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Wie bereits in einer anderen Frage angesprochen, ist kennte eine korrekte (wenn auch etwas aus der Mode gekommene) Konjunktiv-Ⅱ-Form von kennen und analoge Formen existieren für rennen, nennen und brennen.

Intuitiv schriebe ich diese Form aber kännte, da der Konjunktiv Ⅱ ja durch Umlautung des Präteritums gebildet wird (vgl. geben → gab → gäbe; haben → hatte → hätte). Und auch die Rechtschreibregeln sagen hierzu:

Für kurzes [ɛ] schreibt man ä statt e, wenn es eine Grundform mit a gibt. (§ 13)

Hier gibt es mit kannte eine Grundform mit a, keine Ausnahmeregelung greift und das Wort taucht nicht in der Wortliste auf, also müsste es kännte sein. (Man könnte sich jetzt zwar auf den Standpunkt stellen, dass die Imperfektform keine Grundform sei, aber dann müsste man z. B. auch schwemme statt schwämme schreiben.)

Hingegen empfiehlt z. B. der Dudens die Schreibung kennte und diese Schreibung ist auch stark vorherrschend (Ngram). Wieso?

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Eine Perspektive: Bei schwachen Verben wird der Konjunktiv II nicht durch Umlaut aus dem Präteritum gebildet, sondern direkt aus dem Stamm. Normalerweise ist er mit dem Präteritum identisch: sagte, rettete, rollte. Durch den Vokalwechsel fallen bei kennen und Co. Präteritum und Konjunktiv II auseinander, aber es gibt keinen Grund, den Konjunktiv II anders zu schreiben als den Infinitiv oder das Präsens.

Andere Perspektive: Das e im Stamm von kennen, brennen usw. ist historisch durch Umlautung eines a entstanden. Insofern wäre es folgerichtig, kännen, sie kännt, wir kännten zu schreiben, wie auch Ältern eigentlich die logische Schreibung wäre (Stammprinzip). Man tut es nicht, weil diese Stämme nicht erkannt wurden, als sich die Schreibung herausbildete, und man sich auch bei der Rechtschreibreform nicht an eine Änderung dieser vertrauten Schreibweisen herantraute; technisch ist das geregelt in § 15 der Amtlichen Regelung:

In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise e.

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Sprich: Die entsprechenden Wörter wurden in der Ausnahmeliste des Regelwerks schlichtweg vergessen … –  Wrzlprmft Oct 4 '13 at 8:39

Nicht nur seit der letzten Rechtschreibereform wundert man sich über die eigenartige Bildung des Konjuntivs von kennen. Schon die Grimms schrieben in ihrem Wörterbuch:

der conj. zu kannte heiszt kennte, es ist aber zu verwundern, dasz man nicht auf kännte gedrungen und es durchgesetzt hat [...].

Wahrscheinlich hat einfach niemand "kännte" benutzt und daher wurde es auch nie eingeführt. Das Warum bleibt aber unbeantwortet. Man wollte es vielleicht auch deshalb nicht in einer Rechtschreibreform über die Köpfe der Leute hinweg durchsetzen. Das erscheint mir zumindest vernünftig.

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