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Wo liegt der Unterschied zwischen „gehen“ und „ergehen“ in den folgenden Beispielen? Ist „gehen“ in diesem Fall nur der umgangssprachliche Ausdruck für „ergehen“? Wenn nein, wann benutzt man ein Wort und wann das andere?

Nie ging es mir besser als heute.

Ihr ist es vor zehn Jahren noch nicht so gut gegangen.

Bei der Prüfung ist alles gut gegangen.


Bei seinen Eltern ist es ihm gut ergangen.

Wenn du weiter so frech bist, wird es dir noch schlecht ergehen.

Es ist ihr nicht schlecht ergangen.

  • Wieso, wenn die Begriffe verglichen werden sollen, änderst Du auch den sonstigen Satzgehalt? Was soll man so vergleichen können? – user unknown Jan 7 '15 at 4:34
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Ist “gehen” in diesem Fall nur der umgangsprächliche Ausdruck für “ergehen”?"

Nein.

ergehen bezieht sich darauf was einem Lebewesen über einen gewissen Zeitraum widerfährt, was es (alles) erlebt (hat).

Mir geht es gut.
Mir ist es [in den letzten drei Monaten] gut ergangen.    

Aber nicht:

Die Prüfung geht gut.
Die Prüfung ist gut ergangen.

Der zweite Satz ist falsch.

In einer Frage kann man ergangen auch verwenden. Die Gegenwartsform von gehen hätte als Frage jedoch eine ganz andere Bedeutung, sie bezieht sich auf das aktuelle Befinden.

Wie ist es Dir ergangen? - Gut. | [Ausführliche Antwort]
Wie geht es Dir? - Mir geht es gerade gut.

(Mit [Ausführliche Antwort] meine ich, dass der Fragersteller üblicherweise eine detaillierte, umfangreiche Antwort erwartet.)

Ich kann mich an keine Kombination von ergehen mit Objekten erinnern. Der Satz

Dem Haus ist es über die Jahre gut ergangen.

klingt komisch. Für Objekte würde ich eher folgendes sagen:

Das Haus hat sich gut gehalten.

(Gegenüber einem Menschen ist der Ausdruck sich [gut] halten hingegen eher unhöflich. ;)

Ein ähnliches Wort zu ergangen ist widerfahren:

Was ist Dir widerfahren?

Es ist aber kein Synonym, denn es bezieht sich auf einen konkreten Vorgang oder Vorfall.

- Ihm widerfuhr schreckliches.
- Heute ist ihr nur Unglück widerfahren: erst hat sie sich den Kopf gestoßen, dann ist sie hingefallen und am Abend hat sie sich in den Finger geschnitten.
  Kurz: in den letzten Stunden erging es ihr nicht gut. 

:)

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"Es geht mir gut" ist eine Aussage über den aktuellen Zustand. "Es ergeht mir gut" ist eine Aussage über einen bestimmten, nicht näher definierten, Zeitraum.

  • Bitte keine Grüße verwenden - SE-weit nicht! "Bestimmten, nicht näher definierten" scheint mir ein Widerspruch in sich. Ist der Zeitraum bestimmt oder unbestimmt, definiert oder nicht? Wozu überhaupt drüber räsonnieren, wenn man nix weiß? Ebenso ist "aktueller IST-Zustand" 3x das gleiche. "Zustand" würde es schon sagen. In der Kürze liegt die Würze. – user unknown Jan 7 '15 at 4:29
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Die Bedeutungen überschneiden sich zwar etwas. "Es ging ihm schlecht" ist aber im wesentlichen eine Aussage darüber, wie sich jemand gefühlt hat: er war krank oder hatte Geldsorgen oder Liebeskummer. "Es ging ihm gut" bedeutet entsprechend, dass derjenige gesund und frei von Sorgen war.

"Es erging ihm schlecht" ist dagegen eine Aussage darüber, dass jemandem etwas Schlechtes zugestoßen ist: er verlor seine Stelle, hatte einen Unfall oder wurde Opfer eines Verbrechens. "Es erging ihm gut" bedeutet entsprechend, dass demjenigen etwas Gutes passiert ist: er wurde befördert, machte ein Vermögen an der Börse und heiratete seine große Liebe.

Daneben gibt es einen Unterschied im Sprachniveau: "es geht jemandem gut/schlecht" ist neutrales Sprachniveau, "es ergeht jemandem gut/schlecht" eher gehobenes.

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