4

In der taz habe ich folgenden Abschnitt gefunden:

Bisher gab es im Todesfall auf dem Account des oder der Verstorbenen einen Hinweis auf den Tod des Users, niemand konnte mehr auf das Profil zugreifen.

Wäre der nicht da, würde man was anderes verstehen? (etwa: dass der User männlich war).

  • 3
    Willst Du das wirklich so fragen? Welche Art von Antwort, die über eine Meinung hinausgeht, erwartest Du? – Carsten S Feb 25 '15 at 11:16
  • 2
    In der taz schon... ^_^ – Stephie Feb 25 '15 at 11:22
  • 2
    Es gibt die männliche Form "der Verstorbene" und die weibliche "die Verstorbene". Was die Verwendung der männlichen Form als allgmeine angeht, sind wir dann wieder bei den alten Fragen. – Carsten S Feb 25 '15 at 12:22
  • 3
    Das ist eine Diskussion, für die man ein ganz eigenes Forum machen kann. Ich vote klar "close". Nein, es gibt keine Regel. Man würde es auch ohne "der" verstehen. Nebenbei bemerkt, gendered die Taz im gleichen Satz bei "User" nicht. Über epic fail, Taz! – Emanuel Feb 25 '15 at 13:32
  • 2
    Die Frage ist überhaupt nicht meinungsbasiert sondern lässt sich objektiv beurteilen. Es handelt sich um das bekannte Phänomen des gewollten Sprechens, wo am Sprachzentrum vorbei der Sprache eine Aufgabe aufgezwungen werden soll - siehe dazu belleslettres.eu/artikel/genus-gendersprech.php , ein Sprachwissenschaftler der wie ich der Meinung ist, dass es unwissenschaftlich ist, zu behaupten es sei eine Meinungsfrage. – user unknown Mar 4 '15 at 5:28
4

Im Allgemeinen ist eine derart besondere Betonung der sprachlichen Gleichbehandlung von Frauen und Männern nicht erforderlich.

Die objektiv strengsten Anforderungen an die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern gelten sicherlich bei der sprachlichen Gestaltung von Gesetzen und Rechtsverordnungen. Und selbst in dem vom deutschen Bundesministerium der Justiz herausgegebenen Handbuch der Rechtsförmlichkeit (3. Auflage 2008; Empfehlungen des Bundesministeriums der Justiz für die rechtsförmliche Gestaltung von Gesetzen und Rechtsverordnungen nach § 42 Absatz 4 und § 62 Absatz 2 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien) findet man den Hinweis, dass es in Fällen, in denen das Geschlecht nicht bekannt oder für den jeweiligen Zusammenhang unwichtig ist, gerechtfertigt sein kann, die grammatisch maskuline Form verallgemeinernd zu verwenden (generisches Maskulinum).

Beispiel:
§ 535 des Bürgerlichen Gesetzbuchs:
(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.
(2) Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter die vereinbarte Miete zu entrichten.

  • 1
    Es kann im Deutschen keine objektive Gleichbehandlung geben, weil der generische Begriff (etwa: Mieter) nicht das Geschlecht des Mieters betrifft, sondern nur das Wort ist männlich, wie Hammer. Bei Lebewesen, die ein Geschlecht haben, ist es möglich eine Endung zu verwenden, wenn man exklusiv Frauen o. Weibchen meint. Für Männer o. Männchen gibt es keine vergleichbare Endung und so besteht eine Asymetrie, von der man aber nicht sagen kann dass sie irgendwen benachteiligt. Im Tierreich gibt es auch generische Bez. die fem. sind, etwa Katzen, und daher Katzenfutter; das kann man auch dem Kater.. – user unknown Mar 4 '15 at 5:37

Your Answer

By clicking “Post Your Answer”, you agree to our terms of service, privacy policy and cookie policy

Not the answer you're looking for? Browse other questions tagged or ask your own question.