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Sowohl die Demut als auch die Wehmut (fem.) kommen von der Mut (mask.). Die meisten anderen Mut-Wörter sind maskulin.

  • Wie und wann kam es zu dieser Änderung?
  • Gibt es weitere Beispiele, die der gängigen Regel widersprechen, dass das Geschlecht eines zusammengesetzten Nomens immer das des letzten Teilnomens ist?
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weiteres beispiel: "Die Anmut" –  Vogel612 Oct 17 '13 at 18:26
    
@Takkat: Mut ist in meinen Augen kein Suffix. Ich habe es zu Stammnomen geändert, bin aber für weitere Vorschläge offen –  Emanuel Oct 17 '13 at 21:31
    
... stimmt. Ich habs bei mir auch geändert. –  Takkat Oct 18 '13 at 6:08

1 Answer 1

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In der Tat variiert das Genus der Wörter mit dem Stamm „-mut“ stark. Zwar überwiegt das Maskulinum, aber es gibt durchaus auch nicht wenige Feminina, und sogar ein Wort, bei dem beide Genera vorkommen:

  • Maskulin: Bekennermut, Edelmut, Frevelmut, Heldenmut, Hochmut, Kampfesmut, Kleinmut, Lebensmut, Löwenmut, Mannesmut, Missmut, Opfermut, Unmut, Wagemut, Wahrheitsmut, Wankelmut, Übermut

  • Feminin: Anmut, Demut, Freimut, Großmut, Langmut, Reumut, Sanftmut, Schwermut, Wehmut

  • Maskulin und feminin: Gleichmut

Als Erklärung schreibt C. Scholz dazu:

Das variierende Genus der mut-Komposita erklärt sich daraus, dass das alte muot [...] über ein doppeltes Genus verfügte [...](1)

Daraus erklärt sich auch, dass es altdeutsche Vornamen mit der Endung „-mut“ sowohl für Mädchen (Almut, Dietmut) als auch für Knaben (Hartmut, Helmut) gibt.

Die Regel, dass das Kompositum den Genus des letzten Teilnomens erhält, ist also eigentlich nicht gebrochen. Nur heute kennen wir aber nur noch einen maskulinen „Mut“.


(1) Cosima Schulz (2007): Genuszuweisung im Deutschen. ZSM Studien Institut für Deutsche Sprache und Literatur, Universität Köln: S. 16

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Wow, wieder was gelernt. Dass Freimut, Hochmut und Großmut feminin sind, wusste ich nicht. Da wär ich bei Jauch glatt durch die Millionenfrage gehagelt. –  dervonnebenaan Oct 17 '13 at 22:27
    
@chirlu: Danke, hab's korrigiert. –  Takkat Oct 19 '13 at 6:12

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