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Ankommen ist ein Bewegungsverb. Dementsprechend sollte es allem Anschein nach den Akkusativ verlangen, denn an geht beides mit Akkusativ und Dativ. Wieso dann:

am Bahnhof ankommen

und nicht Folgendes:

an den Bahnhof ankommen

Wie kann man sich den Dativ da erklären?

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Ich bin mir nicht sicher, was "Bewegungsverb" bedeuten soll, aber die Anwendung auf ankommen dürfte zweifelhaft sein. Ankommen beschreibt nicht wirklich eine Bewegung, sondern einen kurzfristig existierenden Zustand beim Übergang von Bewegung zum Stillstand. Der Fokus liegt dabei auf dem Stillstand, denn mit der Ankunft ist die Reise beendet und die Reisenden sind am Ankunftsort mit anderen Dingen beschäftigt. Deshalb die Präposition an mit Dativ und nicht zu (ebenfalls mit Dativ) oder an mit Akkusativ.

Das Englische z.B. sieht das auch nicht anders. Auch auf Englisch heißt es "arrive at the station" ("am Bahnhof ankommen"), nicht "arrive to the station" ("zum Bahnhof ankommen").

Falls man den Fokus doch lieber auf die Bewegung legen will, benutzt man ein anderes Verb, z.B. kommen oder im Englischen come.

PS:

Es ist auch relevant, dass ankommen ein separables Verb ist, das mit der Präposition an beginnt. Das Verb kommen kann mit verschiedenen Präpositionen flexibel angepasst werden, um Ursprung und/oder Ziel der Bewegung und/oder Details der Bewegung selbst zu beschreiben:

  • aus Wien kommen / von Wien kommen / vom Bahnhof kommen
  • nach Berlin kommen / zum Bahnhof kommen / an den Bahnhof kommen.
  • mit dem Zug kommen / mit der Familie kommen / auf der Autobahn kommen

Bei manchen dieser Verwendungen hat wohl das Bedürfnis, das Objekt der Präposition wegzulassen zur Entstehung eines separablen Verbs geführt. Unter den obigen Beispielen gilt das für ankommen von "an den Bahnhof kommen" und mitkommen von "mit der Familie kommen" (aber nicht "mit dem Zug kommen"). Diese Art von separablem Verb wird gelegentlich zusammen mit einer anderen Präposition verwendet, um zusätzlich einen weiterer Aspekt anzugeben. Beispiel: "zum Bahnhof mitkommen". Vielleicht noch häufiger aber wird das separable Verb wie das Grundverb benutzt und die Präposition dadurch verdoppelt: "am Bahnhof ankommen", "mit der Familie mitkommen". Das verdeutlicht dann die Präposition, ohne sie unbedingt zu betonen. Oft lässt sich auch beides kombinieren: "mit dem Gast zum Bahnhof mitkommen".

  • Ich denke, du meinst entweder "zu (mit Dativ)" oder "an (mit Akkusativ)". – persson Mar 29 '15 at 12:11
  • 1
    Ach so. Dann wo kommst du an? und nicht wohin kommst du an? wäre die Frage. – c.p. Mar 29 '15 at 12:14
  • Und deshalb auch "ich komme zu Hause an". – persson Mar 29 '15 at 12:21
  • Ich war etwas durcheinander gekommen. Ich hoffe, es ist jetzt richtiger und klarer. – user2183 Mar 29 '15 at 12:26
  • 2
    @c.p.: Richtig, die passende Frage ist "Wo kommst du an?". – user2183 Mar 29 '15 at 19:57
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Du gehst von einer falschen Prämisse aus. »Ankommen« ist kein Verb der Bewegung, sondern ein situatives Verb, wobei ich nicht weiß, ob die Bezeichnung »situatives Verb« korrekt ist. Daher will ich etwas ausführlicher erklären, was gemeint ist:

Verben mit einer Direktiv-Ergänzung

Verben der Bewegung haben (falls sie eine Ergänzung haben) eine Ergänzung, nach der man mit »wohin« fragen kann:

gehen: Wohin gehst du?
fahren: Wohin fährst du?
fliegen: Wohin fliegst du?
schwimmen: Wohin schwimmst du?
usw.

Setzte man in dieses Schema »ankommen« ein, erkennt man, dass hier etwas nicht stimmt:

ankommen: Wohin kommst du an? - Falsch!

Die Antwort auf die Frage »wohin« ist eine Direktiv-Ergänzung, also ein Ausdruck, der das Ziel einer Ortsveränderung darstellt. Diese Direktiv-Ergänzung kann wie folgt gebildet werden:

lokale Präposition + Dativ-Objekt

Ich gehe zu Hans.
Ich fahre nach Berlin.

Wechsel-Präposition + Akkusativ-Objekt

Ich fliege in die Schweiz.
Ich schwimme an das Ufer. (= ans Ufer)


Verben, die das Verharren an einem Ort ausdrücken

Orts-Verben (ich weiß leider nicht wie man diese Gruppe von Verben tatsächlich nennt) drücken aus, dass sich jemand oder etwas an einem bestimmten Ort befindet. Nach der jeweiligen Ergänzung fragt man nicht mit »wohin«, sondern mit »wo«:

stehen: Wo stehst du?
liegen: Wo liegst du?
sitzen: Wo sitzt du?
usw.

In diese Gruppe passt auch ankommen:

ankommen: Wo kommst du an? - Richtig!

Die Antwort auf diese Wo-Fragen werden wie folgt gebildet:

Wechsel-Präposition + Dativ-Objekt

Ich stehe neben der Laterne.
Ich liege in dem Bett. (= im Bett)
Ich sitze auf einer Kiste.

Und natürlich auch:

Ich komme an dem Bahnhof an. (= am Bahnhof)

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