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Ich habe auf Gutscheinen (in der Schweiz öfter als Bon bezeichnet) gelesen, sie seien nicht mit anderen Rabatten kumulierbar.

Siehe auch einen Artikel im Konsumentenmagazin K-Tipp.

Anscheinend weiss mein Duden (25. Auflage) nichts über kumulierbar. Ist dieser Begriff ein Helvetismus und wird deshalb vorwiegend in der Schweiz benutzt?

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Dein Duden kennt aber kumulieren, und 'kumulierbar' ist nur davon abgeleitet. Das Wort ist jedoch als bildungssprachlich bzw. Fachsprache eingestuft und wird daher in aller Regel im normalen Sprachgebrauch nicht verwendet. Der Duden definiert das Wort nicht als "landschaftlich" oder gar "schweizerisch". Der Begriff kommt auch eigentlich aus dem Wahlrecht, die obige Verwendung ist damit auch eigentlich etwas merkwürdig, da kumulieren etwas differenziert zu kombinieren definiert ist. –  Em1 Aug 27 '13 at 7:10
    
@Em1: Nicht nur aus dem Wahlrecht (im Gegensatz zu panaschieren, das in der Tat darauf beschränkt ist). Kumuliert wird auch im Versicherungswesen (Risiken), in der Buchhaltung (Zahlen aus verschiedenen Zeitperioden), im Immisionsschutz. –  chirlu Aug 27 '13 at 9:48
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Wenn wir eine Google Suche auf deutsche oder auf Schweizer Seiten eingrenzen, dann ergeben sich folgende Ergebnisse für "kumulierbar":

  • Deutsch: 54 300
  • Österreich: 16 400
  • Schweiz: 137 000

Dieser Unterschied wird angesichts der relativ kleineren Anzahl von Webpräsenzen aus der Schweiz noch deutlicher. Insgesamt sind die Suchergebnisse aber spärlich, der Begriff scheint nur selten gebraucht zu werden.

Die großen renommierten Zeitungen Die Zeit, Spiegel und Süddeutsche Zeitung kennen den Begriff nicht. Im Archiv der FAZ findet sich nur ein einziger Treffer zur Suche nach "kumulierbar". Allerdings scheint es auch bei der Neuen Zürcher Zeitung ein kaum verwendeter Begriff zu sein (nur 2 Treffer).

Dies alles zeigt, dass es sich um eine selten vorkommende Adjektivierung der Verbs kumulieren mit Suffix "-bar" handelt. Es wundert also kaum, dass dieses Wort keinen Einzug in ein Wörterbuch gefunden hat.

Dennoch wird "kumulierbar" auch in Deutschland verwendet, vor allem im Zusammenhang mit Bauförderungsmaßnahmen:

  • Die Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien als Einzelmaßnahme ist nicht möglich, da eine Förderung über das BAFA erfolgt. Kumulierbar mit dem Programm “KfW-Energieeffizient sanieren / Sonderförderung” (431). Nicht kumulierbar mit anderen Förderprogrammen von Bund und Ländern und mit der Kreditvariante “Energieeffizient sanieren” (151/152). Planungsbüro Thiele
  • BAFA-Förderung und KfW jetzt kumulierbar! Seit 1. März 2013 lohnt sich der Austausch der alten Heizung gegen eine Pelletsheizung für Sanierer gleich doppelt: Denn ab sofort kann der KfW-Kredit mit den Zuschüssen des Marktanreizprogramms (MAP) kombiniert werden. ÖkoFen

Und auch im Kontext von Rabattaktionen wird man in Deutschland fündig:

  • Einmal pro Benutzer einlösbar und nicht mit anderen Aktionen kumulierbar. Lidl Druckservice

Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Wort "kumulierbar" wieder verschwindet, oder so häufig wird, dass es eines Wörterbucheintrags würdig ist. Heute wird es offenbar häufiger in der Schweiz gebraucht, auch wenn es dadurch noch kein Helvetismus ist.

Zur Suffigierung mit "-bar" siehe auch folgende Frage:

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Der Spiegel kennt aber kumulieren und natürlich in Verbindung mit Wahlen. Da steht's im Vergleich mit der nzz 400 zu 200 für Deutschland. FAZ ist vergleichbar mit nzz, die Süddeutsche schneidet erbärmlich ab. –  Em1 Aug 27 '13 at 12:05
    
@Em1 kumulieren != kumulierbar - ich denke es geht hier darum, ob und wie häufig man das Suffix -bar anhängt. –  Takkat Aug 27 '13 at 12:31
    
Und ist dann akzeptieren != akzeptierbar? –  Em1 Aug 27 '13 at 13:21
    
@Em1: Ja. Ich weiß nicht, ob akzeptierbar regional verbreitet ist, aber für mich ist es kaum akzeptabel. Akzeptieren dagegen ist ein übliches Wort. –  chirlu Aug 27 '13 at 13:31
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@EM1 Ich persönlich bevorzuge "Nicht mit anderen Rabatten oder Aktionen kombinierbar". –  rimrul Aug 29 '13 at 17:02
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Ja. Du erkennst es leicht daran, dass eine Google-Suche für "kumulierbar" auf Schweizer Seiten mehr Ergebnisse liefert als die für deutsche Seiten. Das ist normalerweise ein untrügliches Zeichen für eine regionale Besonderheit. Im normalen Deutschen ist dieser Begriff erlaubt, man würde ihn in diesem Zusammenhang aber eher nicht benutzen. Hier sagt man "kombinierbar".

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