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Hier auf Stackexchange kommt es immer wieder vor, dass ein Wort, über das diskutiert wird, am Satzanfang steht. Es ist dann mittels Anführungszeichen oder anderer Marker herausgehoben um es nicht semantisch mit auszuwerten. Allerdings werden dabei dann Wörter, die von Natur aus klein geschrieben werden, klein geschrieben.

Tisch ist ein Nomen. deshalb ist ein Adverb.

Ich finde das extremst irritierend. Meiner Ansicht nach überwiegt die Großschreibung am Satzanfang. Es sollte also heißen

Tisch ist ein Nomen. Deshalb ist ein Adverb.

  • Wie ist die Regel dazu, wenn es denn eine gibt?
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Ein paar Artikel, die das Thema nicht allgemein betrachten, sondern sich auf Spezialfälle beziehen. Imho, sollte es groß geschrieben werden. canoo.net/blog/2013/12/11/… - canoo.net/blog/2010/08/05/… - canoo.net/blog/2013/01/31/www-am-satzanfang –  Em1 Jan 9 at 5:09

3 Answers 3

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In der amtlichen Regelung (zu finden auf canoonet) heißt es erst einmal:

§54 Das erste Wort eines Ganzsatzes schreibt man groß.

Danach kommen einige Hinweise, dazu gehört: Nach einem Doppelpunkt schreibt man groß.

Außerdem heißt es dort: "Das erste Wort der wörtlichen Rede schreibt man groß."

Ein Satz innerhalb von Parenthesen (das hier ist einer) gilt nicht als eigenständiger Satz und ist kleinzuschreiben.

5) Gliederungsangaben wie Ziffern, Paragrafen, Buchstaben gehören nicht zum nachfolgenden Ganzsatz; entsprechend schreibt man das folgende Wort groß.

...und letztlich noch: Auslassungspunkte, Apostroph oder Zahlen zu Beginn eines Ganzsatzes gelten als Satzanfang; entsprechend bleibt die Schreibung des folgenden Wortes unverändert.

Die Beispiele um die es dir hier geht, sind weniger Zitate (die fallen ja im Grunde unter wörtliche Rede und sind somit groß zu schreiben), sondern vielmehr nur durch "Anführungszeichen" oder kursive Schrift hervorgehobene Begriffe (oder manchmal auch ganze Sätze).
Diese werden in der Regelung nicht erwähnt. Und wie ich gelernt habe, fällt alles, was nicht separat erwähnt wird unter die allgemeine Regel: Folglich Großschreibung.

Vergleichbar ist auch die Fragestellung, ob Markennamen – welche außerhalb des Textflusses kleinzuschreiben sind – am Satzanfang großgeschrieben werden sollte. Dies wurde im Blog von canoonet diskutiert und das Fazit ist, dass es definitiv sinnvoll ist, aber aufgrund fehlender offizieller Vorschrift nicht zwingend sei.
Dies anwendend auf das Problem hier: Schreibe groß und toleriere Kleinschreibung.

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Die Regel lautet ganz klar:

Das erste Wort eines Satzes ist mit einem großen Anfangsbuchstaben zu schreiben. Das gilt auch für Hervorhebungen:

Ich möchte betonen, dass »sich betrinken« keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist.
»Sich betrinken« ist, wie ich betonen möchte, keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Allerdings gilt immer auch »die oberste Direktive«:

Sprache ist da um verstanden zu werden.

Daher würde ich, auch wenn es gegen die festgeschriebenen Regeln verstößt, folgendes schreiben:

Ich komme wieder auf den fraglichen Fall zurück. »gehen« ist kein Hauptwort, sondern ein Zeitwort und muss daher klein geschrieben werden.

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"Gehen" ist kein Zeitwort sondern ein Verb. Würdest du also auch "sich betrinken" eigentlich klein schreiben? –  Emanuel Jan 9 at 8:48
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@Emanuel Ich glaube fast, dass er darauf hinaus will, dass es paradox erscheint, gehen großzuschreiben und im selben Satz zu behaupten, es würde kleingeschrieben. –  Em1 Jan 9 at 8:53
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@Em1... oh. Diesen Hintersinn im Beispiel hab' ich nicht bemerkt. Dann geb' ich mal plus 1, bin aber weder einverstanden, noch überzeugt. Hail king Capital. –  Emanuel Jan 9 at 8:55
    
@Emanuel: Worin genau besteht deiner Meinung nach der Unterschied zwischen einen Zeitwort und einem Verb? Ich habe in der Schule nämlich gelernt, dass »Verb« jenes Fremdwort ist, das man auch für das deutsche Wort »Zeitwort« verwenden kann. Die beiden Wörter sind also gleichbedeutende Synonyme. So steht es auch hier: de.wikipedia.org/wiki/Verb –  Hubert Schölnast Jan 9 at 14:57
    
Ok, das scheint man in der Tat so zu nennen. Für mich ist ein Zeitwort ein Wort für Zeit... so wie "heute" oder "bald". Ich glaube, es ist sicherer Verb zu schreiben, wenn man Missverständnisse vermeiden will. –  Emanuel Jan 9 at 16:35

Wenn wir hier (und in vergleichbaren Fällen) über Worte u. Ä. diskutieren, würde ich die folgenden drei Fälle unterscheiden, von denen der letzte mit Abstand der häufigste ist, sich aber besser in Abgrenzung zu den anderen Fällen erklären lässt:

  1. Es geht um die konkrete Schreibweise eines Wortes in einem konkreten Text:

    In diesem Satz schreibe ich bewusst »produziren« statt »produzieren« um ein Beispiel zu produziren.

    Hier geht es darum, das Geschriebene exakt wiederzugeben, also auch mit Groß- und Kleinschreibung, z. B.:

    »ahber« werde ich am Anfang des folgenden Satzes schreiben und damit zwei Rechtschreibfehler in einem Wort begehen. ahber nur des Beispiels wegen.

    In so einem Fall setze ich auch immer Anführungszeichen und nutze niemals Kursivierung zur Abgrenzung des Wiedergegebenen. Damit bewege ich mich m. E. auch im Rahmen der Rechtschreibregeln, da ich etwas wörtlich wiedergebe, aber es sich nicht um wörtliche Rede handelt. Denn somit greift Paragraph § 89 (»Mit Anführungszeichen schließt man etwas wörtlich Wiedergegebenes ein.«), nicht aber § 54 (2) (»Das erste Wort der wörtlichen Rede schreibt man groß, […]«). Man kann darüber streiten, ob § 54 (»Das erste Wort eines Ganzsatzes schreibt man groß.«) greift, ich würde aber dagegen stimmen, da es sich bei dem hier Wiedergegebenen nicht um ein Wort im fraglichen Ganzsatz handelt, sondern erstmal nur um eine Buchstabenfolge (die auch tatsächlich kein Wort zu sein braucht).

  2. Es geht nicht um ein Wort, sondern Buchstaben bzw. eine Buchstabenfolge:

    ih steht nur in den folgenden Wörtern: ihm, ihn, …

    Hier ist es üblich, auch am Satzanfang nicht auf Großschreibung zu wechseln. Und auch wenn ich dazu keine offizielle Regel finden konnte, wird dies insofern durch das offizielle Rechtschreibregelwerk gedeckt, als dass ihm dieses Beispiel entstammt (S. 23, § 12).

  3. Es geht ein Wort in einem allgemeineren Sinne (als Punkt 1), z. B.:

    Das Verb dieses Satzes ist ist.
    Der Infinitiv des Verbs dieses Satzes ist sein.

    In so einem Fall könnte ich nach den offiziellen Regeln durch Anführungszeichen auszeichnen, muss es aber nicht. Um einen Wald von Anführungszeichen zu vermeiden, nutze ich in solchen Fällen lieber Kursivierung, wie es auch z. B. hier und in den Rechtschreibregeln üblich ist. Die Nutzung von Anführungszeichen fände hier nach § 94 statt und ist optional – ich könnte also sogar keine Auszeichnung verwenden (auch wenn dies in den meisten Fällen verwirrend wäre):

    Olfaktorisch war sein neues Lieblingswort.

    In diesem Fall würde auch wohl niemand auf die Idee kommen, das Wort klein zu schreiben.

    Aber mal ein schwierigeres Beispiel, das einen anderen Aspekt verdeutlicht:

    Er schrieb durchgängig nähmlich statt nämlich.

    Wieso nutze ich hier keine Anführungszeichen bzw. wieso fällt dies nicht unter Punkt 1? Es hier nicht um eine konkrete Stelle im Text, sondern um die allgemeine Schreibung des Wortes nämlich. Dies wird vielleicht am ehesten klar, wenn man sich überlegt, dass sich die obige Aussage wohl auch die Fälle einschließen soll, in denen das Wort nämlich nicht am Satzanfang steht. Es handelt sich also ohnehin nicht um eine exakte Wiedergabe, sondern es geht um das Wort nämlich im Allgemeinen. Analog schriebe ich also auch:

    Nähmlich statt nämlich schrieb er durchgängig.
    Derentwegen und einander sind meine Lieblingswörter.

    Und aus ähnlichen Gründen:

    Gehen ist kein Hauptwort, sondern ein Zeitwort und muss daher kleingeschrieben werden.
    Aus unerklärlichen Gründen schrieb er gehen immer groß.

    Aber:

    In jenem Satz muss »gehen« statt »Gehen« geschrieben werden.
    »kraft« ist hier tatsächlich korrekterweise kleingeschrieben.

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Eigentlich – und das hätte ich schon in meiner Antwort erwähnen können –, wenn du wirklich ein Wort exakt so wiedergeben möchtest, wie es geschrieben wurde, einschließlich Groß- und Kleinschreibung, dann sollte man doch schlauerweise das Wort ins Satzinnere stellen. Letztlich ist es doch sehr verwirrend, wenn ein Satz mit einem kleinen Buchstaben anfängt, unabhängig davon, ob es richtig oder falsch ist. –  Em1 Jan 9 at 15:31
    
@Em1: Dem stimme ich absolut zu, allerdings muss die Rechtschreibung auch auf so eine Frage eine Antwort wissen. –  Wrzlprmft Jan 16 at 9:49

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