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Im Schwäbischen hört man vor allem auf dem Land oder an Markttagen:

"Brauchet Se a Gugg?" - "Noi, i hab mei Tasch derbei"

"Brauchen Sie eine Tüte?" - "Nein, ich habe meine Tasche dabei"

Daraus wird auch im Dialekt deutlich, dass mit "Gugg" eine Einkaufstüte gemeint ist und nicht etwa eine Tasche.

Neben Wörtern alemannischen Ursprungs gibt es im Schwäbischen auch eine Reihe von Lehnwörtern aus dem Französischen oder aus anderen Nachbarsprachen. Diese möchten aber bei dem Wort "Gugg" nicht recht passen. Da es ein altes Wort ist, hat es auch nichts mit der Plastiktüte zu tun, für die eine "Gugg" heute steht.

Wo hat eine "Gugg" ihre sprachliche Wurzel?

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    Der Ausdruck "Gugg" ist übrigens auch im Oberpfälzischen gebräuchlich. – Residuum Sep 26 '11 at 23:29
  • Interessanter Link zur 'Tüte': philhist.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/germanistik/… - Das Ergebnis für den deutschen Südwesten kann ich allerdings nicht bestätigen. Ich kenne dort nur die 'Guggele' oder 'Plaschtigguggele'. – knut Dec 24 '11 at 21:02
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Ich habe in der Zeitschrift "Blätter des Schwäbischen Albvereins" (hier das PDF der Ausgabe) folgendes gefunden (S. 19):

Französisches Schwäbisch (III)

[...] Gugg (coque = Tüte)

Da mein Französisch nicht besonders gut ist, kann ich nicht verifizieren, ob das Wort coque heute oder früher für Tüte verwendet wurde. Es gibt es in der Bedeutung von "Schale" (Schutz) – also nicht ganz abwegig.

Hier als Bild:

Gugg coque

  • Hmm interessant! Ich kenne immerhin die kulinarische coquillage für Schalentiere (wer's mag). – Takkat Jun 12 '11 at 19:00
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Nach einiger Recherche bin ich noch auf interessante Zusammenhänge gestoßen.

Die französische coque ist hier vermutlich eine Kurzform für cocqueluchon, eine Kapuze oder Beutelkappe, wie sie auch das mittelalterliche Gugel ist. Beide Wörter stammen von dem lateinischen cucullus (Kapuze, Tüte) ab. Eine Gugel wird heute nur noch in der schwäbisch-alemannischen Fasnet getragen.

enter image description here Quelle Wikimedia: Gugel im Wappen von Güglingen.

Es ist anzunehmen, dass im schwäbischen Dialekt die coque, das Gugel und der cucullus zur Gugg geworden ist. So wird auch die Bedeutung Tüte verständlich, denn in einer Kapuze kann man wie in einem Beutel Sachen verstauen.

  • Und der Gugelhupf? – Christian Geiselmann Sep 20 '17 at 14:19
  • @ChristianGeiselmann: ganz richtig, der auch. – Takkat Sep 20 '17 at 14:42
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Auch in Basel (CH) wird für eine Tüte der Ausdruck Gugge oder Güggli als Diminutiv verwendet. Das Schweizerische Idiotikon gibt an, das Wort scheine zu guggen (bedeutet u.a. auf einem Horn blasen. Für weitere Bedeutungen empfehle ich die Suche des Idiotikons) zu gehören, aber importiert zu sein. Die Etymologie scheint in diesem Fall nicht genau geklärt zu sein.

  • sehr spannend, dass es in Basel auch eine Gugge gibt! – Takkat Jun 13 '11 at 17:38
  • Einschließlich der Guggamusik (Art Faschingsblaskapelle), die sich auch ins Schwäbische verbreitet hat. – Christian Geiselmann Sep 20 '17 at 14:20
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Mir scheint ein Zusammenhang zwischen Tüte und Horn durchaus möglich, also insbesondere waren die alten Obsttüten bis in die 80er üblicherweise noch dreieckig (gefaltet) bzw Konisch gefüllt. Somit wäre ein gemeinsamer Nenner von Tüte, Kapuze und Horn schlicht die Spitze, konische Form.

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