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In einem Aufsatz zitiere ich eine Umfrage:

Was ist für die Jugendlichen wichtig:

91% – toll aussehen
83% – Karriere machen
usw.

Ich habe geschrieben:

„Toll aussehen“ sei heutzutage der größte Wunsch der Jugend (…) Danach folge das Bedürfnis, eine Karriere zu machen.

Habe ich hier die indirekte Rede falsch gebraucht? Vielleicht sollte man einfach im Indikativ schreiben?

Der ganze Aufsatz als Kontext: https://spideroak.com/share/NVQXE3LJON2HE6TNMFZA/public/home/marcin/SpiderOak%20Hive/public/indirekte.odt

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    Das kommt auf den weiteren Zusammenhang an und darauf, wie sehr du dir die Ergebnisse der Umfrage zu eigen machst. Es kann richtig sein oder auch nicht. – chirlu May 17 '15 at 10:48
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    2 Wörter sind kein Zitat. Toll aussehen braucht keine Anführungsstriche; sie sind da fehl am Platze. – user unknown May 18 '15 at 11:45
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    Was hat das mit zurückgreifen zu tun (vom falsch platzierten ü abgesehen)? – guidot May 19 '15 at 9:27
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    @userunknown: Da würde ich widersprechen, die Anführungszeichen sollten da durchaus hin. Durch die Anführungszeichen wird nämlich ausgedrückt, dass es sich bei der Formulierung "toll aussehen" eben nicht um die Wortwahl des Autors handelt, sondern um die Wortwahl der befragten Jugendlichen. Ohne die Anführungszeichen wäre das nicht erkennbar. – O. R. Mapper May 19 '15 at 11:30
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    @userunknown: Dann ist es ein Zitat aus dem Fragebogen, beziehungsweise eine wörtliche Wiedergabe dessen, was die Jugendlichen gesehen und angekreuzt haben. In jedem Fall sind die Anführungszeichen erforderlich, um klarzustellen, dass es nicht die eigene Wortwahl des Autors ist (der damit zumindest in einem wissenschaftlich neutral formulierten Text einen Stilbruch erzeugt hätte). – O. R. Mapper May 19 '15 at 17:01
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Danke für den Kontext, leider hat der nicht so viel Aussagekraft, wie ich mir gewünscht hätte.

Es gibt zwei extreme Fälle, und irgendwo in der Mitte dazwischen bewegst du dich. Du solltest dir beide Extremfälle anschauen, und dann überlegen, welcher besser zutrifft.

Fall 1: Die Umfrage ist von dir/direkten Kollegen von dir.

In diesem Fall solltest du selbstverfreilich den Indikativ verwenden. Schließlich hast du oder haben deine Kollegen die Umfrage durchgeführt, und du/ihr solltest/solltet keine Zweifel an ihrer Korrektheit haben. Beachte, dass die Umfrage in diesem Fall trotzdem schon publiziert sein sollte, und dies ein nachfolgender Aufsatz sein muss, der sich auf diese veröffentliche Umfrage bezieht.

Wie wir bereits gezeigt haben, ist für Jugendliche heutzutage das wichtigste, toll auszusehen. Welche Auswirkungen hat das für ihre berufliche Zukunft?

Fall 2: Die Umfrage ist von jemandem ganz anders, du ziehst sie in Zweifel

In diesem Fall musst du unbedingt im Konjunktiv schreiben, um dich von den Inhalten zu distanzieren. Beispiel wäre:

Laut einer Umfrage von Hans Mustermayr seien Jugendliche heutzutage nur am »toll aussehen« interessiert. Dementgegen steht eine Umfrage von Jutta Ostermeier, die behauptet, dass »zocken« unter männlichen Jugendlichen die größte Priorität habe.


Du liegst wahrscheinlich in der Mitte dazwischen. Je nachdem, wie viel Vertrauen du in die Umfrage hast, desto indikativer und desto unkonjunktiver sollte dein Text sein. Leider kann ich dir darüberhinaus kaum mehr helfen.

  • Erwägen wir zwei Fälle. 1) Die Umfrage habe ich in einer Zeitschrift gesehen, kenne den Author doch nicht. 2) Die Umfrage ist von einer Kollege meines Kolleges meines Kolleges. Ich kenne ihn ein bisschen, er soll es sorgfältig gemacht haben, ich kann aber meine Hand nicht ins Feuer legen, dass es völlig korrekt ist. Soll ich in beiden Fällen das Konjunktiv benutzen? – marmistrz May 18 '15 at 7:47
  • Um sich vom Inhalt zu distanzieren/ihn in Zweifel zu ziehen, sollte man den Konjunktiv II verrwenden (wäre)- – wolfgang May 18 '15 at 11:38
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    @wolfgang: Nein, das ginge höchstens, wenn man von der Unrichtigkeit überzeugt ist. Ein großer Unterschied. – chirlu May 19 '15 at 14:17
  • @chirlu: Nun ja, aber der Konjunktiv I drückt meines Erachtens keinerlei in-Zweifel-ziehen aus, ich übernehme eben nur keine Verantwortung dafür. Wenn ich etwas "in Zweifel ziehe", dann behaupte ich ja zumindest, dass es keine sichere Tatsache ist, und dafür kann ich sehr wohl bereits den KJ2 verwenden: "X behauptet, es gäbe am Mars Leben; ich aber finde, wir sollten noch auf Beweise warten". Das ist noch ein Schritt unter "von der Unrichtigkeit überzeugt", aber es ist "in Zweifel ziehen". – wolfgang May 20 '15 at 22:31
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    @wolfgang Ich würde in dem Fall schreiben »Die Nasa behauptet, es gebe auf dem Mars leben; aber ich finde, wir sollten noch auf Beweise von der ESA warten«, also Konjunktiv I. In gesprochener Sprache nimmt man eh den zweiten (wenn man nicht gleich würdevoll spricht). Alles, was ich mir nicht zu eigen mache, ist Konjunktiv I – zumindest für mich als Wissenschaftler (schließlich haben diejenigen, die ich in Zweifel ziehe, Gründe, warum sie das publiziert haben, auch wenn ich den Gründen nicht zustimme). – Jan May 20 '15 at 23:02
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Die direkte Rede ist hier völlig angemessen, egal ob die Teilnehmer ausdrücklich "Ich will toll aussehen!" gesagt oder nur die entsprechende Aussage angekreuzt haben. Fraglich ist, ob der erweiterte Infinitiv (auszusehen) verwendet werden sollte; bei derart kurzen Phrasen ist der einfache Infinitiv aber sehr üblich.

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    Voll an der Frage vorbei. :-) Es geht um sei und folge (indirekte Rede) vs. ist und folgt (direkte Rede). Wie schon kommentiert, ohne mehr Kontext nicht zu sagen. – chirlu May 17 '15 at 19:26
  • @chirlu... man muss fairerweise sagen, dass der einzige Hinweis darauf, was OP wissen will versteckt in der Frage ist. Die Überschrift fragt nach indirekter Rede. Von daher ist die Antwort durchaus eine Antwort auf die Frage, wie sie denn aktuell noch ist. – Emanuel May 19 '15 at 20:49

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