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Eine Frage, die mich immer mal wieder beschäftigt, ist, warum manche Ortsnamen im deutschsprachigen Raum anders ausgesprochen werden als sie geschrieben werden?

Ein Beispiel wäre "Oer-Erkenschwick" (meines Wissens nicht ausgesprochen Ör-Erkenschwick) und im Gegensatz dazu der Ortsname "Voerde" (ausgesprochen "Vörde").

Gibt es eine Regel, die bestimmte Aussprachen für Ortsnamen festlegt, oder haben diese sich nur eingebürgert?

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Für die Aussprache bzw. Schreibung von Eigennamen (nicht nur Ortsnamen, sondern beispielsweise auch Familiennamen) gibt es keine festen Regeln. Die Schreibweisen sind zu sehr unterschiedlichen Zeiten fixiert worden, größtenteils vor der Normierung der deutschen Rechtschreibung, und unterlagen den Moden der jeweiligen Zeit; Beispiele für solche Moden wären Konsonantenhäufung (Burckhardt), th-Schreibung (Fürth) oder c-Schreibung, wobei diese allerdings meistens wieder rückgängig gemacht wurde (Cassel, Neu-Cölln; noch aktuell: Cottbus, aber Kottbusser Tor in Berlin). Regionale Unterschiede spielen auch eine große Rolle, in einigen Gegenden wurde ein stummes e als Längenzeichen verwendet, wie in Oer oder Soest.

Kurz gesagt: Man muß es wissen oder nachschlagen (in einem Aussprachewörterbuch). Auch professionelle Sprecher liegen oft zumindest bei der Betonung daneben; es heißt z.B. Saarbrücken, aber Zweibrücken, Wilhelmshaven, aber Wilhelmsburg, Karlsruhe, aber Karlshorst, Salzgitter, aber Salzwedel.

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Als aktuelles Beispiel (und daher eventuell besser nachvollziehbares Beispiel) möchte ich noch Schloß Holte-Stukenbrock ergänzen, dass nach heutigen Rechtschreibregeln gleich zwei Fehler (drei, wenn das c in brock ein Dehnungs-c) enthält und eigentlich Schloss-Holte-Stukenbrock geschrieben werden müsste. –  Wrzlprmft Sep 7 '13 at 22:06
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Sassnitz (vormals Saßnitz) hat nach der Rechtschreibreform seinen Namen bzw. dessen Schreibung angepaßt. Esslingen ist automatisch richtig geworden, nachdem es zuvor hundert Jahre "falsch" (oder seiner Zeit voraus) war. Neuss ist so "falsch" wie eh und je. –  chirlu Sep 7 '13 at 22:25
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§50: »Man setzt einen Bindestrich zwischen allen Bestandteilen mehrteiliger Zusammensetzungen, deren erste Bestandteile aus Eigennamen bestehen.« Als Beispiel wird u. a. die Van-Gogh-Ausstellung genannt. Für reine Eigennamen gilt natürlich eine gewisse Narrenfreiheit, ich finde es dennoch scheußlich und es veleitet mich dazu, Texte falsch zu lesen. –  Wrzlprmft Sep 7 '13 at 22:36
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Sassnitz’ Namensänderung hat nebenbei anscheinend nichts mit der Rechtschreibreform zu tun. Siehe u. a. hier. –  Wrzlprmft Sep 8 '13 at 8:39
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@chirlu: Neuss schreibt sich nicht "seit eh und je" mit ss, sondern erst seit Ende der Sechziger. Damit wollte man wohl den internationalen Firmen entgegenkommen, die dort häufig ihre "Düsseldorfer" Niederlassung haben. –  Ansgar Esztermann Sep 10 '13 at 8:18

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