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Diese Wörter und ihre Varianten findet man ja in vielen Büchern endungslos gebeugt, zum Beispiel:

Ich habe jemand gesehen. Ist das niemand aufgefallen?

Dies ist absolut korrekt, klingt für mich aber trotzdem falsch. Ich bevorzuge definitiv:

Ich habe jemanden gesehen. Ist das niemandem aufgefallen?

Diese Form ist ebenfalls erlaubt. Belles lettres erklärt das so, dass die Form gebeugt wird, weil man (fälschlicherweise) diese Wörter für Pronomina hält, leitet aber ausführlich ab, warum es sich um Substantive handelt, die lediglich aufgrund dieses Missverständnisses kleingeschrieben werden, noch aus der Zeit, in der Substantive im Deutschen generell kleingeschrieben wurden. Letztendlich empfehlen sie die endungslose Form:

Nur die endungslose Deklination setzt die Beugung im älteren Deutsch fort und ist heute syntaktisch einwandfrei.

Gleichzeitig empfehlen sie jedoch eine Form mit Endung für den Dativ, sofern der Autor sich nicht sicher sein kann, dass der Leser den Dativ auch ohne erkennen würde.

Jetzt stellt sich mir jedoch die Frage, ob die Belles lettres nicht den gleichen Fehler begehen wie viele Linguisten: Sie stellen die alte Verwendung eines Wortes über die jüngere Verwendung (die es allerdings auch nicht erst seit gestern gibt).

Sollte man also tatsächlich die endungslose Form bevorzugen? Oder ist die Zeit gekommen, da die Beugung mit Endung erfolgen sollte, weil sich diese jüngere Form durchgesetzt hat? Warum? Gibt es vielleicht auch regionale Unterschiede?

Und wie lernt man deutsche Verben, wenn nicht mit jdn., jdm.? :)

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Ich hatte mich vor dem Posten gefragt, ob ich die Erklärung aus den Belles lettres als separate Antwort posten sollte, die ich ja selbst anzweifle, und sie dann gegebenenfalls community-wiki zu machen. Meinung dazu? Erstmal finde ich die Frage so aber besser. –  OregonGhost May 31 '11 at 18:06
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Ich bevorzuge auch eindeutig die Formen mit Endung –  splattne May 31 '11 at 18:10
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Hoppla, aus dem Grimm, gerade erst gesehen: "neuerer brauch ist, acc. und dat. nach der pronominalen declination zu bilden, jemanden, jemandem. [...] Lessing 1, 376; sie scheinen mir jemanden zu suchen. [...] Göthe 18, 236. für den dativ jemandem: wenn sie sich etwas vornimmt oder jemandem etwas verspricht." Was genug für Göthe (ja, mit Umlaut :P) und Lessing ist, sollte eigentlich für jeden gut genug sein ;) –  OregonGhost May 31 '11 at 18:13
    
Sehr interessant, aber leider auch sehr subjektiv. –  swegi May 31 '11 at 18:14
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@swegi: Ich frage nicht, ob jemand eine bestimmte Form lieber mag. Ich möchte eine Begründung, warum die eine oder die andere Form besser ist. Vielleicht habe ich nur etwas übersehen. Auch die Möglichkeit, dass beide Varianten nicht nur korrekt, sondern auch akzeptabel sind, wäre eine gute Antwort, sofern sie einigermaßen begründet werden kann. –  OregonGhost May 31 '11 at 18:16

1 Answer 1

Sprache lebt, auch wenn sie immer wieder in gewisse Regeln gezwungen werden soll/muss/?. Also unterscheidet wieder einmal der Sprachgebrauch diverse vorhandene oder eingebildete Gesellschaftsschichten. Richtig ist in diesem Fall meines Erachtens beides. Es zu werten bzw. gewichten zeigt nur den Versuch an vermeintlich bessere, elegantere oder "gebilderte" Benutzer zu definieren. Wem nützt das? Oder hätte ich für die Unterscheidungsliebhaber jetzt Cui bono schreiben sollen?

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