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Das Wort "alle" wird verwendet für Pluraliatantum und Singulariatantum:

Alles Salz, alle Liebe, aller Pfeffer, alle Leute

Es wird ebenfalls verwendet für zählbare Substantive im Plural. Für zählbare Adjektive im Singular wird zudem noch "jeder" verwendet:

Jeder Mensch, jede Pfeffersorte, jedes Tier, jedes Kind

Gibt es eine tiefergehende semantische Bedeutung dieser Art der Verwendung? Mir erscheint dies als sprachliche Irregularität. Weiß jemand, wie die Verwendung von "jeder" und "alle" in anderen (nicht-indoeuropäischen) Sprachen gehandhabt wird?

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Actually, it is funny that the answer to this question leads me to further questions: in mathematics, we use 'for all x ...' as an expression. It actually means 'for every x' but it becomes ambiguous at some places. Thank God the difference exists here, because in mathematical symbols, as fas as I know, it doesn't. Help! –  Anurag Kalia Apr 5 '13 at 9:53
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3 Answers

Das Zahlwort alle fasst eine Gruppe zusammen und im folgenden werden die Individuen dieser Gruppe nicht mehr unterschieden. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um sämtliche "Objekte" eines Typen handelt. Ohne Ausnahme. Nicht eines, nicht zwei, sondern alle.
Trotz der implizierten Gruppierung, verwendest du das Nomen im Plural, sofern es einen gibt.

Eine Gruppierung findet auch beim Gebrauch des Zahlwortes jeder statt. Auch hier: Ohne Ausnahme. Trotzdem betrachtest du im Nachhinein jedes Individuum einzelnd. Du iterierst über die Objekte und wendest die Satzaussage auf jedes Objekt einzelnd an.
Und hier kommt der grammatikalische Unterschied zum tragen: Das Nomen steht im Singular.

Als Beispiel betrachte doch einfach die folgende Aussage (auch wenn man an der Korrektheit zweifeln darf):

Alle Menschen sind gleich. Sie sehnen sich nach Erfolg. Und doch geht jeder Mensch seinen eigenen Weg.

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Zum Thema nicht-indoeuropäische Sprachen kann ich nur sagen, dass im Japanischen und im Chinesischen die Unterscheidung zwischen zählbar und unzählbar gar nicht existiert.

Dort sind alle Substantive unzählbar und deshalb wird ein Klassifizierungswort benötigt, etwa wie bei "eine Tasse Tee" oder "ein Stück Holz". Je nach Form oder Typ des Objekts wird ein anderes Wort gebraucht.

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Mir scheint die Differenzierung zwischen "alle" und "jeder" eine graduelle Verschiebung des Fokus zu sein.

"Ich mag alle Menschen": Ich mag die Menschen in ihrer Gesamtheit, also individuell undifferenziert.

"Ich mag jeden Menschen": Ich mag jeden einzeln, für sich, wodurch eine Gesamtheit die Folge ist. Hier wird individuell differenziert argumentiert.

Bezeichnend und meine Argumentation unterstützend, ist an diesem Beispiel der Umstand, dass sich das homonyme Wort "Menschen" vom Plural im ersten zum Singular im zweiten Satz wandelt.

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Aber "Ich mag alle Menschen" ist bei weitem nicht dasselbe wie "Ich mag die Menschheit"! Auch empfinde ich nicht, dass "Alle Menschen sind sterblich" so etwas wie "Die Menschheit stirbt aus" implizieren würde. Insofern sehe ich alle/jeder als - normalerweise - weitgehend bedeutungsgleich an. Andererseits kann jedoch in der Tat "Alle Menschen werden Brüder" nicht zu "Jeder Mensch wird ein Bruder" umformuliert werden; auch besagt "All deine Meckereien gehen mir auf den Keks" in der Tat nicht, dass diese im Einzelfall stören, sondern als Gesamtheit (aufgrund ihrer Anzahl). –  Hagen von Eitzen Apr 5 '13 at 12:24
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