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Der Duden gilt als Standardwerk für deutsches Deutsch, und dieses Buch versucht auch das Vokabular der beiden anderen Standardvarietäten der deutschen Sprache abzudecken, was ihm aber nicht vollständig gelingt.
Es fehlen z.B.: Die Abwasch (= Synonym für Spülbecken), der Pfiff (= 0,2 Liter Bier), der Spritzer/G’spritzte/Gespritzte (Mischung aus Wein und Wasser), budern (koitieren), Nachzipf (Wiederholungsprüfung) und viele andere Austriazismen.

Das Österreichische Wörterbuch (ÖWB) ist das Standardwerk für österreichisches Deutsch, und im Gegensatz zum Duden handelt es sich hierbei sogar um ein amtliches und somit verbindliches Nachschlagewerk. (Verbindlich für österreichische Bundesbeamte und Schüler.) Das ÖWB nimmt auch Bezug zum deutschen Deutsch, weil es vor allem durch Printmedien und Fernsehen auch überall dort gegenwärtig ist, wo österreichisches Deutsch unterrichtet wird und Amtssprache ist (also in Österreich und in einem kleinen Teil Italiens, nämlich in Südtirol).

Allerdings ist mir kein derartiges Standard-Wörterbuch für schweizerisches Deutsch bekannt. Ich suche also ein Wörterbuch, in dem Wörter wie Bettmümpfeli oder jenst zu finden sind, und das die an Schweizer und Liechtensteiner Schulen unterrichtete Varietät der deutschen Sprache wiedergibt, die in diesen beiden Staaten auch Amtssprache ist.

Nachtrag:
Ich suche ganz ausdrücklich ein vollständiges Wörterbuch des schweizerischen Standarddeutsch. Also keine Sammlung von Dialektwörtern, sondern ein Buch, das im Schulunterricht als Referenzwerk Verwendung findet, so wie der Duden in Deutschland und das ÖWB in Österreich.

  • Pfiff gibt es übrjgens auch in Deutschland (wahrscheinlich überall, denn ich kenne es aus Augsburg und Berlin), allerdings ist die Bedeutung spezifischer. Es ist ein nicht volles Glas Bier, das einem der Mensch hinter der Theke spät am Abend aufs Haus anbietet. – Carsten S Oct 19 '15 at 13:27
  • Nicht was Du suchst, da es nur ein Zusatz ist, aber Google liefert mir duden.de/Shop/Schweizerhochdeutsch – Carsten S Oct 19 '15 at 13:32
  • @CarstenS: Interessant. In Österreich gibt es Bier in diesen Standard-Größen: Krügerl (auch »Krügel« oder »großes Bier«) = 0,5 Liter. Seidl (»kleines Bier«) = 0,3 Liter. Der Pfiff mit 0,2 Liter wird auf Bestellung überall serviert, steht aber selten auf der Karte, muss aber selbstverständlich bezahlt werden. Wenn der Wirt ein Glas auf seine Kosten ausgibt, bestimmt meist er die Größe. Das Getränk geht dann »aufs Haus«, hat aber keine spezielle Bezeichnung. Bierlokale bieten auch als Übergrößen den Stiefel (2,0 Liter = 4 Krügerl) und den Humpen (5,0 Liter = 10 Krügerl) an. – Hubert Schölnast Oct 19 '15 at 14:25
  • 1
    @poitroae: So eine Liste ist nett, trifft aber das, wonach ich gefragt habe, aus zwei Gründen nicht: Erstens: Diese Liste enthält nur Wörter, die nur in der Schweiz gebräuchlich sind. Wörter, die im gesamten deutschen Sprachraum in Verwendung sind (und somit ebenfalls auch in schweizerischen Zeitungen stehen, wie z.B. »gehen«, »Luft«, »grün«, »der«, »fünf«) fehlen in dieser Liste. Da auch Schweizer diese Wörter in ihre Zeitungen drucken, ist jede Wörtersammlung, die diese Wörter nicht enthält, kein vollständiges Wörterbuch. – Hubert Schölnast Apr 8 '16 at 11:26
  • 1
    @poitroae: (Fortsetzung) Zweitens: Die Liste enthält sehr viele Ausdrücke, die kein Standarddeutsch sind, sondern Dialekt- oder Scherz-Ausdrücke sind, wie z.B. »Affegnagi« (für »Banane«), »Araber« als verballhornter Name für ein bestimmtes Restaurant in Bern (»Aarbergerhof«) und »Alpepizza« (für »Kuhfladen«). Ich kann mir nicht vorstellen, das diese Wörter in einer seriösen Schweizer Tageszeitung gedruckt werden, oder von einem Nachrichtensprecher bei den Abendnachrichten verwendet werden. Ich zweifle auch daran, dass Schweizer Schüler diese Wörter im offiziellen Unterricht lernen. – Hubert Schölnast Apr 8 '16 at 11:27
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Laut den Schreibweisungen der Schweizerischen Bundeskanzlei ist für amtliche Texte der Leitfaden zur deutschen Rechtschreibung verbindlich.

Zusätzlich können die Rechtschreibwörterbücher

  • Duden Band 1: Die deutsche Rechtschreibung. 24. Auflage oder neuer. Mannheim: Dudenverlag

und

  • Wahrig Rechtschreibung: Die deutsche Rechtschreibung. 8. Auflage oder neuer. Gütersloh/München: Wissenmedia

verwendet werden. (Wenn Duden und Wahrig andere Varianten als der Rechtschreibleitfaden bevorzugen, so geht der Rechtschreibleitfaden vor.)

Auf ein etwa mit dem ÖWB vergleichbares schweizerisches Wörterbuch enthalten die Schreibweisungen dagegen keinen Hinweis.

Allerdings gehen die Schreibweisungen ausdrücklich auf Helvetismen ein

Insbesondere für Erlasse, aber auch für die übrigen amtlichen Texte gilt, dass sie in erster Linie von Schweizerinnen und Schweizern verstanden werden müssen. Deshalb sind grundsätzlich schweizerische Ausdrücke zu verwenden. «Helvetismen» sind aber nicht etwa Dialektwörter, die in einem standard- oder hochsprachlichen Text nichts zu suchen haben, sondern regionale Varianten der Standard- oder Hochsprache – wie es übrigens auch «Austriazismen» und «Teutonismen» gibt.

und verweisen für zusätzliche Informationen zu Helvetismen auf

  • Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Berlin / New York: Verlag Walter de Gruyter

und

  • Bickel, Hans / Landolt, Christoph. Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. Mannheim / Zürich: Dudenverlag.

sowie auf eine knappe Behandlung bei

  • Heuer: Heuer, Walter / Flückiger, Max / Gallmann, Peter. Richtiges Deutsch. Vollständige Grammatik und Rechtschreiblehre. Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung.
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Ein derartiges vollständiges Wörterbuch des Schweizer Hochdeutsch gibt es meines Wissens nicht. Es gibt jedoch eine Anzahl Wörterbücher, die dieses Gebiet jeweils zu einem Teil abdecken:

  • Von den Wörtern aus der Frage kennt das Variantenwörterbuch übrigens Abwasch (sowohl die als auch der), Spritzer, Gespritzter, Nachzipf (und Nachzapf), sowie Bettmümpfeli. Hingegen steht jenste in keinem der drei Wörterbücher, woraus ich schließe, daß es 1. nicht als standardsprachlich gilt und 2. relativ jung ist (das Idiotikon, wie alle diese Großwörterbücher, ist ein Jahrhundertwerk). – chirlu Oct 19 '15 at 18:38

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