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Der Inflektiv bzw. Erikativ ist eine besonders von Erika Fuchs verwendete Übersetzung für die englischen Phrasen in Comics wie seufz, gähn, mit den Füßen aufstampf, ganz lieb sei.

In Foren und Chat ist diese Form - auch als Emoticonsynonym - inzwischen in weiter Verwendung.

Gibt es ähnliche Formen auch vor den Comicübersetzungen von 1950?

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Was geschriebene Sprache und Literatur betrifft, so fallen mir Interjektionen ein, die etwas in diese Richtung darstellen und auch in der Literatur vor 1950 Verwendung fanden.

Interjektionen sind u. a. Wörter eines spontanen Ausdrucks körperlicher oder seelischer Empfindungen wie

  • hm, ah ja, aha (Interesse, Zustimmung)
  • pfui, bäh, igitt (Ekel)
  • hurra, ah, jippi (Freude)

oder Ausrufe wie

  • he!
  • aber hallo!
  • pst!

und Geräuschnachahmungen

  • haha, hihi, hehe (Lachen)
  • äh, hm, tja (Verzögerungslaute beim Reden)
  • miau, wau wau, kikeriki (Tierlaute)
  • bumms, klirr, schwups

Etwas ähnliches, auf das man in der Literatur häufig stößt, sind Lautmalereien. Bei Wilhelm Busch zum Beispiel findet man folgende Sätze:

„Schnupdiwup“ entführen Max und Moritz die gebratenen Hühner mit der Angel durch den Kamin

„Ritzeratze“ sägen sie in die „Brücke eine Lücke“

„Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke“

Da die Wörter vom Erzähler verwendet werden, haben sie natürlich nicht dieselbe Wirkung wie die in Comic in direkter Rede auftauchenden "seufz", "gähn" etc.

  • 2
    Aus aktuellem Anlaß sei darauf verwiesen, wie sich "Rickeracke! Rickeracke!" herzallerliebst reimt auf "Zickezacke Hühnerkacke!" - normalerweise nicht mein Sprachgebrauch, aber anläßlich des Todes Loriots, dessen Wirken aber auch nach 1950 datiert, vielleicht erlaubt. – user unknown Aug 25 '11 at 4:09

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