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Kommasetzung bei erweiterten Infinitiven ist gemäß irgendwelchen Reformen optional.

Trotzdem setze ich da gerne Kommata. Kopfschmerzen bereitet mir dabei aber das Beispiel

(A) Dies gilt es zu tun.

Ich möchte nach “gilt” ein Komma setzen, finde aber weder

(A’) Dies, gilt es, zu tun.

noch

(A’’) Dies gilt es, zu tun.

wirklich eingängig. Beides ist holprig und letzteres davon holpriger.

Welche der Varianten (A), (A’) und (A’’) ist stilistisch vorzuziehen? Welche dieser Varianten gelten als grammatikalisch korrekt?

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  • Wie kommst du überhaupt auf Fall (A’)? – Jan Nov 15 '15 at 14:57
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    @Jan: Ich erkläre es in meiner in Entstehung begriffenen Antwort. :) – chirlu Nov 15 '15 at 15:28
  • @chirlu Juchu, wieder Gelegenheit, ein Sportsmann zu sein =D – Jan Nov 15 '15 at 15:32
  • @Jan Wenn man umstellt, hat man “Es gilt, dies zu tun”, als das Objekt zum Verb, finde ich, “dies” nicht durch ein Komma von “tun” getrennt werden, es sei denn durch zwei. Das “dies” gehört einfach zur Infinitivgruppe dazu. Vergleiche mit Einschüben à la “Dies, denke ich, werde ich tun.”. Ich habe den Titel wieder abgeändert. – k.stm Nov 15 '15 at 16:08
  • 2
    Warum bestehst du auf einem fremdsprachlichem Titel bei einer Frage, die in einem Deutschforum auf Deutsch gestellt wird? – Jan Nov 15 '15 at 16:10
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Zunächst ist die Frage, was hier eigentlich zum Hauptsatz gehört und was zur Infinitivgruppe. Durch Umstellung kann man unter anderem folgende Sätze gewinnen (vorerst ohne Kommata):

Es gilt dies zu tun.
Dies zu tun gilt es.
Gilt es dies zu tun?

Nicht möglich ist dagegen, das es wegzulassen:

*Dies zu tun gilt.

Demnach ist es hier weder ein syntaktischer Platzhalter noch ein Korrelat, sondern fester Bestandteil der Wendung es gilt, die hier den Hauptsatz bildet. Dagegen ist dies zu tun die Infinitivgruppe. Die entscheidende Besonderheit des Ausgangssatzes ist daher die Verschränkung von Hauptsatz und Infinitivgruppe: Ein Teil der Gruppe steht vor dem Hauptsatz, ein Teil danach.

Da die Frage Bezug nimmt auf „irgendwelche Reformen“, zunächst ein Blick auf die Rechtschreibung vor der Reform. Hier war dieser Fall eindeutig geregelt:

R 107 Der erweiterte Infinitiv mit „zu“ (die Infinitivgruppe, Grundformgruppe) wird gewöhnlich durch Komma abgetrennt.
… Es steht aber kein Komma, wenn der erweiterte Infinitiv mit dem Hauptsatz verschränkt ist …
Diesen Vorgang wollen wir zu erklären versuchen. (Hauptsatz: Wir wollen versuchen.)

(Duden, Die deutsche Rechtschreibung, 20. Auflage 1991)

Demnach war die korrekte Schreibweise vor der Reform (A), ganz ohne Komma.

Die Amtliche Regelung von 2006 dagegen geht auf eine Verschränkung von Hauptsatz und Infinitivgruppe nicht mehr ausdrücklich ein. Nach § 75 gibt es drei Fälle, in denen eine Infinitivgruppe zwingend mit Komma abgegrenzt wird; keiner von diesen Fällen liegt hier vor. Allerdings gibt es noch eine Erlaubnis für weitere Fälle:

§ 75 E2: In den Fällen, die nicht durch § 75 (1) bis (3) geregelt sind, kann ein Komma gesetzt werden, um die Gliederung deutlich zu machen bzw. um Missverständnisse auszuschließen. …

Das ist nun hinreichend vage, um sowohl (A’) als auch (A’’) darunter zu fassen (sofern man „ein Komma“ nicht als „ein Komma, aber nicht mehr!“ auffassen will). Die Symmetrie spräche in diesem Fall dafür, beide Übergänge zwischen Hauptsatz und Infinitivgruppe gleich zu behandeln, also für (A’). Ob dies dienlich ist, um die Gliederung deutlich zu machen bzw. um Missverständnisse auszuschließen, oder im Gegenteil sogar hinderlich, liegt im Ermessen des Schreibers.

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  • Hervorragende Antwort. Anmerkung: Reformen sind mir eigentlich egal, aber es tut gut, zu wissen, was 1991 über verschränkte Infinitivgruppen gedacht worden ist. Das hilft bereits. – k.stm Nov 15 '15 at 16:19
  • Verdammt, dass das dies zum Infinitiv dazugehört, ist mir nicht aufgefallen … Das ändert natürlich alles. – Jan Nov 15 '15 at 16:24

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