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Wer eine positive Antwort mit ja gibt, bejaht die Frage. Auch andere (unflektierte) Partikeln finden sich in flektierten Worten wieder. In dieser Frage (und Antworten/Kommentaren darauf) finden sich bspw. adjektivisch verwendete auf, zu, aus und ab. Wenn diese nun umgangssprachlich nach dem Bildungsmuster der/die/das X ist yder/die/das ye X bzw. ein yer X, eine ye X und ein yes X gebeugt werden, wie sieht die passendste Verschriftung aus?

  • aufe Tür⟩ vs. ⟨auffe Tür⟩ – analog drauf
  • ⟨zues Fenster⟩ vs. ⟨zuhes Fenster⟩ – vgl. ⟨zunes Fenster⟩
  • ⟨auses Licht⟩ vs. ⟨ausses Licht⟩ vs. ⟨außes Licht⟩
  • ⟨aber Lack⟩ vs. ⟨abber Lack⟩ vs. ⟨aper Lack⟩ vs. ⟨apper Lack⟩

Ich tendiere zu folgenden (oben fett markierten) Varianten, bin mir aber unsicher:

  • ⟨aufe+⟩, weil nach einem komplexen Kern (2 Vokale, Diphthong, Dehnungs-⟨h⟩) nie ein Doppelbuchstabe (Konsonant) wie ⟨ff⟩ in Rand oder Brücke auftritt
  • ⟨zuhe+⟩, weil das Schwa-⟨e⟩ der Flexionssuffixe nicht direkt auf einen simplen Kern, wohl aber einen komplexen folgen darf, da V+⟨e⟩ für Umlautung und Dehnung reserviert ist; vgl. bejahen
  • ⟨auße+⟩, weil auf einen komplexen Kern nie direkt ein Doppelbuchstabe wie ⟨ss⟩ folgt und ⟨s⟩ allein zwischen zwei Kernen immer mit /z/ korrespondiert; vgl. außen
  • ⟨abbe+⟩, obwohl es eher /ape…/ gesprochen wird und entsprechend wohl gar keine echte Auslautverhärtung in /ap/ vorliegt, weshalb einiges für ⟨ap⟩ und dann auch ⟨appe+⟩ spricht

Nachträge:

  • ⟨ane Lampe⟩ vs. ⟨anne Lampe⟩ – analog dran
  • ⟨weges Geld⟩ vs. ⟨wegges Geld⟩ vs. ⟨weckes Geld⟩ vs. ⟨weches Geld⟩
  • dabeies Kabel⟩ vs. ⟨dabeihes Kabel⟩
  • ⟨ume Zeit⟩ vs. ⟨umme Zeit⟩
  • pfuies Bild⟩ vs. ⟨pfuihes Bild⟩
  • durcher Typ⟩
  • okayes Essen⟩ vs. ⟨okaies Essen⟩ vs. ⟨okees Essen⟩ vs. ⟨okaes Essen⟩vs. ⟨okayhes Essen⟩ – vgl. ⟨okaynes Essen⟩ wie bei zu und bei den Farben rosa, lila und orange
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    So interessant ich die Frage finde... ist das nicht ein Fall für "opinion based"? – Emanuel Jul 30 '15 at 21:47
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    Interessanterweise wandert bei mir bei "zu" + Endung eher ein "n" als ein "h" dazwischen; also ein "zunes Fenster". – Chris Jul 30 '15 at 22:38
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    @Em1, ich habe sie schon gehört, aber nur von meinen Kindern im Kleinkindalter. Also scheinbar per Sprachlogik quasi korrekt gebildete, dann aber im Zuge der sprachlichen Verfeinerung wieder verworfene Konstrukte. – Stephie Jul 30 '15 at 23:14
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    @Emanuel Rechtschreibung ist ja nicht völlig beliebig, aber tatsächlich könnten verschiedene Regelinterpretationen/-formulierungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Aber dass es gute Gründe für einander entgegengesetzten Theorien (≠ Meinungen) gibt, ist in der Sprache/Linguistik nicht ungewöhnlich. Schriftliche Belege für diese Wortverwendungen zu finden, dürfte abseits scherzhaften (gekünstelten) Gebrauchs schwierig werden, aber mündlich ist mir das alles (nicht nur von Kindern) schon begegnet. Man könnte es evtl. auch als Stilmittel für „einfache“ Charaktere in Prosa finden. – Crissov Jul 31 '15 at 11:12
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    @CarstenSchultz... crissov meint "Partikel" im grammatischen Sinn. Das ist zur Verwirrung aller "die Partikel" (nicht der) und im Plural "die Partikeln". Warum das jetzt "die" sein muss und nicht "das" sein kann... keine Ahnung. Jedenfalls ist das "n" richtig, da Teil des Plural. Gemeint sind mit Partikeln je nach Definition ALLE nicht flektierbaren Wörter oder nicht flektierbare Wörter ausser Adverben, Präpositionen und Konjunktionen. – Emanuel Jul 31 '15 at 13:52
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Wie du richtig erwähnst, sind die erfragten Konstruktionen alle umgangssprachlich, denn standardsprachlich können die Adjektive an, dran, weg, auf, zu etc. nur prädikativ, nicht aber attributiv, verwendet werden. Dementsprechend gibt es auch – ganz im Gegenteil zu verneinen und bejahen – keine standardsprachlich akzeptierten Schreibungen für die flektierten, attributiv verwendeten Varianten.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Konstruktion nicht überall im deutschen Sprachraum verwendet wird. Ein Bayer würde auf eine aufe Tür wahrscheinlich mit »Saubreiß« antworten.

Trotzdem ist der Wunsch nach einer Standardschreibung nicht verkehrt: In Comics, wörtlich wiedergegebener Umgangssprache oder Chats könnten die Formen durchaus auftreten. Gleichzeitig könnten gleiche Formen von verschiedenen Sprechern auch durchaus unterschiedlich ausgesprochen werden: Siehe die Beispiele der Draht ist ab (bleibt die Auslautverhärtung bestehen oder nicht?) und alles, was ein zu ch verschliffenes g enthält (wird das g durch Flexion zurückgewonnen?).

Aus all dem zusammengenommen kann nur gefolgert werden, dass die Schreibung frei ist, aber sowohl die Eigenheiten des Sprechers als auch die Lesbarkeit berücksichtigen sollte. Deine ausgesuchten Beispiele würde ich wahrscheinlich auch bevorzugen, mit folgenden Einschränkungen:

  • außes – wenn das auße Licht zum Dativ wird, oder von einem entsprechenden Motor gesprochen wird, muss man abwägen, ob außer und außen falsch verstanden werden können, und gegebenenfalls auf aus-er oder ähnliche Behelfsformen ausweichen.

  • abber – ist nur gültig, wenn der mittlere Konsonant auch ein Lenis ist (in Hessen durchaus möglich!). Ich habe durchaus auch Aussprachen gehört, die ich mit apper wiedergeben würde.

  • wegges – entsprechend dem abben. Nur, wenn das gg auch als [g] gelesen wird. Wird es »preußisch«, also als [ç] ausgesprochen, muss man weches schreiben. Weges verbietet sich, weil das e lang würde.

Seien wir froh, dass die deutsche Rechtschreibung so regelmäßig ist, dass wir für diese Art Ausdrücke Schreibungen finden können, die alle intuitiv richtig lesen würden. Man stelle sich Gleiches auf Englisch vor; das ist viel schwieriger.

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Apper Draht ist weches Geld.

Im Ernst: Es spielt praktisch keine Rolle, denn es ist (selten) gesprochenes Deutsch und daher gibt es keine Regel und wichtiger noch: Kaum ein Leser hat das schon mal geschrieben gesehen, daher ist keine Schreibweise eine Hilfe. Solche Formulierungen werden immer dazu führen, dass der Leser im Zweifel mehrmals darauf gucken muss.

Sicher hilfreich ist, wenn die Schreibweise etwas phonetisch Ähnliches nahelegt. Das heißt für mich (eher breites Westfälisch/Ruhrgebietsdeutsch):

  • zuhes (zues ist für mich züs)
  • auffe
  • ausses
  • appes

Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Leute andernorts ab-er Draht sagen würden.

Kleiner Nachtrag:
Mir fällt gerade auf, dass ich die logisch gleichwertigen und nicht wesentlich schlimmer klingenden Konstruktionen annes ("die anne Lampe" für "die eingeschaltete Lampe") oder drannes ("dranner Draht ist da-es Geld"? ;)) noch nie gehört habe.

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    "Anne Lampe/annes Licht" hab ich schon öfter im Kontext von Fahrradfahren/nachts/Polizei benutzt. – Emanuel Aug 1 '15 at 21:13
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    Oh, und ein sehr gängiges Beispiel ist "drauf"... "der draufe Idiot", "Nur draufe Leute da" etc – Emanuel Aug 1 '15 at 21:13
  • @Emanuel: Sehr regional anscheinend. Was bedeutet drauf in diesem Fall denn? Kann man auch etwas sagen wie Alle Leute waren drauf (und damit nicht einfach meinen, daß sie auf dem Foto, auf der Bühne o.ä. waren)? Gut/schlecht drauf sein kenne ich. – chirlu Aug 27 '15 at 15:34
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    @chirlu drauf wie "auf" Drogen (ggf. Alkohol), das ist zumindest die mir geläufige bedeutung, also jemand der dermaßen nicht auf der Höhe ist, dass Drogenkonsum wahrscheinlich erscheint – Bort Aug 27 '15 at 16:09

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