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Wer nicht vorwärts geht, der kommt zurücke.

Ich habe diese Zitate von Goethe gesehen und ich wollte fragen, warum der Buchstabe »e« am Ende des Wortes »zurücke« steht?
Was ist der Unterschied zwischen »zurück« und »zurücke«?

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Der Satz ist ein Zitat aus Goethes Hermann und Dorothea. Es steht im dritten Gesang Thalia. Den Volltext kann man im Projekt Gutenberg online lesen.

Ich habe nicht das Ganze gelesen, aber den Ausschnitt der näheren Umgebung. Es fällt auf, dass alles im Hexameter gehalten ist, wobei das Versmaß weder streng in Trochäen noch streng in Daktylen gehalten ist – zumindest für mich als Nichtgermanist. Das alleine würde ein Fugen-e zur Versmaßanpassung nicht nötig erscheinen lassen. Dennoch wird das Werk ein Lied genannt, und wird aus Gesängen aufgebaut, was daraus schließen lassen könnte, dass Goethe irgendeine Melodie im Hinterkopf hätte, an die der Sprechrhythmus angepasst werden müsste – oder sonstige Wünsche an den Rhythmus hatte.

Auf jeden Fall ist das zusätzliche e völlig überflüssig und lässt sich höchstens über rhythmische Überlegungen erklären. In dem benachbarten Gesang Euterpe taucht zurück auch folgerichtig ohne Versmaß-e auf – was belegt, dass es nicht eine antiquierte Form des Wortes ist.

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Das Wort zurück ist entstanden aus der Verbindung der Präposition zu mit dem Substantiv Rücken. Das End-n in Rücken ist dabei eine relativ junge Entwicklung, und so lautete die mittelhochdeutsche Vorgängerform ze rucke. Im Neuhochdeutschen ist dies als zurück und zurücke angekommen, wobei sich letztlich die apokopierte Form zurück durchgesetzt hat. Diese Entwicklung hat sich jedoch bis ins 19. Jahrhundert hingezogen. (Zur Wortgeschichte siehe das DWB s.v. zurück und s.v. Rücken.)

Zu Goethes Zeit war zurücke bereits stark auf dem Rückzug, aber noch nicht so ungewöhnlich wie heute. Das DWB schreibt

nach der durchführung der worteinung ist zurücke nur noch stilvariante von zurück, die aus metrischen gründen und überhaupt als literarische form gebraucht wird

und führt eine Reihe von Belegen aus dem 18. und 19. Jahrhundert an, darunter weitere Stellen bei Goethe, auch in Prosa.

Es gibt auch einen spezifischen metrischen Grund, warum Goethe gerade hier zurücke gewählt haben dürfte: Andernfalls wäre der fünfte Fuß in diesem Hexameter ein Spondeus/Trochäus geworden (und der Vers somit ein versus spondiacus); obendrein hätte der ganze Vers dann nur aus zweisilbigen Füßen bestanden (sogenannter Holospondeus). Beides wird bereits bei den Dichtern der griechisch-römischen Antike möglichst vermieden, an der Goethe sich orientiert – der Hexameter ist ja ein antikes Versmaß, das in der deutschen Literatur vor der Klassik keine Tradition hatte. (Zum Hexameter allgemein siehe Wikipedia.)

Hier noch der vollständige Vers aus Hermann und Dorothea mit Betonungsschema:

Wer nicht vorwärts geht, der kommt zurücke! So bleibt es.
x́x x́x x́x x́x x́xx x́x

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