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Einige Fragen hier wollen wissen, welches grammatikalische Geschlecht verschiedene Ländernamen haben; dort fällt auf, dass alle Länder und Regionen, die das Suffix -ei enthalten,* feminin sind – die Mongolei, die Walachei, die Tschechei, die Lombardei.

In einem Kommentar hat Chieron angemerkt:

[…] Das nicht mehr produktive Landesnamensuffix -ei ist feminin […]

Mich interessiert die Etymologie dieses Suffixes. Insbesondere:

  • Wann und aus welchen Vorläufern ist es entstanden?

    • Lässt sich daraus gegebenenfalls das Genus ableiten?
  • Ist es Zufall, dass fast alle Regionen, die es verwenden, östlich von Deutschland liegen? Warum zum Beispiel nicht (an den Haaren herangezogene Beispiele) die Galizei oder die Burgundei?

  • Sofern die These des Kommentars stimmt, müsste das Suffix in der Vergangenheit deutlich produktiver gewesen sein; lässt sich das belegen/in eine Epoche eingrenzen?


*: Nicht alles, was auf ei endet, hat auch das Suffix, um das es geht: Die südafrikanischen Regionen Ciskei und Transkei leiten sich beispielsweise vom Fluss Kei ab. Laut Wikipedia ist es aber dennoch die Ciskei und die Transkei.

  • Diese verwandte Frage, die nach den Unterschieden fragt, liefert in meinen Augen keine befriedigende Erklärung. – Jan Nov 15 '15 at 17:58
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    Was heißt 'produktiv'? – user unknown Nov 15 '15 at 18:32
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    Und woran sieht man, dass es für Neuschöpfungen nicht eingesetzt werden kann? – user unknown Nov 15 '15 at 18:36
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    @chirlu "Darfurei" oder "Kundusei" fallen schon darum aus, weil das Suffix "-ei" an eine Volksbezeichung angehängt wird und daraus einen Regionsnamen macht. Der jüngste Name auf "-ei" (und auch der geographisch westlichste) dürfte übrigens "Kabylei" sein. – Uwe Nov 15 '15 at 22:25
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    Keine Zeit für eine gut recherchierte richtige Antwort, aber grundsätzlich gibt es keinen großen Unterschied zwischen dem Ort der Bäcker (Bäckerei) und dem Ort der Mongolen (Mongolei). Das deutsche Suffix -ei scheint mir relativ jung zu sein; vermutlich stammt es vom lateinischen -ia ab. Bei älteren lateinischen Entlehnungen wurde -ia zu -ien; bei neueren wurde es dann durch -ei übersetzt. – user2183 Nov 16 '15 at 9:32
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Es sieht aus, dass man vielleicht die Antwort in der altrömischen Geschichte suchen muss?

Nach dem Kapitel "Morphologie und Wortbildung der Ländernamen" in Eichlers Namenforschung (S. 1359) ist die "-ei" ein romanisches Lehnwort. Der Autor zitiert Adolf Bach (Heidelberg 1953-4), Deutsche Ortsnamen.

"Daneben zeigen spätlat. Ländernamen auf -ia das fremdartige Aussehen von Lombardei, Mongolei, Tartarei, Türkei, Walachei, wozu wieder die Neubildungen Polakei und Wendei." - Friedrich Kluge (1917), Deutsche Namenkunde

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