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Sage ich

der rote Apfel

dann hat das Adjektiv rot die maskuline Endung. In vielen Sprachen würde man nun analog sagen

Der Apfel ist rote.

sprich das Adjektiv wird dekliniert, auch wenn es nicht direkt am Objekt steht, doch im Deutschen nimmt man die Grundform:

Der Apfel ist rot.

Warum steht hier die Grundform?

Zum Vergleich:

Russisch: красный (rot)

Красное яблоко. Яблоко красное.

Französisch: Weil rouge (rot) nicht dekliniert wird, ersetze ich es durch nouveau (neu).

La nouvelle pomme. La pomme est nouvelle.

(Ebenso andere lateinische Sprachen wie Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch)

  • 1
    In anderen Sprachen wäre es "der rot Apfel" und "Der Apfel ist rot". "Rot" ist das Adjektiv in seiner 'Grundform'. In "der rote Apfel" ist das Adjektiv jedoch dekliniert. Das Deutsche passt halt die Adjektive an, damit Geschlecht, Anzahl, etc. signalisiert wird. Das Stichwort hier ist hier also Deklination. – Em1 Sep 3 '14 at 13:48
  • 1
    meinst du wie in Italienisch... "Il latte/la birra e caldo/calda"? Die Frage ist garnicht so schlecht, aber vielleicht solltest du ein Beispiel aus einer anderen Sprache einfügen, so dass man versteht, worum es genau geht "Warum wird im Deutschen nur der adjektivische Gebrauch dekliniert?" – Emanuel Sep 3 '14 at 13:51
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    Warum gibt es einen Downvote? – Emanuel Sep 3 '14 at 13:52
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    Wenn ich mich nicht vertue, haben Sprachen wie Spanisch, Russisch etc. keine separate Grundform. Im Spanischen existiert nur "rojo", "roja". Das Russische hat widerum komplette Deklination, wie das Deutsche, aber keine Grundform (es wird im Dictionary die männliche Nominativform gelistet). Interessant wäre es, wie es in anderen germanischen Sprachen aussieht. Haben die eine Grundform? Einen Vergleich mit den lateinischen oder slawischen Sprachen kann man hier schlecht ziehen. Dort ist es halt anders, weil sie eben keine Grundform haben. – Em1 Sep 3 '14 at 14:16
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    @Em1 Niederländisch is germanisch und hat Grundform: Link – arney Sep 3 '14 at 14:26
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Das rot in

der rote Apfel

ist ein attributives Adjektiv, während das rot in

Der Apfel ist rot.

ein prädikativ oder adverbial gebrauchtes Adjektiv ist (siehe syntaktische Funktion von Adjektiven). Letztere Art wird, wie andere Adverbien auch, nicht flektiert (weil bereits das Verb konjugiert wurde, stelle ich jetzt mal so als Vermutung in den Raum). Bei diesem Fall bezieht sich rot auf das Verb sein. Man könnte es als die Eigenschaft rot sein ansehen. Deshalb ist das Genus des Subjekts nicht mehr relevant.

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    Verben sind konjugiert, soweit ich weiß. Ausserdem wird in Italienisch auch konjugiert und trotzdem das prädikative Adjektiv dekliniert. Die Dekliniertheit ist somit nicht zwingend mit der Behandlung des Verbs verknüpft. – Emanuel Sep 3 '14 at 15:15
  • @Emanuel Danke, ich hab's entsprechend geändert. – Harald Sep 3 '14 at 15:16
  • Bei diesem Fall bezieht sich rot auf das Verb sein. Würden wir dann nicht erwarten, dass wir danach mit "Wie ist der Apfel" oder so fragen können? (Analog zu "Wie singt er - Er singt schön"?) – sgf Apr 16 at 9:50
  • @sgf Ist die Frage rein rhethorisch gemeint? "Wie ist der Apfel? - Er ist rot." klingt für mich in Ordnung – Harald Apr 17 at 15:48
  • @Harald Nein, für mich klingt das tatsächlich komisch, ich hatte sogar gedacht, dass das für jeden so ist. – sgf Apr 18 at 7:52
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In

Der Apfel ist rot.

wird rot prädikativ verwendet (als Teil des Prädikats rot sein), da es den Apfel beschreibt. Adverbielle Verwendung ist ausgeschlossen, weil ist hier kein Vollverb, sondern ein Kopulaverb ist.

Die Frage, warum ein prädikatives Adjektiv nicht dekliniert wird (in der Grundform auftritt), ist wohl genauso schwer zu beantworten, wie die Frage, wieso mal schwache, mal starke Beugung richtig ist.

Die Mutmaßung, dass rot, obgleich es ein Adjektiv ist, die syntaktische Funktion eines Adverbs einnimmt, liegt nahe. Es wird also nicht dekliniert, weil dem Verb Kasus und Genus fehlen.

Wäre eine Deklination möglich, wüsste ich nicht, welche Beugung im Folgenden angebracht wäre:

Es ist friedliche/friedliches? Er ist schnelle/schneller?

  • Vielen Dank. Guter Punkt! – stephanmg Apr 14 at 21:24
  • Weder "Es ist friedliche", noch "Es ist friedliches" sind gültige Sätze. "Er ist schnelle" kenne ich auch nicht, allenfalls als veraltet für "... schnell". "Schneller" ist eine Steigerungsform - auch "Sie ist schneller". – user unknown Apr 15 at 6:51
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Die Frage, warum in dieser einen Sprache diese eine spezielle Regel gilt, in einer anderen aber nicht, ist müßig. Die ebenso wahre wie unbefriedigende Antwort ist:

  • Weil es verschiedene Sprachen sind.

Das Argument, dass verwandte Sprachen ja eigentlich auch gleiche oder ähnliche Regeln haben müssten, ist natürlich ein sehr gutes. Je enger zwei Sprachen miteinander verwandt sind, desto mehr gleiche Regeln gibt es.

Aber es gibt auch immer Regeln, die unterschiedlich sind. Denn wären alle Regeln gleich, dann gebe es überhaupt keinen Unterschied mehr. Die beiden Sprachen wären dann identisch. (Dabei zähle ich zu den Regeln nicht nur die Grammatik und die Ausspracheregeln, sondern auch das Vokabular, denn auch das sind letztendlich Regeln, nämlich Regeln, die Lautfolgen auf Bedeutungen abbilden.)

Mit anderen Worten: Wenn zwei Sprachen unterschiedlich sind, muss sich der Unterschied ja irgendwo manifestieren. Daher muss es zwingend Regeln geben, die voneinander abweichen.

Welche Regeln das im konkreten Fall sind, ist ein Ergebnis des Zufalls.


Zusatz
(Der folgende Teil ist nicht mehr als Teil der Antwort gedacht)

Wie kommt es denn überhaupt dazu, dass es unterschiedliche Sprachen gibt?

In Europa ist es so, dass einige der hier gesprochenen Sprachen von den uralischen Sprachen abstammen (Finnish, Ungarisch), die anderen von den indoeuropäischen Sprachen, darunter die Westgermanischen Sprachen, zu denen unter anderem Deutsch und Englisch gehören.

Es deutet einiges darauf hin, dass vor ca. dem 6. Jahrhundert in Europa eine gemeinsame ur-westgermanische Sprache gesprochen wurde, und zwar in einem breiten Streifen von Norditalien bis zur Nordsee, einschließlich der Ostküste Großbritanniens. Der Osten des heutigen Österreichs gehörte nicht dazu, ebensowenig das Gebiet auf dem eine Zeit lang die DDR existierte, dafür aber das Gebiet der heutigen Benelux-Länder und der Nordosten Frankreichs.

Diese urwestgermanische Sprache wurde in vielen verschiedenen Dialekten gesprochen. Sie war also vielmehr ein Kontinuum vieler ähnlicher Dialekte, die sich gegenseitig beeinflussten. Ohne eine Fremdsprache zu lernen, konnte jeder mit allen Leuten reden, die nur ein oder zwei Tagesreises entfernt waren, denn die lokalen Dialekte gingen fließend in die Dialekte der Nachbarregionen über. Aber jemand, der in der italienischen Po-Ebene gelebt hat, dürfte erhebliche Probleme gehabt haben, jemanden zu verstehen, der an der britischen Ostküste lebte.

Für die deutschen Dialekte gilt das auch heute noch. Jeder, der aus dem Norden Deutschlands stammt und Urlaub in Österreich oder der Schweiz gemacht hat, kann das bestätigen.

Im Lauf der Zeit haben einige Leute in einer bestimmten Region ohne besonderen Grund angefangen, bestimmte Wörter anderes auszusprechen oder sie haben Grammatikregeln geringfügig abgeändert (das passiert auch heute noch und ist ein unbewusster Prozess). Wenn das die anderen Bewohner des Dorfes nachgemacht haben, und sich diese neue Mode in die Nachbardörfer verbreitet hat, hat das den lokalen Dialekt verändert.

20 km weiter hat sich vielleicht eine andere lokale Variation entwickelt. Das kann dann entweder dazu geführt haben, dass sich einzelne dieser Variationen auch in größeren Regionen durchgesetzt haben, oder dass sie wieder verschwunden sind. Es ist aber auch passiert, dass in Region A und Region B der Unterschied weiterbestanden hat, und dass er sich im Lauf der Zeit verstärkt hat. Das passierte besonders häufig dann, wenn geographische oder politische Gründe die Kommunikation zwischen diesen Regionen behinderten.

Irgendwann konnte man dann nicht mehr von einem Kontinuum sprechen. Um das Jahr 600 herum gab es Altenglisch auf Großbritannien, Althochdeutsch im Alpenraum, und dazwischen Altfriesisch, Altsächsisch, Altniederländisch und Altmittelfränkisch. Das Althochdeutsch konnte man noch weiter untergliedern in Langobardisch (in Oberitalien), Altbayrisch (Bayern und Teile des heutigen Österreich), Altalemannisch (heutige Schweiz, Schwabenland), Altostfränkisch und Altthüringisch.

Diese Sprachen gelten als unterschiedlich, aber doch noch als so eng verwandt miteinander, dass eine Kommunikation ohne Dolmetscher auch mit Sprechern benachbarter Sprachen möglich war.

Innerhalb der Regionen näherten sich die lokalen Dialekte aneinander an, dafür wuchsen die Unterschiede zwischen den Sprachen, und heute gelingt es einem deutschen Muttersprachler kaum noch eine Unterhaltung in niederländischer Sprache zu verstehen, und der Unterschied zwischen Deutsch und Englisch ist sogar noch größer.

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Der Apfel ist rot.

Allgemeine Regel: In prädikativer Position (z. B. nach dem Verb sein) hat das Adjektiv im Deutschen generell keine Endung.

Warum? Vielleicht deswegen, weil das Deutsche beim attributiven Adjektiv ein so aufwendiges Deklinationssystem hat, verwendet man bei prädikativem Gebrauch nur die Kurzform. Aber das ist wirklich nur eine Hypothese. Es würde aufwendige linguistische Forschung erfordern, wenn man hier einen Grund finden wollte. Und wahrscheinlich käme dabei nichts Konkretes heraus.

  • Die Regel ist: Wenn prädikativ gebraucht, hat das Adjektiv keine Endung. – rogermue Sep 3 '14 at 20:59
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    Das ist schon klare(s), mich stört lediglich das "kann"... als ob man sich dazu entscheiden könnte, die (welche denn?) Endung dranzulassen. Außerdem: Warum kann man die darauffolgende Argumentation nicht für attributive Adjektive heranziehen? Z.B.: Die ewig Liebe? Ein stumm Mann? Das entzückt Kind? – user6191 Sep 3 '14 at 21:07
  • Die Deklination der Adjektive ist fÜr Lernende etwas schwierig. – rogermue Sep 3 '14 at 21:24
  • Das erklärt jede Grunggrammatik. – rogermue Sep 3 '14 at 21:32
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    Deine Argumentation ist stark anzweifelbar. Wie @Grantwalzer schon sagt: Wenn bei der prädikativen Verwendung wegen dem vorhanden Artikel die Endung wegfallen darf, warum dann nich auch bei der attributiven Verwendung? Das widerspricht hier jeder Logik. – Em1 Sep 4 '14 at 6:18

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