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In einer Bewerbung möchte ich schreiben:

Das ist, im Grunde genommen, was ich von der eurigen Arbeitsstelle erwarte.

Ist dies grammatikalisch wohlgebildet? Dazu muss ich auch fragen, ob es vielleicht auch ein wenig veraltet klingt.

Das ist, im Grunde genommen, was ich von eurer Arbeitsstelle erwarte.

scheint korrekter zu sein, aber nicht schöner.

  • Darf ich angesichts des Sprachstils raten, dass Du frisch aus der Schule kommst, vermutlich aus einem Gymnasium? – Wrzlprmft Mar 24 '15 at 7:20
  • @Wrzlprmft Das muss dann aber ein sehr humanistisches Gymnasium sein. Wahrscheinlich eins, wo man erst Altgriechisch und dann Latein lernt. – Toscho Mar 24 '15 at 15:58
  • Nicht notwendigerweise. Ich hatte in den letzten jahren die zweifelhafte Ehre, diverse Texte frischer Abiturienten zu korrigieren und ein bedeutender Anteil hatte einen derartigen Stil. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die alle einer solchen Schule entstammen. – Wrzlprmft Mar 24 '15 at 21:20
  • @Wrzlprmft Natürlich darfst du fragen! Es sind zwei Jahre her, seit meinem Abitur, aber eigentlich spreche ich Deutsch als dritte Sprache. Meine Muttersprache ist Spanisch aber ich habe in den letzten Monaten fast ausschliesslich alte Romane aus der Romantik gelesen, wobei es möglich ist, dass mein Stil ein bisschen komisch wirkt. – Christian Sosa Mar 25 '15 at 3:19
  • Latein-induziert wäre wohl "von dieser Eurer Arbeitsstelle". Tönt gestelzt und aufgesetzt und dient höchstens als Erkennungszeichen Verbildeter ;) – Ralph M. Rickenbach Jul 31 '15 at 4:17
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Ich rate dringend davon ab, von der eurigen Arbeitsstelle irgendwo und speziell in einem aktuellen Bewerbungsschreiben zu verwenden. Eurig wird als Fürwort verwendet, nicht adjektivisch:

Wir haben unsere Autos verglichen, das unsrige ist besser als das eurige.

Somit ist von der eurigen Arbeitsstelle falsch; man würde natürlich verstehen, was gemeint ist, doch der Eindruck wäre eher ungünstig.

Es muss auf jeden Fall heißen:

Das ist es im Grunde genommen, was ich (mir) von eurer Arbeitsstelle erwarte.

Das es muss hier als Platzhalter für den Nebensatz eingesetzt werden. Das mir ist ein Zusatz, der nicht unbedingt sein muss, der aber klärt, dass es um deine persönliche Vorstellung von diesem Arbeitsplatz geht; »ich erwarte von …, dass …« könnte einen Befehlston implizieren, der in einer Bewerbung unpassend ist.

Aber noch drei Fragen bzw. Bemerkungen dazu:

  1. Bist du mit (Personal)chef oder -chefin per Du? Falls nicht, empfiehlt sich stattdessen in einem Bewerbungsschreiben das Sie, es sei denn, das Unternehmen hat explizit für alle die Du-Form eingeführt (wie z. B. vermutlich Ikea).

  2. Es geht natürlich um eine Arbeitsstelle, die von dieser Firma angeboten wird, und damit um »eure Arbeitsstelle«, aber genauso um eine, von der du möchtest, dass sie in Zukunft deine Stelle ist. Außerdem willst du hier ja deine Vorstellungen vermitteln. Ich würde also eher schreiben:

    … was ich mir von meiner zukünftigen Arbeitsstelle erwarte.

Aufgrund der Einwände in den Kommentaren möchte ich präzisieren: Diese Formulierung bezieht sich auf grundlegende Eigenschaften, die du von jeder Arbeitsstelle erwartest. Wenn du dich nur oder vor allem auf die Stelle beziehen willst, für die du dich bewirbst, ist es besser, zu schreiben:

… was ich mir von dieser Arbeitsstelle erwarte.

  1. im Grunde genommen wirkt hier auf mich etwas unentschlossen, ähnlich wie eigentlich. Man könnte stattdessen schreiben:

    Das ist es grundsätzlich, was ich mir von meiner zukünftigen / von dieser Arbeitsstelle erwarte.

Es ist kaum möglich, aus einem einzigen Satz den Kontext zu erraten – leider machen viele Fragesteller hier diesen Fehler, immer nur den kleinstmöglichen Schnipsel zu präsentieren ohne Chance, einen größeren Zusammenhang zu erkennen –, aber warum setzt du diese Aussage nicht an den Anfang dieses Gedankens:

Ich erwarte mir von dieser Arbeitsstelle, dass …

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    In dem Beispielsatz empfinde ich das "es" als möglich, aber mitnichten notwendig. – Uwe Mar 24 '15 at 8:55
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    "...was ich mir von meiner zukünftigen Arbeitsstelle erwarte." - falls die Aussage nicht allgemein gemeint ist ("... was ich generell von meinen Arbeitsstellen erwarte ..."), sondern sich konkret auf die Arbeitsstelle, um die es in der Bewerbung geht, bezieht, wäre das aber eine extrem ungünstige Formulierung. Ich würde das als äußerst anmaßend empfinden, wenn ein Bewerber eine angebotene Stelle schon mal vorsorglich sprachlich in Anspruch nehmen würde, bevor überhaupt eine Zusage da ist. – O. R. Mapper Mar 24 '15 at 8:57
  • 1
    @O. R. Mapper Wenn es um grundsätzliche Kriterien geht, wechseln diese ja nicht mit der angebotenen Stelle, und es ist durchaus eine positive Eigenschaft, klar zu sagen, unter welchen Umständen man am besten seine Leistung bringen kann. – Martin Schwehla Mar 24 '15 at 9:27
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    Ich gehe davon aus, dass allen Beteiligten klar ist, um welche Abeitsstelle es geht. Daher würde ich diese Arbeitsstelle verwenden. – raznagul Mar 24 '15 at 9:31
  • 2
    Selbst, wenn nicht klar ist, um welche Arbeitsstelle es sich handelt, wird das durch eure Arbeitsstelle nicht besser. Der Grund für diese statt eure Arbeitsstelle ist, dass ein Personaler wohl kaum für Arbeitsstellen anderer Firmen verantwortlich ist. Und wenn unklar ist, um welche Arbeitsstelle es sich handelt (weil es eine Initiativbewerbung ist oder mehrere Stellen ausgeschrieben sind), dann sollte es eine Arbeitsstelle bei Ihnen/euch sein. – Toscho Mar 24 '15 at 16:05
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"euerig" kann man nicht für "euer" verwenden. Es kam vor 100 oder 200 Jahren nur in Briefschlüssen vor in der Form "der eurige" (Wörterbuchnetz). DWDS hat "euerig" nicht mehr.

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