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Diese Frage wurde von einer Frage inspiriert, die ich vor kurzem zu den Verben fallen und stürzen gestellt habe.

Jemand hat erwähnt, dass in einem gewissen Zusammenhang herunterfallen besser passt als hinfallen. Was genau ist der Unterschied zwischen hin- und herunter- bei diesen Worten, die "fall down" heißen? Ich weiß z.B., dass man für "lay (something) down" hinlegen und nicht herunterlegen sagt.

Danke! ....und bitte zögert nicht meine Grammatik (usw.) in dieser Frage zu verbessern!

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Possible duplicate: german.stackexchange.com/questions/5822/… –  Eugene Seidel Jul 8 '13 at 12:51
    
As explained by user Alex Raasch in his Answer to the Question of which this one is a duplicate, the rules of grammar and logic are sometimes flouted by Germans. Specifically they say herab when they should say hinab because the subject's point of view should dictate the choice. [continued] –  Eugene Seidel Jul 8 '13 at 13:06
    
[cont'd] Essentially the same applies to hinunter and herunter: Wiktionary, quoting Bastian Sick, says: "Diese Unterscheidung ist nicht mehr in allen Regionen zu finden: In der Umgangssprache in Norddeutschland sagt man immer runter. Anders ist dies in Süddeutschland, wo man zwischen den umgangssprachlichen Formen ’runter (=herunter) und ’nunter (=hinunter) differenziert." I would expect that even in south Germany, runter will subsume both forms: Er ist runtergefallen (regardless of whether speaker's POV is top or bottom). –  Eugene Seidel Jul 8 '13 at 13:06

3 Answers 3

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Herunterfallen bedeutet einfach, daß¹ etwas oder jemand von einer höheren Position nach unten fällt:

Der Maler ist von der Leiter heruntergefallen.

Das Buch ist vom Tisch heruntergefallen.

Wo kommt denn der Stuhl her? – Er muß¹ wohl vom Balkon heruntergefallen sein.

Weil ein Fall ja nun meistens nach unten führt, kann man das herunter- auch oft weglassen und einfach nur fallen sagen.

Hinfallen wird im Normalfall nur für Menschen verwendet; vielleicht auch noch für (zweibeinige) Roboter. Entscheidend ist, daß¹ dabei jemand das Gleichgewicht verliert und daraufhin umfällt (ganz oder sich beispielsweise auf die Hände oder Knie stützen muß¹; jedenfalls nicht mehr die normale, aufrechte Haltung auf zwei Beinen hat).

Sie ist über einen Stein gestolpert und hingefallen.

Es ist glatt, paß¹ auf, daß¹ du nicht hinfällst!

Im übertragenen Sinn kann hinfallen auch „einen Mißerfolg¹ erleiden“ bedeuten, wobei auf die Nase fallen bzw. auf die Schnauze fallen hierfür allerdings deutlich häufiger ist (umgangssprachlich).

Für Gegenstände benutzt man in vergleichbaren Fällen umfallen:

Durch die Böe ist das Fahrrad umgefallen.

Der Baum hat die Weißfäule und wird eines Tages umfallen.


¹ In neuer Rechtschreibung jeweils mit ss statt ß.

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Thank you, the note about "umfallen" was very helpful –  kokirii Jun 10 '13 at 23:28
    
Mißerfolg (neue Rechtschreibung: Misserfolg) :-) –  Thorsten Dittmar Jun 11 '13 at 13:46
    
Mit dem "Im übertragenen Sinn..." bin ich nicht so ganz einverstanden. Üblicherweise würde man da nicht von hinfallen, sondern von auf die Nase/Schnauze fallen sprechen und das ist eher umgangssprachlich verwendet. –  Thorsten Dittmar Jun 11 '13 at 13:47
    
@Thorsten Dittmar: Bezgl. ß/ss, ich hatte es ursprünglich nur in den Beispielsätzen markiert, insofern war es Absicht, daß der Hinweis bei Mißerfolg fehlte. Ich habe das noch einmal bearbeitet und jetzt durchgehend mit einer Fußnote angemerkt. – Bezgl. übertragene Bedeutung: Richtig, ich habe jetzt eingebaut, daß man sehr viel häufiger auf die Nase fällt als einfach nur hin. ;-) Es gibt aber die beliebte Redewendung „Hinfallen darf man, man muß nur wieder aufstehen“ (viele Varianten) und etwa hier geschäftlich hingefallen. –  chirlu Jun 12 '13 at 21:18

Ohne es belegen zu können, würde ich sagen herunterfallen bedeutet, dass der Auflagepunkt sich nach dem Fallen unterhalb des Niveaus befindet welches es vor dem Fall hatte, während er beim Hinfallen auf oder oberhalb dieses Niveaus bleibt.

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also man fällt hin, wenn man beim Rennen über etwas stolpert, weil er auf dem gleichen Niveau (auf dem Boden) bleibt? aber man fällt vom Ast eines Baumes herunter? –  kokirii Jun 7 '13 at 22:22
    
So war es gemeint . –  bummi Jun 7 '13 at 22:25

Ich würde sagen es kommt noch darauf an, wo sich der Sprecher befindet. Um chirlus Beispiel zu verwenden:

Der Maler ist von der Leiter heruntergefallen.

Das würden Leute sagen, die unten stehen und die Situation beobachten. Der Kollege des Malers, der sich immernoch oben auf der Leiter befindet (lassen wir mal sicherheitsrelevante Bedenken weg, dass zwei Leute auf einer Leiter arbeiten:) ) würde sagen:

Mein Kollege ist von der Leiter hinuntergefallen

Ebenso dieses Beispiel:

Wo kommt denn der Stuhl her? – Er muß wohl vom Balkon heruntergefallen sein.

Das würden die Leute sagen, auf deren Balkon der Stuhl von einem höheren Balkon herunter gefallen ist. Die Leute die auf dem Balkon sind von dem der Stuhl hinunter gefallen ist, würden sagen:

Wo ist denn unser Stuhl hin? - Er muss wohl auf den Balkon (unter uns) hinuntergefallen sein.

Immer wenn "hin" im Spiel ist, wird etwas vom Sprecher weg, und bei "her" zum Sprecher ran bewegt. (hier hätte auh "zum Sprecher hin bewegt" gepasst, aber das hätte für Verwirrung gesorgt)

Hier noch ein paar Beispiele:

"Geh' mal da drüben hin!"

"Komm' mal her!"

"Bring' mir bitte das Buch herunter." (das Buch kommt zu mir)

"Ich bringe dir jetzt das Buch hinunter." (das Buch geht von mir weg)

"Siehst du die Mauer da? Ich werfe den Ball hinüber!"

"Schau mal, da wirft jemand einen Ball herüber!" (Die Leute auf der anderen Seite der Mauer)

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Ich glaube nicht, dass mir jemals in dem Kontext ein Anwendungsunterschied zwischen hin und her aufgefallen wäre. Ich bin mir nicht mal sicher, ob in meiner Region (Westen) hin überhaupt verwendet wird (Kontext Abwärtsbewegung). Ich würde immer das Buch herunterbringen. Und stehe ich noch auf der Leiter, wäre der Kollege in meinen Augen schlicht heruntergefallen. –  Em1 Jul 8 '13 at 13:23
    
@Em1 Ich gebe zu, dass "hinuntergefallen" irgendwie komisch klingt. Eventuell hat sich "heruntergefallen" einfach durchgesetzt. Ich habe hier noch einen Link gefunden, wo sich der Zwiebelfisch mit genau dem Thema beschäftigt: spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/… –  Philipp Horn Jul 8 '13 at 14:22

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