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Ich diskutierte gerade mit Arbeitskollegen über Wörter, die sich auf nichts reimen, als die Frage aufkam, ob sich ein Wort denn nicht auf sich selbst reime. Reimt sich Pfirsich beispielsweise auf Pfirsich?

Ich konnte ich keiner Definition von Reim, die ich las, etwas finden, das dagegen spricht. Vielleicht findet sich hier jemand, der Aufschluss geben kann.

  • Da man in diesem Fall von identischem Reim spricht (und nicht von identischem Nichtreim), ist es wohl ein Reim. Der identische Reim ist aber nicht sehr verbreitet, er klingt seltsam und oft gar nicht wie ein Reim. – chirlu Oct 26 '15 at 16:28
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    Wenn man zulässt, dass sich ein Wort auf sich selbst reimt, dann beschreibt "x reimt sich auf y" eine schöne Äquivalenzrelation. Transitivität: Wenn sich x auf y reimt und sich y auf z reimt, dann reimt sich x auf z. Symmetrie: Wenn sich x auf y reimt, dann reimt sich y auf x. Reflexivität: Jedes x reimt sich auf x. :-) – Chris Oct 26 '15 at 18:53
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    Ein "Primreim", reimt sich auf nichts und sich selber – Alexander Oct 26 '15 at 19:46
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    @Alexander genau den Gedankengang hatte ich auch :D – hiergiltdiestfu Oct 26 '15 at 20:37
  • @Chris: Aber nur, wenn man unreine Reime ausschließt; sonst gilt die Transitivität nicht mehr. – chirlu Oct 26 '15 at 21:54
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Es gibt angeblich rund 90 reimfreie deutsche Wörter, wie z.B. Kiosk, Mensch, Pfirsich usw. Das sind Wörter, zu denen es kein anderes, nicht-zusammengesetztes Wort gibt, das mit diesem Wort einen reinen Reim bildet. Und zu dieser speziellen Klasse von Wörtern gehört auch selbst.

Entscheidend bei dieser Definition sind die Begriffe anderes Wort, nicht zusammengesetzt und reiner Reim.

Identischer Reim
Dass sich ein Wort auf sich selbst reimt, ist trivial. Entweder man behauptet, dass es sich bei diesem Sachverhalt um keinen Reim handelt, oder man verwendet dafür den Begriff »identischer Reim«.

Zusammengesetzt
Das trifft natürlich auch auf zusammengesetzte Wörter zu, deren letzter Bestandteil dasselbe eigenständig existierende Wort ist. So sind »Orgel«, »Kirchenorgel« und »Rockorgel« selbstverständlich drei verschiedene Wörter, die sich alle untereinander reimen. Aber weil es in dieser Reimgruppe nur ein einziges nicht zusammengesetztes Wort gibt (»Orgel«), gilt dieses einzelne nichtzusammengesetzte Wort als reimfrei.

Reiner Reim
Auch wichtig im Fall der reimfreien Wörter ist der Begriff des reinen Reims. Zwei Wörter bilden einen reinen Reim, wenn sie mit derselben phonetischen (also gesprochenen) Endsilbe enden. Wenn die Endsilbe über einen konsonantischen Silbenschwanz verfügt, genügt auch eine Übereinstimmung ab dem Silbenkern (z.B. »rot« - »lot«).

Das ist zu unterscheiden vom unreinen Reim (Bei Schiller findet man: »Höh'n« - »steh'n«), den man auch auf reimfreie Wörter bilden kann. Dabei ähneln sich die gesprochenen Endsilben der beiden Wörter mehr oder weniger, ohne phonetisch identisch zu sein.

Reimgruppe
Die Wörter, die untereinander paarweise einen reinen Reim ergeben, bilden zusammen eine Reimgruppe. Aus dieser Definition folgt, dass die Eigenschaft »reiner Reim« eine partitionierende Eigenschaft ist. Das heißt, durch diese Eigenschaft werden alle existierenden Wörter Gruppen zugeteilt, mit der Eigenschaft, dass jedes Wort zu genau einer einzigen Reimgruppe gehört (also nicht zu null und nicht zu zwei oder mehr). Und wenn in einer Reimgruppe nur ein einziges nichtzusammengesetztes Wort ist, ist dieses Wort per Definition reimfrei.

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    reimt sich dann nicht lieblich auf Pfirsich? – null Oct 27 '15 at 22:52
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    oder "für sich"? – Robert Oct 28 '15 at 4:04
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    @Robert schon, aber es ist kein alleine stehendes wort, sondern es sind zwei wörter ;) man könnte es jedoch gut als reim z.B. in einem gedicht oder in einem rap verwenden. in diesem kontext wäre wohl "(er oder sie) irrt sich" fast noch passender in meinen ohren – WayneEra Oct 28 '15 at 7:48
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    @Robert isst Pfirsich und nimmt gleich vier sich. – Crissov Oct 28 '15 at 8:42
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    Das Problem am „reinen Reim“ ist, dass phonetisches Identität ein ziemlich scharfes Kriterium ist. Schiller selbst mag Höhen und stehen reimend gesprochen haben, auch beim ollen Goethe gibt es Reime, die nur hessisch gefärbt einwandfrei funktionieren. – Crissov Oct 28 '15 at 8:47

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