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Wir freuen uns auf den Besuch von Königin Elisabeth II.

Wie spricht man "Königin Elisabeth II." aus? Liest man es immer als Genitiv (Elisabeth der Zweiten) vor?

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    Lustigerweise ist es in deinem Beispiel sogar der Dativ – aber der ist immerhin formgleich mit dem Genitiv, also kann man die Verwechslung verstehen ;) – Jan Jun 25 '15 at 13:06
  • Eine Sprachausgabe die ich ausprobiert habe (in Englisch) kannte "Queen Elizabeth the Second" für Elizabeth II, aber Zar Alexander II wurde "Tsar Alexander Eee-Eee". – gnasher729 May 5 '17 at 18:35
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Wenn die Queen im Nominativ steht:

Königin Elisabeth die Zweite besuchte Berlin.

Wenn sie selbst im Genitiv steht:

Das ist der Hut der Königin Elisabeth der Zweiten.

Dativ:

Dieser Hut gehört Königin Elisabeth der Zweiten.

Akkusativ:

Heute sehen wir Königin Elisabeth die Zweite.

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Für eine Königin ist es etwas schwerer zu erkennen als für einen König, da die Flexion von Feminina weniger eindeutig ist; deswegen möchte ich Huberts Antwort dahingehend ergänzen:

Das ist Heinrich der Dreizehnte. (Nominativ)

München ist eine Gründung Heinrichs des Dreizehnten. (Genitiv)

Die Untertanen erwiesen Heinrich dem Dreizehnten die Ehre. (Dativ)

Die englische Königstochter Mathilde heiratete Heinrich den Dreizehnten. (Akkusativ)

Das funktioniert nicht nur für Zahlen, sondern auch für Beinamen:

Das ist Heinrich der Löwe.

München ist eine Gründung Heinrichs des Löwen.

Die Untertanen erwiesen Heinrich dem Löwen die Ehre.

Die englische Königstochter Mathilde heiratete Heinrich den Löwen.

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    Zusatzfrage zum Spaß: Was macht man denn bei König Carl XVI Gustaf (kung Carl den sextonde Gustaf)? – Martin Peters Jun 25 '15 at 13:57
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    @MartinPeters spontan König Carl XVI. Gustafs. Analog zum Bürgerlichen Herr Carl Gustaf Bernadotte – der Besuch Carl Gustafs – Jan Jun 25 '15 at 14:21
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    @Martin Peters: Ich würde Karl der Sechzehnte Gustav sagen und der Besuch Karls des Sechzehnten Gustav. – chirlu Jun 25 '15 at 20:31
  • @chirlu Hm, Gustaf. – Martin Peters Jun 26 '15 at 7:15
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    @Martin Peters: Traditionell werden Herrschernamen der jeweiligen Sprache angepaßt: Heinrich der Achte, nicht Henry der Achte; Elisabeth die Zweite, nicht Elizabeth die Zweite; Benedikt der Sechzehnte, nicht Benedictus der Sechzehnte. Das nimmt allerdings ab; so gut wie niemand nennt den britischen Thronfolger Prinz Karl. Auch Papst Franz wird in D zumeist Franziskus genannt (sein Namenspatron Franz von Assisi aber nicht), also nur halbherzig eingedeutscht. – chirlu Jun 26 '15 at 7:23
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Die Zahl wird (wie durch den Punkt angedeutet) als Ordinalzahl gelesen und folgt im Genus dem Geschlecht der Person (Elisabeth die Zweite, Wilhelm der Zweite). Der Kasus richtet sich nach der Rolle im Satz:

Elisabeth die Zweite besucht Deutschland.
Die anglikanische Kirche wurde von Heinrich dem Achten gegründet.
Das Denkmal erinnert an Friedrich Wilhelm den Vierten.
Papst Benedikt der Sechzehnte war Nachfolger Johannes Pauls des Zweiten.

Dasselbe gilt für Beinamen:

das Grab Ludwigs des Frommen

Wenn man in historischem Zusammenhang, etwa in einer Vorlesung, von vielen unterschiedlichen Herrschern spricht, wechselt man aus Gründen der Sprachökonomie gelegentlich zur Kardinalzahl (Wilhelm zwo).

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  • Diesen Wechsel zur Kardinalzahl empfinde ich als ziemlich schlechten Stil und habe das zum Glück bisher auch nur sehr selten gehört. – Hubert Schölnast Jun 25 '15 at 13:08
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    @Hubert Schölnast: Schön ist es sicher nicht, aber kürzer. ;-) – chirlu Jun 25 '15 at 13:11
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    @HubertSchölnast, ist aber usus. – Nina Scholz Jun 25 '15 at 20:20
  • @NinaScholz: Wann, bzw. wo? Ich habe das bisher wie gesagt nur sehr selten gehört. – Hubert Schölnast Jun 26 '15 at 12:12
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    @HubertSchölnast, da ich nur anekdotisch antworten kann, lasse ich das. – Nina Scholz Jun 26 '15 at 12:19
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"Elisabeth II." ist eine Kurzschreibweise für "Elisabeth die Zweite". Grammatikalisch handelt es sich dabei um eine Apposition mit enger Bindung. Unter diesen werden mehrere Kategorien unterschieden, die hinsichtlich ihrer Flektion nicht einheitlich behandelt werden. Bei Herrschernamen u.ä. (z.B. "Lucas Cranach der Ältere") stimmt die Apposition mit dem Bezugswort im Kasus überein.

Quelle: canoo.net

In

Wir freuen uns auf den Besuch von Elisabeth II.

steht Elisabeth im Dativ, folglich ist der Dativ von die Zweite zu bilden, also der Zweiten.

Dein Beispielsatz

Wir freuen uns auf den Besuch von Königin Elisabeth II.

enthält streng genommen noch eine weitere Apposition, nämlich den Titel Königin. Wie ebenfalls bei canoo erklärt wird, wird dabei der Name ("Elisabeth"), aber nicht der Titel ("Königin") flektiert. Das ist theoretisch wichtig, wenn jemand den Satz mit Genitiv statt Dativ formuliert:

Wir freuen uns auf den Besuch Königin Elisabeths II.

Dann ist Elisabeths ein Genitiv, folglich ist der Genitiv von die Zweite zu bilden. Praktisch landest Du damit aber wieder bei der Zweiten.

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    Und wieder ist Elisabeth ein schlechtes Beispiel, weil der Genitiv von Königin Königin ist. Mit Königen funktioniert das wiederum: »Der Besuch König Ludwigs des Zweiten versetzte Hintertupflfing in helle Aufregung.« – Jan Jun 25 '15 at 13:13
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    Wobei (wie Canoo auch sagt) es genau umgekehrt ist, wenn man von der Königin spricht, denn dann ist es kein Titel mehr, sondern der Hauptbegriff (und der Name ist die Apposition dazu): den Besuch der Königin Elisabeth der Zweiten (bzw. den Besuch des Königs Ludwig des Zweiten) – chirlu Jun 25 '15 at 13:15

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