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Der Ausdruck "Das ist auf meinem Mist gewachsen" wird heutzutage m.W. eher negativ aufgenommen und häufiger als eine leichte Entschuldigung verwendet. Vermutlich liegt das an der negativen Wahrnehmung des Wortes "Mist", allerdings dürfte "Mist" ja früher deutlich häufiger im positiv-besetzten landwirtschaftlichen Sinne verwendet worden sein. Daher würde der Ausdruck bedeuten, man hätte positiv zu etwas beigetragen (denn es ist nicht klar, ob auf Mist eines Dritten etwas gewachsen wäre).

Wie alt ist dieser Ausdruck eigentlich und wie wurde er ursprünglich verwendet, positiv oder negativ?

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Bitte, es ist zwar nur ein Buchstabe, aber es muss "auf meineM Mist gewachsen" heißen (Dativ!) Dieser Kommentar darf später gerne gelöscht werden. –  Eugene Seidel Mar 6 '13 at 14:20
    
War keine Absicht und ist korrigiert! Danke für den Hinweis! –  Nikolai Prokoschenko Mar 6 '13 at 14:38
    
Das weit verbreitete, naive Bedürfnis Begriffe und Redewendungen in ein positiv/negativ-Schema einzuordnen unterminiert die Möglichkeit Ambivalenzen als solche wahrzunehmen. Ein altes Sprichwort sagt, dass auf dem Mist die schönsten Rosen wachen, aber auch vor 1000 Jahren hat der Mist gestunken. Wenn ein Ausdruck ohnehin nur eher und nicht immer so oder so wahrgenommen wird, dann nützt einem eine solche Verortung auch nichts, außer man will ein Glücksspiel eingehen, statt die grauen Zellen anzustrengen, um die Bedeutung zu erfassen. –  user unknown Mar 6 '13 at 23:09
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1 Answer

Eine schöne Antwort findet man hier Das ist nicht auf seinem Mist gewachsen

...werfen wir empört jemandem vor, der unmöglich der Urheber oder Erfinder einer Sache sein kann, ganz einfach , weil er nicht über die nötigen Voraussetzungen und Mittel dafür verfügt.
Dieser Redensart liegt das Bild zugrunde, daß bei einem fleißigen Bauern natürlich alles auf dessen eigenem Mist wächst, niemand anderes die Hand im Spiel hatte. Der Misthaufen war einst fast so etwas wie ein Standessymbol - je mehr Tiere der Bauer > hatte, desto größer war der Haufen, und umso reicher war der Bauer.
Nur wer genügend des wertvollen Naturdüngers hatte, brauchte keinen dazukaufen, konnte alles »auf dem eigenen Mist wachsen« lassen.
Schon Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) schrieb anno 1827 in seine Gedichtsammlung »Sprichwörtlich«:
»Diese Worte sind nicht alle in Sachsen
Noch auf meinem eigenen Mist gewachsen.
Doch was für Samen die Fremde bringt,
Erzog ich im Lande gut gedüngt«.

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Beim Mist an die Hand zu denken erfordert ja nun auch ein gehörig Maß an Phantasie. Ist der eigene Mist also der Mist der eigenen Tiere bloß, so führt der Ausflug zur Größe des Haufens m.E. in die Irre - ob ich nun Kürbisse oder Rosen aus dem Mist der eigenen Tiere ziehe, Mist zukaufe oder Kunstdünger verwende ist gar nicht der Punkt - der eigene Misthaufen soll lediglich darstellen, dass man etwas selbst geschafft hat - mit einem Trick vielleicht, aber einem legitimen, den letztlich jeder praktiziert. Das deutet dann vielleicht doch auf ein besonderes Talent hin. –  user unknown Mar 6 '13 at 23:19
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