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Es gibt Operationen, die Punkt-zu-Punkt- und solche, die Punkt-zu-Mehrpunkt-Kommunikation realisieren.

Für Punkt-zu-Mehrpunkt-Operationen habe ich das Adjektiv kollektiv gefunden, also kollektive Operationen sind Punkt-zu-Mehrpunkt-Operationen. Seht ihr das auch so, und habt sogar einen Alternativvorschlag?

Und gibt es auch ein Adjektiv für Punkt-zu-Punkt-Operationen?

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    Wie wäre es mit eins-zu-eins (1:1) bzw eins-zu-viele (1:n)? Ich kenne Dein Fachgebiet nicht, aber in Bezug auf Netzwerkkommunikation oder Datenbanken wäre das gebräuchlich. – Robert Oct 7 '15 at 1:48
  • Im Kommunikationbereich heißt das fachsprachlich meines Wissens "one to one" und "one to many"-Kommunikation. Ansonsten irgendwas mit individual / individuell, aber dazu bräuchten wir mehr Kontext. – Ingmar Oct 7 '15 at 4:27
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    Unter "kollektiv" würde ich sowohl "Punkt-zu-Mehrpunkt" als auch "Mehrpunkt-zu-Mehrpunkt" verstehen. – O. R. Mapper Oct 7 '15 at 9:28
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    Als das noch Elektrotechnik statt (Technische) Informatik war, gab es Rundfunk (1:∞ ‘broadcast’ bzw. 1:n ‘multicast’), Richtfunk (1:1 ‘unicast’) und – da bin ich mir nicht ganz sicher – Funknetz (m:n bzw, m:∞). Gefunkt wird in diesem Fall aber wenig (mit tatsächlichen Funken schon gar nicht), während das engl. cast auch in der digitalen Welt ganz gut funktioniert. Man könnte versuchen, funk+ durch send+ zu ersetzen, also Rund-/Richtsendung und Sendenetz, aber das erscheint mir nicht gebräuchlich und auch nicht richtig intuitiv verständlich. (+sand[t] ist leider auch raus.) – Crissov Oct 7 '15 at 18:32
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    Um den richtigen Ausdruck zu finden müsste man auch wissen, ob bei Punkt-zu-Mehrpunkt-Operationen alle möglichen Empfänger erreicht werden oder nicht. Auf Englisch sagt man im ersten Fall broadcast, im zweiten multicast. – Walter Tross Oct 7 '15 at 21:41
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Ich habe leider keine klare Antwort auf die Frage, sondern kann nur mit Einschätzungen und Ideen dienen.

kollektiv : x

Kollektiv, also gruppiert, sind Punkt-zu-Mehrpunkt-Operationen streng genommen nur dann, wenn es sich um eine Vielzahl gesammelter oder gebündelter Punkt-zu-Punkt-Operationen handelt, die gemeinsam ausgeführt werden. Das schließt echten Rundfunk (broadcast) aus, da das eine einzige Operation mit unbekannt vielen Empfängern ist. Beim eingeschränkten Rundfunk (multicast) ist höchstens die Anzahl der potentiellen Empfänger der nächstunteren Ebene bekannt, aber weder, welche das Signal tatsächlich erhalten, noch, in welchem Umfang sie es weiterleiten.

Am ehesten bilden selektiv und singulär sowie die bereits genannten individuell und individual Antonyme zu kollektiv. Auf Deutsch wäre das dann z.B. vereinzelt oder Einzel- oder (aus)gewählt. Wie gesagt, halte ich diese Begriffe hier aber nicht für angebracht.

Alternativen

Bei 1:1 handelt es sich um Paare, die bei bidirektionaler Kommunikation sogar gleichberechtigt/-rangig/-wertig (symmetrisch), also beide evtl. abwechselnd sowohl Sender als auch Empfänger sein können. Das Adjektiv paarig fände ich daher nicht schlecht, je nach Enge der Verknüpfung auch gepaart oder gekoppelt. Mehrere 1:1-Operation laufen dann paarweise ab. Kopplung deutet an, dass auch Kettenoperationen möglich sind, könnte aber auch wie kollektiv verstanden werden.

Leider fehlt mir ein dazu passendes Adjektiv für 1:n. Häufig handelt es sich dabei um hierarchische, asymmetrische Master:Slave- oder Server:Client-Architekturen (je nach Hauptrichtung), die im Deutschen meist unübersetzt bleiben.

In der Geometrie gibt es neben Geraden ohne Start und Ziel einerseits die Strahlen mit festem Ausgangspunkt und andererseits die beidseitig begrenzten Strecken. Daraus ließen sich die Adjektive streckenförmig, streckenhaft oder evtl. *streckig (1:1) vs. strahlenförmig, ausgestrahlt und *strahlig (1:n) ableiten.

Unter Umständen kann der entscheidende Unterschied zwischen 1:1 und 1:n aber auch durch gerichtet oder beschränkt vs. ungerichtet oder frei erfasst werden.

Neubildungen

In der Informatik wird selten gefunkt (und auch in der Elektrotechnik fliegen dabei nur selten echte Funken), sondern gesendet (oder übertragen), daher könnte man versuchen, in den klassischen Begriffen Rundfunk, Richtfunk und Funknetz das funk+ durch send+ zu ersetzen, also Rundsendung/Rundsenden, Richtsendung/Richtsenden und Sendenetz, aber das erscheint mir nicht gebräuchlich und auch nicht richtig intuitiv verständlich. (*Rundsand / *Richtsand analog zu Versand ist leider raus, weil das Morphem auf diese Art schon lange nicht mehr produktiv ist und – wichtiger – mit Sand kollidiert.)

Relativ transparent, aber frisch selbstgeschöpft sind *einzielig (1:1), *mehrzielig (1:m, m>1), *vielzielig (1:n, n>m) bzw. gezielt (1:p, 1 ≤ p < ∞) und *unzielig (1:∞) bzw. ungezielt. Bei Bedarf kann man entsprechend auch *einquellig, vielleicht auch *einhäuptig (1:x) etc. bilden. Diese Neologismen beschreiben gefühlt eher unidirektionale Kommunikation als bidirektionale. Um (ein)gebildeter zu klingen, könnte man diese Wörter natürlich analog auch mit lateinischen oder griechischen Wurzeln bilden, z.B. (mono- / multi-/pluri-/poly- / a-/non-)*destinativ.

Symbole und Metaphern

Es ist auch anderswo üblich, Buchstabenformen als symbolhafte Metaphern zu verwenden. Damit könnte man bspw. I-Operationen (1:1) von Y-, T-, V- oder A-Operationen (1:n) unterscheiden. (Psi Ψ ginge auch und M oder W stände für m:n bereit.) Für ein Adjektiv böte sich eine Zusammensetzung mit -artig oder -förmig an.

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Ohne aus dem Fachgebiet zu sein, in dem diese Termini verwendet werden, schlage ich neben den Vorschlägen aus den Kommentaren (Eins-zu-Eins-, Eins-zu-N (1:1, 1:N)) lineare, vielleicht besser direkte, und sternförmige Kommunikation vor. Eine Punkt-zu-Punkt-Kommunikation mit Rückkanal könnte man auch dialogartig nennen.

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    Hmm, bei sternförmig würde ich mitgehen. Linear in Bezug auf Kommunikation würde ich nicht mit den Multiplizitäten, sondern eher mit der Komplexität (Zeitaufwand z. B.) assoziieren und nicht verstehen. – hiergiltdiestfu Oct 7 '15 at 7:06
  • @hiergiltdiestfu Ist 'direkte' besser? – user unknown Oct 7 '15 at 11:33
  • Ja, etwas. Aber hier würde ich dann schon wieder an vermittelte Kommunikation denken, also z. B. über einen Proxy - bzw. eben an das Gegenteil dessen. 'Tschuldigung :( – hiergiltdiestfu Oct 7 '15 at 13:28
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    Eine Sternstruktur impliziert i.d.R., dass sich die Clients an den Strahlenden über den Server im Zentrum miteinander unterhalten können – sofern nicht eindeutig geklärt ist, dass es sich um unidirektionale (Push-)Kommunikation handelt. – Crissov Oct 7 '15 at 18:37
  • @Crissov: Eine Kommunikationsstruktur wie ein Fernsehsender, der an viele Empfänger sendet, würde ich auch als Sternstruktur bezeichnen. In meinem Blog dagegen gibt es einen Rückkanal von den Lesern zu mir (Kommentare). – user unknown Oct 7 '15 at 20:50

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