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(a) Unsere Meinung in der Öffentlichkeit zu äußern ist nicht nur möglich, sondern unser Recht.

(b) Unsere Meinung in der Öffentlichkeit zu äußern ist nicht nur möglich, sondern auch unser Recht.

Sind die beiden Sätze grammatikalisch richtig? Ist es ein Problem, dass hier ein Substantiv mit einem Adjektiv gleichgesetzt wird?

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Wie schon von in den anderen Antworten gesagt, sind beide Sätze grammatikalisch vollkommen korrekt.

Eine Gleichstellung hängt jedoch rein vom Inhalt ab und nicht von der Wortart. In diesem Fall ist Recht nicht als zu besitzender Gegenstand zu sehen, sondern als reine Eigenschaft. Also stehen sich hier zwei Eigenschaften gegenüber, was absolut rechtens ist.

Die passiert meist dann, wenn es für bestimmte Wörter keine entsprechenden Formen in anderen Wortarten gibt. So lässt sich schön zwar in Schönheit umwandeln, bleibt aber nach wie vor eine Eigenschaft und wird nicht zu einem handelbaren Gegenstand.

Also in kurz: Wenn ein Nomen für eine Eigenschaft steht, darf es einem Adjektiv gegenübergestellt werden. Das gilt auch für Tätigkeits-Nomen, die man einem Verb gegenüberstellt. Hier triumphiert der Inhalt über die Grammatik.

  • Ich störe mich ein bisschen am Begriff »Eigenschaft«. Eine Eigen-schaft muss doch irgendeiner Sache als Merkmal eignen. Welcher Sache eignet das Recht? Und: Wäre dann ein Satz wie »Die Frucht ist nicht nur rund, sondern auch eine Orange« in deinen Augen eigentlich grammatikalisch falsch? Hat ein derartiges Stilmittel nicht sogar einen Namen? Ich komme nicht drauf. – bsumirak Nov 18 '15 at 18:48
  • @bsumirak In deinem Beispiel »Die Frucht ist nicht nur rund, sondern auch eine Orange« wird (auch wenn es unlogisch klingt) Orange als Eigenschaft für Frucht genutzt. Es scheint zwar logisch das Orange keine Eigenschaft ist, es kann aber als solche verwendet werden. Dies gilt für theoretisch alle Nomen ,da sie ja sagen WAS etwas ist. Das Obst kann eine Orange sein, muss es aber nicht. Das Obst kann auch süß sein, muss es aber nicht. Das süß definitiv eine Eigenschaft ist, sollte jedem klar sein. Und wenn man etwas länger darüber nach denkt, gilt das hier auch für Orange. – Dirk Reichel Nov 19 '15 at 7:40
  • Dieses Stilmittel wurde von Heinz Erhard arg ausgebeutet. Allerdings fällt mir gerade kein schlagendes Beispiel ein. – user unknown Dec 25 '16 at 21:42
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Grammatikalisch sind beide Sätze grundsätzlich korrekt, allerdings sind sie inhaltlich nicht sehr sauber!

Die beiden Komponenten, die mit nicht nur und sondern gegenübergestellt werden, sollten sich in ihrer Bedeutung voneinander abheben.

Das Recht haben etwas zu tun sagt ja schon, dass es möglich ist.

Die Suppe ist nicht nur wohlschmeckend, sondern auch lecker.

Man nennt das „doppelt gemoppelt“.

Ein gutes Beispiel für eine inhaltlich passende Verwendung:

Unsere Meinung in der Öffentlichkeit zu äußern ist nicht nur möglich,
sondern (auch) unsere Pflicht!


Ist es ein Problem, dass hier ein Substantiv mit einem Adjektiv gleichgesetzt wird?

Das kann tatsächlich zum Problem werden. Unter Umständen kann eine solche Verbindung sehr seltsam klingen. Dafür lassen sich aber keine Faustregeln aufstellen.

  • Servus und willkommen beim Stackexchange der deutschen Sprache. Du kannst eine tour der Seite nehmen; bei Fragen steht dir das help center zur Seite. Der Fragesteller hat explizit nur nach grammatikalisch gefragt, demnach gehen deine inhaltlichen Einwände eigentlich am Punkt vorbei – es ist aber eine schöne Ironie, dass du ausgerechnet durch das Ersetzen von Recht durch Pflicht einen inhaltlich sauberen Satz aufkommen siehst. Übrigens: Monospace-Auszeichnung sollte hier die große Ausnahme sein, Zitate und Kursiv ist wesentlich besser. Wir reden ja nicht über Codes ;) – Jan Oct 15 '15 at 12:35
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    Genau genommen tun wir das sehr wohl. – Doe Johnson Oct 15 '15 at 12:37
  • Über Codes reden? – Jan Oct 15 '15 at 12:38
  • Ja, über Codes reden... – Doe Johnson Oct 15 '15 at 12:39
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    Das Beispiel mit wohlschmeckend und lecker fällt tatsächlich unter "doppelt gemoppelt" (woher kommt eigentlich dieser Ausdruck?), aber das Beispiel in der ursprünglichen Frage nicht. – Martin Peters Oct 15 '15 at 13:19
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Beide Sätze sind korrekt. Im zweiten wird der Teil nach dem Komma mehr betont. Siehe zu der Verwendung von auch auch die Erläuterung in Section 2.6.1 Modal particles in statements in dem Buch von Martin Durrell Using German , 2nd edition.

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    In genau dem Beispiel empfinde ich, dass das "auch" den Satz mildert, nicht betont. Der erste ist stärker. Er besagt, dass es unser Recht ist. Der andere sagt nur, dass das nun eben halt auch so ist. – Em1 Oct 13 '15 at 7:27
  • Ich bin da anderer Meinung. Ich finde, auch wirkt in dem zweiten Satz wie sogar. – Martin Peters Oct 13 '15 at 7:44
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    Ich finde sogar verstärkt klar, bei auch habe ich eher das Gefühl der Verwässerung (Füllwort), aber vielleicht liegt das an der Gegenüberstellung der beiden Sätze, was ja im normalen Sprachgebrauch nicht passiert. Vielleicht sollte man die Antwort kürzen? Das macht sie natürlich sehr kurz, gebe ich zu, aber die Betrachtung zur Wirkung von auch geht über die ursprüngliche Frage hinaus. Vielleicht wäre stattdessen besser etwas zum Substantiv-Adjektiv-Verhältnis zu ergänzen. – Wolf Oct 13 '15 at 13:06
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    Um noch eine weitere Meinung beizutragen, ich finde den Satz ganz ohne auch bzw. sogar seltsam (soll heißen, nicht eindeutig grammatisch). Daher kann ich auch nicht sagen, ob 0 oder auch stärker ist; auf jeden Fall aber ist sogar stärker als auch. – chirlu Oct 13 '15 at 13:24

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