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Interessant - mir ging es genau umgekehrt: Ich kannte das Wort bisher nur in der leicht pejorativen Bedeutung. Hat mir auch immer eingeleuchtet (man beachte die parallele Konstruktion bei "fischeln" = nach Fisch riechen). Ähnlich wie bei "allzu menschlich" ist allerdings auch eine gewisse Sympathie impliziert.

Dass es "menschliche Wärme" und "Mitmenschlichkeit" bedeuten soll, ist mir völlig neu. Aber vielleicht gibt es ja tatsächlich regionale Unterschiede (for the record: bin Bayer :))

Früher scheint es jedenfalls so gewesen zu sein:

MENSCHELN, verb. sich menschlich zeigen: weil nu der lebendig unverkocht affect noch menschlend, der haut förcht, und nicht umb der bissigen scharpfen warheit willen leiden wil. S. Frank weltb. vorr. A 5a; schwäb. menschlen, nicht besser sein als die menschen gewöhnlich sind: es menschlet bei ihm halt auch. Schmid 382; schweiz. menschelen, menschliche gebrechlichkeiten an sich haben und äuszern, er menschelet, fehlt, ist nicht besser als andere, es menschelet, riecht nach gebrechlichkeit. Stalder 2, 208; auch im bairischen sprachgebiet: menscheln, menschlich, fehlerhaft handeln, es tuet auch bei den besten leuten oft menschelen, es ist menschenart Schöpf 434. sonst heiszt unpersönliches menscheln nach menschen riechen, von einem schlecht gelüfteten zimmer z. b. sagt man hier menschelts (vgl. auch menschern 1). Grimm [fette Hervorhebung v. mir]

Offenbar also ein ursprünglich primär eher südd. Ausdruck.


Edit: Vielleicht noch ein paar ungeformte Gedanken dazu - unter Umständen OT:
Je mehr mir diese Frage im Hinterkopf herumgeht, desto mehr sieht es für mich danach aus, dass hier mehrere diffuse Begriffsdefinitionen zusammentreffen. So beschreiben für mich "menschliche Wärme" und "Mitmenschlichkeit" ganz klar nur positive Aspekte in der sozialen Interaktion, im aktiven Handeln. Wenn jemand also "menschliche Wärme" zeigt oder "mitmenschlich" handelt, ist er nett bis karitativ. Möglicherweise kann man das Ganze auch anders sehen, eher vom Rezipienten her: jemand verspürt "menschliche Wärme" oder erlebt sich als "Mitmensch", wenn er sich nicht allein fühlt, wenn er erlebt, dass auch andere Leute "menschliche Schwächen" haben. Dann wird aus der canoo-Definition bzw. aus Emanuels Verständnis auch ein Schuh. - Wie gesagt, reine Spekulation. Gibt's Meinungen dazu?

Interessant - mir ging es genau umgekehrt: Ich kannte das Wort bisher nur in der leicht pejorativen Bedeutung. Hat mir auch immer eingeleuchtet (man beachte die parallele Konstruktion bei "fischeln" = nach Fisch riechen). Ähnlich wie bei "allzu menschlich" ist allerdings auch eine gewisse Sympathie impliziert.

Dass es "menschliche Wärme" und "Mitmenschlichkeit" bedeuten soll, ist mir völlig neu. Aber vielleicht gibt es ja tatsächlich regionale Unterschiede (for the record: bin Bayer :))

Früher scheint es jedenfalls so gewesen zu sein:

MENSCHELN, verb. sich menschlich zeigen: weil nu der lebendig unverkocht affect noch menschlend, der haut förcht, und nicht umb der bissigen scharpfen warheit willen leiden wil. S. Frank weltb. vorr. A 5a; schwäb. menschlen, nicht besser sein als die menschen gewöhnlich sind: es menschlet bei ihm halt auch. Schmid 382; schweiz. menschelen, menschliche gebrechlichkeiten an sich haben und äuszern, er menschelet, fehlt, ist nicht besser als andere, es menschelet, riecht nach gebrechlichkeit. Stalder 2, 208; auch im bairischen sprachgebiet: menscheln, menschlich, fehlerhaft handeln, es tuet auch bei den besten leuten oft menschelen, es ist menschenart Schöpf 434. sonst heiszt unpersönliches menscheln nach menschen riechen, von einem schlecht gelüfteten zimmer z. b. sagt man hier menschelts (vgl. auch menschern 1). Grimm [fette Hervorhebung v. mir]

Offenbar also ein ursprünglich primär eher südd. Ausdruck.

Interessant - mir ging es genau umgekehrt: Ich kannte das Wort bisher nur in der leicht pejorativen Bedeutung. Hat mir auch immer eingeleuchtet (man beachte die parallele Konstruktion bei "fischeln" = nach Fisch riechen). Ähnlich wie bei "allzu menschlich" ist allerdings auch eine gewisse Sympathie impliziert.

Dass es "menschliche Wärme" und "Mitmenschlichkeit" bedeuten soll, ist mir völlig neu. Aber vielleicht gibt es ja tatsächlich regionale Unterschiede (for the record: bin Bayer :))

Früher scheint es jedenfalls so gewesen zu sein:

MENSCHELN, verb. sich menschlich zeigen: weil nu der lebendig unverkocht affect noch menschlend, der haut förcht, und nicht umb der bissigen scharpfen warheit willen leiden wil. S. Frank weltb. vorr. A 5a; schwäb. menschlen, nicht besser sein als die menschen gewöhnlich sind: es menschlet bei ihm halt auch. Schmid 382; schweiz. menschelen, menschliche gebrechlichkeiten an sich haben und äuszern, er menschelet, fehlt, ist nicht besser als andere, es menschelet, riecht nach gebrechlichkeit. Stalder 2, 208; auch im bairischen sprachgebiet: menscheln, menschlich, fehlerhaft handeln, es tuet auch bei den besten leuten oft menschelen, es ist menschenart Schöpf 434. sonst heiszt unpersönliches menscheln nach menschen riechen, von einem schlecht gelüfteten zimmer z. b. sagt man hier menschelts (vgl. auch menschern 1). Grimm [fette Hervorhebung v. mir]

Offenbar also ein ursprünglich primär eher südd. Ausdruck.


Edit: Vielleicht noch ein paar ungeformte Gedanken dazu - unter Umständen OT:
Je mehr mir diese Frage im Hinterkopf herumgeht, desto mehr sieht es für mich danach aus, dass hier mehrere diffuse Begriffsdefinitionen zusammentreffen. So beschreiben für mich "menschliche Wärme" und "Mitmenschlichkeit" ganz klar nur positive Aspekte in der sozialen Interaktion, im aktiven Handeln. Wenn jemand also "menschliche Wärme" zeigt oder "mitmenschlich" handelt, ist er nett bis karitativ. Möglicherweise kann man das Ganze auch anders sehen, eher vom Rezipienten her: jemand verspürt "menschliche Wärme" oder erlebt sich als "Mitmensch", wenn er sich nicht allein fühlt, wenn er erlebt, dass auch andere Leute "menschliche Schwächen" haben. Dann wird aus der canoo-Definition bzw. aus Emanuels Verständnis auch ein Schuh. - Wie gesagt, reine Spekulation. Gibt's Meinungen dazu?

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Interessant - mir ging es genau umgekehrt: Ich kannte das Wort bisher nur in der leicht pejorativen Bedeutung. Hat mir auch immer eingeleuchtet (man beachte die parallele Konstruktion bei "fischeln" = nach Fisch riechen). Ähnlich wie bei "allzu menschlich" ist allerdings auch eine gewisse Sympathie impliziert.

Dass es "menschliche Wärme" und "Mitmenschlichkeit" bedeuten soll, ist mir völlig neu. Aber vielleicht gibt es ja tatsächlich regionale Unterschiede (for the record: bin Bayer :))

Früher scheint es jedenfalls so gewesen zu sein:

MENSCHELN, verb. sich menschlich zeigen: weil nu der lebendig unverkocht affect noch menschlend, der haut förcht, und nicht umb der bissigen scharpfen warheit willen leiden wil. S. Frank weltb. vorr. A 5a; schwäb. menschlen, nicht besser sein als die menschen gewöhnlich sind: es menschlet bei ihm halt auch. Schmid 382; schweiz. menschelen, menschliche gebrechlichkeiten an sich haben und äuszern, er menschelet, fehlt, ist nicht besser als andere, es menschelet, riecht nach gebrechlichkeit. Stalder 2, 208; auch im bairischen sprachgebiet: menscheln, menschlich, fehlerhaft handeln, es tuet auch bei den besten leuten oft menschelen, es ist menschenart Schöpf 434. sonst heiszt unpersönliches menscheln nach menschen riechen, von einem schlecht gelüfteten zimmer z. b. sagt man hier menschelts (vgl. auch menschern 1). Grimm [fette Hervorhebung v. mir]

Offenbar also ein ursprünglich primär eher südd. Ausdruck.