es einen Grund warum man das Wort nicht einfach eindeutschen und den Artikel ändern darf? Es heißt ja auf "das Fenster", aber fenestra ist a-Deklination (femininum).