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In verschiedenen Lernmaterialien heißt es, dass man einen dass-Satz in eine zu-Konstruktion verwandeln kann, so die Subjekte in Haupt- und Nebensatz übereinstimmen. Es gibt dann manchmal noch eine Liste von Ausnahmen bei denen nur der dass-Satz funktioniert.

In der Praxis führt das jedoch zu unidiomatischen Verwendungen die mehr oder weniger falsch klingen.

Ich weiß, kommen zu können.... so gut wie garnicht gut.

Ich weiß, dass ich kommen kann.... klar besser.

.

Ich versuche, dass ich nicht zu spät komme.... nicht so gut (wenn auch mittlerweile nicht unselten)

Ich versuche, nicht zu spät zu kommen... klar besser.

Meine Frage ist die:

  • Gibt es tieferliegende Gemeinsamkeiten aller Verben, die mit einer zu-Konstruktion besser funktionieren?

oder anders gefragt:

  • Gibt es einen Weg, am Verb des Hauptsatzes(an der Aktion) zu erkennen ob ein dass-Satz oder ein zu-Satz zu bevorzugen ist OHNE die Sprache zu kennen?
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Sollen die Beispielsätze zusammen passen? Der erste Satz klingt in der Tat nicht so gut, wie der zweite, aber der ist keine Umforumung des zweiten Satzes. "Ich denke, dass ich kommen kann" bzw. "Ich versuche nicht zu spät zu kommen" sind die Gegensätze. Und letzerer klingt in beiden Varianten (fast) gleich gut (anders hingegen wenn das Verb sein ist). Und in beiden Fällen ist es "kommen", also am Verb kannst du es schon mal nicht erkennen. –  Em1 Sep 25 '13 at 10:49
    
@Em: nee... dass sollen beides Beispiele sein, die nicht so gut funktionieren. Das zweite ist akzeptable, aber ich würde die zu-Variante klar vorziehen. Das Verb ist allerdings nicht kommen. Im Nebensatz ist es einmal "können" und einmal "kommen". Mir geht es aber um das Verb im Hauptsatz. Ich will wissen ob sich daraus das die Wahl des Ergänzungssatzes anhand von Kriterien ableiten lässt. –  Emanuel Sep 25 '13 at 10:53
    
Oups, you're right. Kommen ist einmal im Infinitiv. My bad. - Also du beziehst dich auf "denken" bzw. "versuchen"? –  Em1 Sep 25 '13 at 10:55
    
Um dem zweiten Beispiel Nachdruck zu geben, verwende einfach wirklich sein: "Ich versuche, nicht zu spät zu sein." vs "Ich versuche, dass ich nicht zu spät bin" –  Em1 Sep 25 '13 at 10:57
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„wenn auch mittlerweile nicht unselten“: Naa, ich hob kaane doppelte Vernaanung ned g’hört. –  chirlu Sep 25 '13 at 19:17
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1 Answer 1

Wenn es nicht gut klingt, liegt das nicht an den Verben, sondern am Satzbau. Die erste Variante im ersten Beispiel klingt schlecht, weil 3 Verben in Folge genannt werden, was das Erfassen des Inhaltlichen erschwert. Mit der zweiten Variante wird das durch die trennende Konjunktion gut aufgelöst. Nicht nur die Aufeinanderfolge von Verben, sondern auch dieses im Gemisch mit Adverben und Adjektiven macht das Verstehen schwer, da die Wörter gedanklich funktional erst zugeordnet werden müssen. Das logische Trennen durch Konjunktionen bzw. Neuzuordnung über Personalpronomen macht den Satz verdaulicher und lockert auf.

Im zweiten Beispiel klingt Variante 1 (mit dem dass) klar besser und wird von den meisten Menschen, die ich kenne, auch umgangssprachlich bevorzugt. Variante 2 klingt schriftsprachlich, ist aber auch nicht schlecht, da auch hier die Konzentration von Verben durch den gewählten Satzbau vermieden wird. Ungünstig wirkt sich hier nur die Dopplung von zu aus, die den Satz etwas kompliziert wirken lässt.

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Schön, dass du's versuchst aber ich kann leider absolut nicht zustimmen. Hier mein Gegenbeispiel gegen den ersten Teil deiner These: "Thomas denkt, dass er schlau ist." vs. "Thomas denkt schlau zu sein"... keine 2 Verben und trotzdem funktioniert die "zu"-Version nicht. Was Teil 2 deiner These angeht... ich bin mir ziemlich sicher, dass die "zu"-Version Hochdeutsch ist und die Version mit dass schlechter Stil, sei es gesprochen oder geschrieben. Aber sei's drum. Hier ein anderes Beispiel: "Ich versuche, dass ich die Tür aufmache." vs "Ich versuche, die Tür aufzumachen.". Also -1 –  Emanuel Sep 26 '13 at 21:32
    
"Ich denke, dass ich Recht habe." vs. "Ich denke, Recht zu haben."... kein Adjektiv –  Emanuel Sep 26 '13 at 21:48
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recht haben -> siehe adjektivische Bedeutung von recht (korrekturen.de/kurz_erklaert/recht_haben_oder_recht_haben.shtml), also wieder Verb/Adjektiv-Gemisch –  falkb Sep 26 '13 at 22:05
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"Ich versuche, dass ich die Tür aufmache." vs "Ich versuche, die Tür aufzumachen." -> klingt für mich beides gleich gut. Lässt sich auch gut mit der Antwort oben erklären. –  falkb Sep 26 '13 at 22:09
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@falkb "Ich versuche, dass ich die Tür aufmache" ist unterirdisch. Definitiv die zweite Variante. –  Em1 Sep 26 '13 at 22:21
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