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Warum schreibt man Entgelt und unentgeltlich (wie auch gelten, entgelten, vergelten, Vergeltung usw.) mit t, aber Geld (Bargeld, Bußgeld, Falschgeld, Kindergeld usw.) und geldlich mit d? Haben alle diese Wörter nicht einen gemeinsamen Ursprung?

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    Doch haben sie. Warum sie allerdings unterschiedlich geschrieben werden... keine Ahnung. Ich finde besonders "Entgelt" überraschend – Emanuel Dec 19 '14 at 21:35
  • Zu Geld gibt es eine Reihe von Wortstämmen: Etymologie von Geld. Auffällig dabei ist, dass der Ablaut -t eine Besonderheit des Althochdeutschen zu sein scheint - vermutlich rühren daher auch die abweichenden Schreibweisen. Bin aber auch kein Experte. – Œlrim Dec 20 '14 at 12:24
  • Jiddisch: "Gelt" – Stephie Dec 20 '14 at 16:09
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Die in der Frage genannten Wörter mit einem T sind allesamt Ableitungen bzw. Variationen von

gelten

Das Mittelhochdeutsche Wort ist genau gleich: »gelten«. Es bedeutete:

zurückzahlen, zurückerstatten, entschädigen, für etwas büßen, Einkünfte erbringen, bezahlen, Wert sein.

Althochdeutsch haben wir:

geltan

das zusätzlich zu den meisten genannten Bedeutungen auch noch die Bedeutung »opfern« hatte, was auch die Hauptbedeutung der Protogermanischen Wurzel

*geldaną

ist, die wiederum aus dem Protoindogermanischen Wort

*gʰeldʰ-

hervorgegangen ist, dessen Hauptbedeutung übrigens »bezahlen« war.

Der Schlusskonsonant war also ursprünglich ein aspiriertes weiches D, dann ein (normales) weiches D, aus dem schließlich ein hartes T wurde.

Geld

Man wird es bereits erraten haben: Auch dieses Wort sitzt am Ende eines Astes in einem Baum, der aus der protoindogermanischen Wurzel »*gʰeldʰ-« herauswächst. Allerdings gibt es in diesem Baum eine Gabelung, wo sich der »gelten«-Ast und der »Geld«-Ast auseinander entwickelt haben.

Insbesondere ist »gelten« ein Verb und »Geld« ein Substantiv, und daher bedeuten die beiden Wörter schon mal was anderes (wenn auch in engem Zusammenhang)

Das Geld war Mittelhochdeutsch noch

das gelt

und korrespondierte also damals noch im End-Konsonant mit dem T von »gelten«. Die Bedeutung war:

Bezahlung, Ersatz, Vergütung, Einkommen, Wert, Preis, Zahlungsmittel, ...

also im Wesentlichen bereits gleich wie heute.

Das althochdeutsche Wort »gelt« bedeutete:

Zahlung, Lohn, Vergeltung, Opfer

Daneben gab es das altsächsische »geld« (Opfer, Vergeltung, Zahlung), das altenglische »gield« (Opfer, Kult, Zahlung, Tribut), aus dem sich das heutige Wort »guilty« (schuldig) entwickelt hat, und das gotische »gild« (Steuer, Zins)

Noch ältere Variationen leben allesamt in dem Bedeutungsraum

Schuld, Opfer, für etwas büßen, für etwas bezahlen, ...

Die Bedeutung

gelt/Geld = geprägtes oder gedrucktes Zahlungsmittel

ist erst seit dem 14. Jahrhundert belegt, wurde damals aber noch selten verwendet. Erst im 16. Jahrhundert nahm das Wort auch im allgemeinen Sprachgebrauch diese Bedeutung an.

Was nun den Wechsel von T nach D betrifft, so sieht man bereits am Beispiel »gelten«, aber auch an vielen anderen deutschen Wörtern, dass hier im Lauf der Zeit immer wieder ein Wechsel zwischen den beiden Konsonanten stattgefunden hat, und zwar in beide Richtungen.

Als die Bedeutung von »Geld« weit genug von »gelten« abgekoppelt war, war der Weg frei für eine getrennte Entwicklung des Konsonanten.


Zur Ergänzung:

Die Gilde (eine Vereinigung zum gegenseitigen rechtlichen Schutz) geht ebenfalls auf die oben besprochene gemeinsame Wurzel zurück, nicht aber das Wort Gold.

»Gold« (gemeinsam mit »Glas«, »gelb«, »glotzen«, »glühen«, »Glatze« und »Galle«) geht auf das proto-germanische »*gelwaz« zurück, was »glänzen, glitzern« bedeutet.

1

Entgelt/unentgeltlich kommt von gelten, ähnlich wie abgegolten, ursprünglich von ahd. "geltan" => "(zurück)zahlen, entschädigen, opfern, wert sein"

Geld hingegen kommt vom ahd. "gelt" => "Bezahlung".

Siehe: http://dwds.de/?view=1&qu=geld und http://dwds.de/?qu=entgelt

Zitat von dort:

Neben der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. gelten) bis heute.

  • Der Vollständigkeit halber solltest Du aber auch erwähnen, dass das Substantiv auf das Verb zurückzuführen ist. – Carsten S Dec 22 '14 at 12:27
  • Wo steht's denn? – Thorsten Dittmar Dec 22 '14 at 12:53
  • In dem von Dir Zitierten: „Geld [...] ist ein Verbalsubstantiv zu dem unter gelten (s. d.) behandelten Verb.“ – Carsten S Dec 23 '14 at 20:28
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Obwohl alle den gleiche Ursprung haben, sind sie doch alle sehr unterschiedlich alt.

z.B. Kindergeld wurde erst im 20. Jhd eingeführt, vergelten hingegen sehr viel früher. In dieser Zeit haben sich die Schreibweisen auseinander entwickelt.

Ein anderes Beispiel sind die Wörter Zelle und Keller.

Sie stammen beide vom gleichen lateinischen Wort cella ab, das zwei mal eingedeutscht (?) wurden. Zuerst sprach man es (im lateinischen) noch zella aus, später dann kella.

  • 3
    Nun gut, Kindergeld ist recht jung und enstand als Kombination aus "Kind" + "Geld". Aber deine Antwort beantwortet nicht im Geringsten die Frage, warum es "Geld" heißt und nicht "Gelt". So war es nämlich im Althochdeutschen. – Em1 Dec 20 '14 at 17:30
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Ins Blaue gesprochen:

Geld kommt von "guilty", 'schuldig' und ist verwandt mit 'gültig'. Aus der gleichen Familie kommt 'Gilde'.

Die behauptete Nähe zu 'Gold' ist eher Koketterie und gibt einen ironischen Querverweis auf den religiösen Charakter des sonnenfarbenen 'goldenen Kalbs'.

  • 2
    Inwiefern soll das eine Antwort auf die gestellte Frage sein? Gefragt wurde nach den harten T am Ende von Entgelt. – Hubert Schölnast Oct 14 '16 at 10:13
  • Weil 'guilty' mit 't' geschrieben wird. Der weltanschauliche Streit liegt m.E. in der Frage, ob es von 'Gold' oder von 'gelten' kommt. Das Verständnis des Begriffs 'Schuld' ist sehr weit umgreifend. 'Schuld' gibt es in der Juristerei, Mathematik, Ökonomie und Psychologie gleichermassen. – Frank Oct 14 '16 at 10:52

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