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Ich habe diesen Satz im Buch gelesen:

Tom erwähnte seine Zweifel Mary gegenüber nie. Er wollte nicht, dass sie es falsch auffasste.

Wieso hat der Author gegenüber hier benutzt? Was wäre der Unterschied, wenn man einfach sagt „Tom erwähnte seine Zweifel Mary nie“, ohne gegenüber verwendet zu haben?

Ich kenne das Wort im Sinne von towards oder opposite.

  • 4
    Erwähnen kann man nicht mit einem indirekten Objekt (Dativobjekt) benutzen. Mary ist also kein indirektes Objekt. Mary gegenüber ist eine adverbiale Bestimmung, die mit der Postposition gegenüber gebildet ist. Towards ist hier tatsächlich eine passende Übersetzung; allerdings wäre in diesem Fall to noch besser. (Wenn man erwähnen mit mention übersetzt.) – user2183 Oct 20 '15 at 8:00
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Würde man das gegenüber weglassen, wäre der Satz schlicht falsch.

Die Person, die die Bemerkung eines anderen hört, wird immer mit gegenüber verbunden.

Das kann man sich bildlich vorstellen:
Zwei Personen, der Sprecher und der Zuhörer, sitzen sich bei einer Unterhaltung gegenüber (auch wenn das in der konkreten Situation vielleicht nicht so ist) und auch der Gesprächspartner wird im Deutschen oft als Gegenüber bezeichnet (vgl. engl. counterpart: auch hier ist das gegen- enthalten).

Wenn man aus irgendeinem Grund gegenüber nicht verwenden will, kann der Informationsempfänger dennoch nicht ohne Verbindung stehen, eine mögliche Formulierung wäre z.B.:

Tom erwähnte seine Zweifel bei Mary nie.

Allerdings entfällt damit die Eindeutigkeit, dass Mary der Gesprächspartner ist, der Satz könnte dann auch die räumliche Bedeutung von „in ihrem Haus“/„in ihrer Wohnung“ o.ä. haben.

  • 2
    Gegenüber fungiert hier als Postposition. Es kann aber auch Präposition sein: Tom erwähnte seine Zweifel nie gegenüber Mary. (Wortstellung zur Sicherheit, damit es nicht als Zweifel gegenüber Mary = Zweifel an Mary interpretiert werden kann.) – chirlu Oct 20 '15 at 7:14
  • 3
    Postpositionen sind im Deutschen relativ selten, aber im Englischen noch seltener. Die einzigen englischen Beispiele, die ich auf die Schnelle gefunden hab, sind ago, aside, notwithstanding. Letztere hat wie gegenüber die Eigenschaft, dass man sie auch als Präposition benutzen kann. – user2183 Oct 20 '15 at 7:58
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Das Problem liegt schlicht und ergreifend darin, dass erwähnen ein transitives Verb ist, das nur ein Objekt erlaubt. Es heißt etwas erwähnen und ist damit anders als etwa jemandem etwas sagen.

Tom erwähnt seine Zweifel.
Tom erwähnt Mary.
Tom erwähnt seine Zweifel und Mary.

Wenn ich unbedingt in jemandes Gegenwart etwas erwähnen möchte, dann muss ich dazu eine Adverbialkonstruktion wählen – und nichts anderes ist jemandem gegenüber in diesem Fall. Allerdings hat sich die Verwendung jemandem gegenüber etwas erwähnen bereits so eingeschliffen, dass in ein paar Jahrzehnten die beiden vielleicht als zusammengehörig empfunden werden, und erwähnen dadurch bitransitiv wird.

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