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Aus dem Englischen kenne ich das Phänomen, dass ein Konsonant zwischen Artikel und Wort wandern kann.

So heißt etwa "Natter" im Englischen "adder", weil "an adder" und "a nadder" eine derartige Verschiebung leicht ermöglicht.

Im Deutschen ist mir dieses Phänomen nur im Dialekt bekannt.

Wie nennt man dieses Phänomen?

Kennt ihr Beispiele im Deutschen?

Off-Topic Bonusfrage: Etwaige Beispiele in anderen Sprachen würden mich auch interessieren und könnten zumindest im Kommentar angemerkt werden.

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interessant. Ich kenne leider keine. allerdings hohe Poll Gefahr! –  Samuel Herzog Jun 1 '11 at 23:19
    
Diese Art von Wortspiel gibt es auch Im Französischen. (l'amoralité/la moralité) de cet homme me sidère ist (in mündlicher Kommunikation) zweideutig. Es kann entweder als Die Amoralitat dieses Mannes verblüfft mich gehört werden oder als das Gegenteil Die Moralitat dieses Mannes verblüfft mich –  Georges Elencwajg Jun 2 '11 at 10:25
    
@Samuel Was ist die Gefahr? Ich verstehe "Poll Gefahr" nicht. –  Phira Jun 2 '11 at 10:26
    
@thei ist sogar ein der falsche Ausdruck, die Gefahr ist, dass es zu einer Sammlung wird und jeder ein Beispiel postet. Solche Fragen & Antworten sollten wir vermeiden. –  Samuel Herzog Jun 2 '11 at 12:54

2 Answers 2

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de Dieser morphologische Prozess heißt angesichts des Englischen juncture loss, etwa Verbindungsstellenverlust.

Es ist durchaus unwahrscheinlicher, dass das im (Hoch)deutschen vorkommen könnte. Wörter werden in der Regel nicht wie im Englischen miteinander ausgesprochen - man hört eine knappe Pause zwischen 'eine' und 'Natter'. Hingegen würden 'a nadder' und 'an adder' ohne Betonung identisch ausgesprochen. Es besteht der Unterschied zwischen a und an nur zur Erleichterung der Aussprache — er bedeutet nichts — deshalb gibt es keinen Hinweis ob das /n/ zum Artikel oder Substantiv gehört.

Zudem gibt die Fallbeugung einen Hinweis — auch wenn 'eine Natter' als 'einen Atter' missverstanden würde, wäre 'einer Natter' (oder 'sie') eindeutig. 'Einen Atter' wäre eine unmögliche Interpretation im ersten Fall.

Es existieren im Deutschen trotzdem Lehnwörter wie Orange, die auf diese Weise umgewandelt worden sind - das ist aber schon im Französischen geschehen, bevor das Wort übernommen wurde, da une norange und une orange sich genau so wenig unterscheiden.

Aha! Es gibt wohl möglich doch ein Beispiel im Deutschen und zwar den alternativen Namen der Natter - die Otter.

Laut DWDS:

²Otter f. ‘Schlange’; in der zoologischen Terminologie bezeichnet der Plural Ottern eine mit hochentwickeltem Giftapparat ausgestattete Unterfamilie der Vipern (s. Kreuzotter). Das von Luther mehrfach verwendete Otter ist entstanden aus älterem nō̌ter (15. Jh.), einer omd. Nebenform (mit Verdumpfung von a zu o) von mhd. nāter(e) ‘Schlange’ (s. Natter), mit Aufgabe des anlautenden n-, das als Endung eines voraufgehenden unbestimmten Artikels empfunden wurde.


gb This process, in respect of the English language, is called juncture loss.

It's much less likely that this could occur in (standard) German. In German, words are pronounced more distinctly - a slight pause is heard between 'eine' and 'Natter', whereas 'an adder' and 'a nadder' would be pronounced identically when unstressed. The difference between a and an exists only to ease pronunciation — it carries no meaning — so there is no indication whether the /n/ belongs to the article or to the noun.

Moreover case declination helps — even if it were misheard as 'einen Atter', 'einer Natter' would be unambiguous. 'Einen Atter' would be an impossible interpretation in the nominative.

There are some loan words in German, such as Orange, that have gone through such a change — but that had already happened in French, before the word was adopted, as une norange and une orange are equally confusable.

Ah ha! There is potentially an example of this in German after all: in fact it's an alternative name of the snake discussed - die Otter.

From DWDS (my translation):

²Otter f. ‘Snake’; [...] from Middle High German nāter(e) ‘Snake’ (see Natter), with loss of the initial n-, which was perceived as the ending of a preceding indefinite article.

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Für sächliche Wörter ist das schon möglich (ein Nagel -> ein Agel), und ich würde eben nicht davon ausgehen, dass zu der Zeit, als adder und orange entstanden sind, im Deutschen Worte überall mit Pausen getrennt wurden. Und ja, "der Nagel" und "der Agel" würde verschieden klingen, das gilt aber auch für "the adder" und "the nadder", ich glaube, der Punkt ist, dass die Zweideutigkeit den Hörer an die mögliche Existenz des Wortes Agel gewöhnt, sodass es dann verstanden wird, sobald es jemand irrtümlich verwendet. –  Phira Jun 2 '11 at 9:19
    
An den definitiven Artikel hab ich nicht gedacht - könnte sein dass man 'the' vor Wörten für Schlangen und Fruchten in der Alltagssprache komparativ selten sagt(e). –  misterben Jun 2 '11 at 9:37
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This slight pause you're refering to is called a glottal stop or "Glottisverschlusslaut", just thought I'd add the technical term for this. –  fifaltra Dec 28 '13 at 16:12

Also ich würde das als einen totalen Unsinn sehen und ein Beispiel der sogennaten "Volksethymologie". Es kann zwar jemandem vorkommen, daß ein Wort auf diese Weise entstand, aber höchstwarscheinlich handelt es sich um einen reinen Zufall.

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Was siehst du als einen totalen Unsinn? Hast du den Link von Debilski gelesen? Und kannst du bitte Etymologie richtig schreiben? –  Phira Jun 2 '11 at 9:16
    
Ja, ich kann das Wort richtig schreiben, das macht den Unterschied zwischen uns! woxikon.de/wort/enthymologie.php gutefrage.net/tag/enthymologie/1 –  burbuja Jun 2 '11 at 10:15
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Aufpassen: Volksetymologie bedeutet ursprünglich nicht die fälschliche Deutung von Wortbildungsprozessen durch Laien sondern den Umbau eines fremden Worts (durch Verlust der ursprünglichen Herleitung) in etwas, das phonologisch und vom Ausdruck her zur Zielsprache passt. Volksetymologie hat durch einen volksetymologischen Prozess inzwischen natürlich auch ein bisschen die abwertende Bedeutung von Laiendeutung bekommen, im wissenschaftlichen Kontext ist es aber nach wie vor nicht abwertend und tatsächlich auch einer der Prozesse, die für Juncture Loss verantwortlich ist. –  Debilski Jun 2 '11 at 11:16
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@burbuja: Du sollst erklären, was du mit dem Wort "Unsinn" in deiner Antwort meinst. –  Phira Jun 2 '11 at 11:25
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@burbuja: Mein erster Satz hier ist "Was siehst du als einen totalen Unsinn?" Klarer geht es nicht. Nirgendwo ist eine ironische Bemerkung. Und bitte, schlag endlich Etymologie in einem Wörterbuch nach. –  Phira Jun 2 '11 at 11:32

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