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Ich möchte die Satzstruktur des folgenden Satzes verstehen:

Ich gratuliere ihm zu seinem Erfolg.

Ich habe bereits:

  • ich: Subjekt
  • gratuliere (oder gratuliere zu?): Prädikat
  • ihm: Dativ-Objekt

Aber um welches Satzglied handelt es sich bei zu seinem Erfolg bzw. seinem Erfolg?

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Bei „zu seinem Erfolg“ handelt es sich um ein Präpositionalobjekt.

Er freut sich über den Besuch.
Sie überredete ihn zur Teilnahme an der Tagung.
Wir hoffen auf bessere Zeiten.
Sie dachte an sein Versprechen.
Er pochte auf sein Recht.
Sie klagen auf Schadenersatz.
Sie steht zu ihrem Wort.
Sie begnügen sich mit einem matten Protest.

Gewöhnlich liegt ein Präpositionalobjekt vor, wenn vom Prädikat eine bestimmte Präposition gefordert ist:

Die Mannschaften warten auf den Anpfiff.
(worauf?)

Dagegen sind die Präpositionen in den adverbialen Bestimmungen oft austauschbar:

Die Mannschaften warten in der Kabine.
Die Mannschaften warten neben der Kabine.
Die Mannschaften warten an der Kabine.
(wo?)

[Beispiele aus Duden – Die Grammatik]

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  • Kannst Du bitte kurz erklären, was Du unter einem Präpositionalobjekt verstehst? Kann ein Präpositionalobjekt einen casus haben und wenn ja, welcher ist es in diesem Fall?
    – fragmich
    Feb 24 '15 at 18:55
  • @fragmich Ein Präpositionalobjekt kann im Akkusativ (Er pochte auf sein Recht.) oder im Dativ (Sie steht zu ihrem Wort.) stehen, je nach dem Kasus, der durch die Präposition gefordert wird.
    – user9551
    Feb 24 '15 at 19:07
  • Was ist allgemein formuliert ein Präpositionalobjekt und in welchem casus ist es dann im o.g. Satz? Wie lautet das Prädikat? gratuliere oder gratuliere zu?
    – fragmich
    Feb 24 '15 at 19:49
  • @fragmich: Das Verb müsste vollständig als "zu etwas gratulieren" angegeben werden. Das Verb "gratulieren" bestimmt also, dass die Präposition "zu" benutzt wird. Die Präposition "zu" wiederum bestimmt, dass das zugehörige Substantiv im Dativ stehen muss.
    – Chris
    Feb 24 '15 at 19:54
  • 1
    Siehe auch hier dazu, was allgemein formuliert ein Präpositionalobjekten ist. Das Prädikat selbst ist hier nur "gratuliere", aber das Prädikt bestimmt die anderen Satzglieder, hier nach dem Muster "jemandem (Dat.) zu etwas (Präp.Obj. Dat.) gratulieren".
    – dirkt
    Feb 24 '15 at 19:55
2

Es handelt sich dabei um eine adverbiale Bestimmung. Das Prädikat ist nur gratuliere. Der Satz wäre in der gekürzten Form »Ich gratuliere ihm« ja immer noch vollständig.

3
  • Kannst Du etwas erläutern, wie Du zu dieser Einschätzung gekommen bist? Wieso ist »immer noch vollständig« relevant (ist laut verlinkter Wikipedia-Seite kein gutes Kriterium)?
    – Wrzlprmft
    Feb 24 '15 at 18:30
  • 1
    »Immer noch vollständig« ist für mich ein Indiz dafür, dass »zu« nicht zum Prädikat gehört. (Einmal ganz abgesehen davon, dass der Infinitiv nicht »zugratulieren« ist.) Feb 24 '15 at 21:04
  • 1
    Erstmal würde ich es begrüssen, wenn du die wichtigen Kernpunkte, was eine adverbiale Bestimmung ist, in der Antwort erklären würdest. Zum einen muss man dann nicht einen ganzen Wikipedia-Artikel lesen und zum anderen ist nicht sichergestellt, dass der Link für ewig lebt. Desweiteren erzählt mir Wikipedia etwas über adverbiale Bestimmungen "des Ortes, der Zeit, der Art und Weise, ..." Um was handelt es sich denn hier konkret? Und anscheinend wird hier auch vom Objekt abgegrenzt. Wieso ist es dann kein Präpositionalobjekt, wie in einer anderen Antwort vorgeschlagen?
    – Em1
    Feb 25 '15 at 13:40
2

"Ich" = Subjekt "gratuliere" = Prädikat "ihm" = Dativobjekt

"zu seinem Erfolg" hat adverbiale Funktion

...für das Verb "gratuliere", genauer gesagt, es ist ein Satzadverbiale, dessen Information Einfluss auf die gesamte Satzaussage hat, nicht nur auf das Verb allein (was etwa bei "Ich gratuliere ihm kurz" der Fall wäre).

Von der Systematik her ist es ein Präpositivkomplement, da es die Aussage des Prädikats mittels einer Präposition ergänzt.

Quellen: Satzadverbiale, Präpositivkomplement

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  • Gibt es nicht einen Unterschied zwischen adverbialen Bestimmungen und Präpositionalobjekten?
    – fragmich
    Feb 24 '15 at 18:53
  • Er besteht wohl darin, dass Präpositionalobjekte den Satz zwingend ergänzen, wenn es sonst kein Objekt gibt, anders als das Adverbiale. "Ich gratuliere ihm" allein funktioniert, "ich gratuliere zu seinem Erfolg" aber nicht. Hingegen funktioniert "Sie überredete ihn" allein, aber nicht "sie steht", "sie begnügen sich", "sie klagen", "er pochte", "wir hoffen", "sie dachte", "sie begnügen sich". Deswegen handelt es sich bei deinem Beispiel nicht um ein Präpositionalobjekt. Feb 24 '15 at 19:00
  • 2
    Moment... seit wann/wieso funktioniert "Ich gratuliere zu seinem Erfolg" nicht? google.de/…
    – Emanuel
    Feb 24 '15 at 23:32
  • 1
    Das ist vielleicht ein Argument, wenn es darum geht, stilistisch einwandfreies Deutsch zu schreiben. Du bist ja Lektor. Da überrascht mich derartige Strenge nicht. Aber zu sagen "funktioniert nicht" ist die falsche Formulierung. Das solltest gerade du als Lektor wissen, denn es "funktioniert" tausendfach ganz wunderbar. Wenn du darauf schon eingehen willst, dann sag "ist schlechter Stil" oder "ist unpräzise, da die Sprachsituation nicht klar ist". Aber nicht "funktioniert nicht". Das ist faktisch schlicht falsch. "Sie steht" funktioniert übrigens auch. Genauso wie "wir hoffen".
    – Emanuel
    Feb 25 '15 at 13:22
  • 1
    Ja, aber genau das tust du mit so einem Kommentar nicht. Du sagst "Ich gratuliere ..." funktioniert nicht, ohne Begrünung. Danach gibst du weitere Beispiele, von denen die Hälfte falsch ist/kein Beispiel ist. Damit hilfst du nicht, sondern du verwirrst. Wenn du helfen willst, dann mach eine klare Aussage wie "Für mein Sprachempfinden ist 'Ich gratuliere zu seinem..." unvollständig, da blah blah bla". Damit kann der Lerner was anfangen und kann gleichzeitig die vielen Tausend Gegenbeispiel (auch in Print) einordnen. Mit "funktioniert nicht" nicht.
    – Emanuel
    Feb 25 '15 at 13:53
1

Es handelt sich hier, wie bereits in einer anderen Antwort erwähnt, um ein Präpositionalobjekt. Es nennt sich deswegen so, weil es (a) die Rolle eines Objekts einnimmt und (b) die Präposition der Kopf der Phrase ist. Daher Präpositionalobjekt.

Das Verb gratulieren verlangt die Präposition zu. Man gratuliert zu etwas1. Die Präposition zu wiederum erwartet als Kasus den Dativ.

Es handelt sich also um ein Präpositonalobjekt, dass im Dativ steht.
"Zu wem gratuliere ich? Zu seinem Erfolg."


1 Man kann auch wegen etwas oder aufgrund von etwas gratulieren. Wichtig ist hier aber, dass nicht beliebig ausgetauscht werden kann, sondern dass eine (oder mehrere) konkrete Präpositionen vom Verb verlangt werden.

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