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Es scheint, dass man (in einem nicht-akademischen Kontext) nur kleine Zahlen mit Buchstaben ausschreibt. Wo liegt die Grenze? Hängt es vom Kontext ab?

Ich habe drei Hunde und 24 Spinnen.

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Ober! Zahlen! <- ausgeschrieben. :) –  user unknown Jun 3 '11 at 1:48

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Die Regel, dass man Zahlen bis zwölf ausschreibt, ist eine alte Buchdruckerregel, die heute zwar nicht mehr gilt, die man aber ruhigen Gewissens als Faustregel weiterhin befolgen kann.

Man kann aber auch unproblematisch größere Zahlen ausschreiben, was insbesondere in erzählenden Texten wie Romanen geschieht. Als klassisches Beispiel sei hier der einundelfzigste Geburtstag von Bilbo Beutlin genannt. Hier ist eine gewisse Subjektivität relevant: Die Zahl sollte ausgeschrieben noch einigermaßen übersichtlich sein. Bei Gedichten (oder Musik) wird häufig ausgeschrieben, weil man dann am Text die Silben, die relevant für das Versmaß sind, erkennen kann.

Zahlen bis zwölf schreibt man aber mitunter auch als Ziffern, wenn man die Zahl betonen will, zum Beispiel in einem technischen Kontext. Maßangaben werden grundsätzlich als Ziffern geschrieben, sofern als Einheit ein Symbol bzw. eine Abkürzung verwendet wird - bei ausgeschriebenen Maßangaben kann man wiederum ausschreiben (z. B: 2/zwei Euro, aber: 2 EUR).

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Das Wort „einhundertelfzig“ kann man aber auch schwer mit Ziffern ausdrücken. :) –  Debilski Jun 2 '11 at 22:44
    
einundelfzigste? Ist das oben ein Tippfehler oder gibt es in Mittelerde ein eigenes Zahlensystem? 111. = einhundertelfte –  splattne Jun 3 '11 at 5:23
    
@splattne Das ist die Übersetzung von „eleventy-first“ (also eigentlich „elfzig-erste“). Das wäre eigentlich viel sinnvoller (schließlich sagt man auch oft neunzehnhundert statt eintausendneunhundert) aber es klingt wohl so ungewohnt, dass sich der Übersetzer anders entschieden hat …. Um Deine Frage zu beantworten: nein, Mittelerde hat kein eigenes Zahlensystem im eigentlichen Sinn, Tolkien hat lediglich das existierende System für Jahreszahlen logisch weitergeführt. –  Konrad Rudolph Jun 3 '11 at 8:34
    
@Konrad_Rudolph danke für die Antwort. Um etwas Haarspalterei zu betreiben: "der einundelfzigste Geburtstag" ist allerdings keine Jahreszahl. –  splattne Jun 3 '11 at 8:39
    
Ich glaube, mit der Einundelfzig betont man die Tatsache des für Hobbits doch erstaunlich hohen Alters, für das die kleinen Leute keine richtigen Worte haben. Und dass es so übersetzt wurde, naja, wenn twenty-first einundzwanzig ist, ist es doch logisch, dass eleventy-first einundelfzig ist, oder? :) –  OregonGhost Jun 3 '11 at 11:51

Um mich den Vorrednern anzuschließen, die Schreibweise von Zahlen ist insofern vom Kontext abhängig, als dass ihre Schreibweise die Bedeutung stützen soll. Wird eine Zahl also zur Verdeutlichung statistischer oder mathematischer Umstände gebraucht, so ist die Schreibweise als Zahl vorzuziehen. Andernfalls darf freimütig ausgeschrieben werden.

Ich verweise auf den entsprechenden Duden-Artikel: http://www.duden.de/sprachratgeber/schreibung-von-zahlen

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Guter link! --- –  Pekka 웃 Jun 2 '11 at 22:00
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@Pekka: Den habe ich tatsächlich kurz zuvor überflogen, um keinen Blödsinn zu schreiben ;) –  OregonGhost Jun 2 '11 at 22:05

Ich habe zwanzig 5-Euro-Münzen zusammengerollt, und dem Zuhälter damit eine über seine Jacketkronen gezogen.

Ich habe zwanzig 5-Euro-Münzen ...
Ich habe zwanzig fünf-Euro-Münzen ...
Ich habe 20 fünf-Euro-Münzen ...
Ich habe 20 5-Euro-Münzen ...

Die 20 als größere Zahl dürfte verzahlt werden, währed die 5 als kl. Zahl geschrieben werden könnte, aber die Einheit gebietet eher eine Verzifferung der Fünf, so dass die 20 5 schlecht lesbar wäre, was dann dazu führt, dass man die 20 lieber ausschreibt.

Notiz am Rande: Da der standardisierte Europäer als Tausender-Trennzeichen den Punkt (18.000,00 €) verwendet, und der Ami und Brite das Komma (20,000.00 $), entwickelte sich als Kompromiß eine Leerstelle als Atlantikübergreifende Konvention: 19 000. Dies bringt aber das neue Problem mit sich, dass man dort einen Zeilenumbruch sich ungewollt einhandeln kann, so man einfache Blanks verwendet. Wenn ich nun von 13 200-Euronoten spreche, so ist oben konstruiertes Problem perfekt. Dreizehn 200-Euronoten dagegen lassen sich gut lesen. Bei 17 500 Noten dieser Stückelung, in Worten: Siebzehntausend-funfhundert 200-Euronoten, wird es langsam lästig, aber da kann man sich ja eine Sekretärin leisten, die 350 Anschläge die Minute schafft.

Elf Euro Neunundneunzig ist übrigens weniger als 12, darf aber dennoch als 11,99 Euro geschrieben werden. Die 24 dagegen kann - je nach Kontext - auch als zwo Dutzend paraphrasiert werden.

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Für das Problem der Leerstelle die nicht von einem Zeilenumbruch ersetzt werden soll, hat TeX schlauerweise die ~. K.A. was man da z.B. bei MS Word machen kann... (ist auch nicht nur bei Zahlen ein Problem: "Mr. Smith" oder "Herr Meier" liest sich nicht so schön wenn von einem Umbruch unterbrochen) –  Jürgen A. Erhard Jun 3 '11 at 20:48

Als Zusatz zu den Antworten von @OregonGhost und @TheBlastOne:

In einem eher erzählenden Prosa- oder Gedichtkontext kann es in Ordnung sein, auch größere Zahlen auszuschreiben. Man könnte in einem Gedicht, einem Liedtext oder einem Kinderbuch durchaus folgende Formulierungen antreffen:

Ich habe drei Hunde und vierundzwanzig Spinnen

oder

Die Autoreparatur kostete mich fünfhundert Euro.

oder

Ich habe tausend Tränen geweint

allzu komplexe Ausschreibungen wie "dreihundertvierundachtzig", die nicht mehr vernünftig lesbar sind, werden aber nur als spezielles künstlerisches Stilmittel verwendet.

Blind ergoogeltes Beispiel:

»Warum musst Du ausgerechnet in der fünften Etage wohnen, Camilla? Sechsundsechzig Stufen! Aber immerhin besser als fünfundsiebzig oder einhundertfünfundsiebzig wie der Paragraf.«

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ja in der Kunst ist alles erlaubt ;) –  Samuel Herzog Jun 2 '11 at 22:00
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Nicht nur in einem sehr informellen Kontext: Ausschreiben von Zahlen ist grundsätzlich in Ordnung, wird aber in akademischen/technischen Kontexten sehr selten und in erzählenden häufig verwendet. –  OregonGhost Jun 2 '11 at 22:00
    
@Oregon das ist die bessere Formulierung, bearbeitet. Danke! –  Pekka 웃 Jun 2 '11 at 22:01
    
+1 für die Erwähnung der Ausschreibung komplexer Zahlen als Stilmittel. –  OregonGhost Jun 2 '11 at 22:04

Als Mathematiker schreibe ich Zahlen selten aus.

Ich würde

Ich habe 3 Hunde und 24 Spinnen.

schreiben, da das teilweise Ausschreiben auf mich völlig unlogisch wirkt.

In fortlaufendem Text, schreibe ich einzelne Zahlen bis zehn schon mal aus.

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Mathematiker sind eben keine normalen Menschen... ;-) –  Jürgen A. Erhard Jun 3 '11 at 20:48

In der Schule habe ich gelernt, dass Zahlen bis zwölf auszuschreiben sind, und ab 13 nicht mehr. Anscheinend kontextunabhängig.

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Allerdings würde ich Hundert nicht als 100 schreiben...mh... –  TheBlastOne Jun 2 '11 at 21:41

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